GIRO D¿ITALIA Giro-Doping: Spitzenreiter Garzelli ist raus


Ein Jahr nach der größten Doping-Razzia in der Geschichte des Radsports ist der Giro d'Italia wieder von einem Doping-Skandal erschüttert worden.

Ein Jahr nach der größten Doping-Razzia in der Geschichte des Radsports ist der Giro d'Italia wieder von einem Doping-Skandal erschüttert worden. Der Spitzenreiter und Giro-Favorit Stefano Garzelli ist bei einer Dopingkontrolle positiv getestet worden. Dennoch ging der 28-Jährige am Samstag an den Start zur sechsten Etappe von Cuneo nach Varazze. Bis zur Analyse der B-Probe am kommenden Dienstag wolle er weiter fahren, erklärte er vor dem Etappenstart und kündigte für den Fall, dass er tatsächlich des Dopings überführt wird, seinen Rücktritt an: »Wenn die B-Probe ebenfalls positiv ist, höre ich auf. Ich bin unschuldig.«

Mittel gegen Gicht

Nach Angaben des italienischen Fernsehens soll der Giro-Sieger von 2000 auf der Etappe von Köln nach Lüttich das verbotene Präparat »Probenecid« eingenommen haben. Dies sei ein Mittel gegen Gicht, das auf Grund seiner Harn treibenden Wirkung den Nachweis anderer Dopingmittel bei Kontrollen erschwere und in Italien nicht im Handel erhältlich sei.

Mapei wittert Komplott

Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wittert das bisher nicht mit nachgewiesenem Doping in Berührung gekommene Mapei-Team einen Komplott, das Mittel sei den Fahrern untergeschoben worden. Denn nicht nur Garzelli, sondern die gesamte Mannschaft habe an besagtem Montag permanent auf die Toilette gemusst. Garzelli hatte jene Etappe von Köln nach Lüttich gewonnen und damit das rosa farbene Trikot des Spitzenreiters übernommen. Auch die erste Etappe in Italien hatte Garzelli am Freitag in Limone Piemonte für sich entschieden.

Weitere Aktionen

Nachdem Garzelli positiv getestet wurde, rechnet man in Italien nun mit weiteren Aktionen der Staatsanwaltschaft. Bereits Anfang der Woche hatte die Staatsanwaltschaft Brescia mit Antonio Varriale zum ersten Mal einen Profi-Sportler wegen Dopings in Haft genommen. Am Freitagabend verhafteten Polizisten bei der Ankunft des Giro in Limone Piemonte außerdem Varriales Teamkollegen aus dem Panaria- Fiordo-Team Nicola Chesini.

In Neapel stellte sich unterdessen der ehemalige Polizist Armando Marzano, der unter dem Verdacht steht, die Radprofis im großen Stil mit Dopingmitteln beliefert zu haben. Nach Angaben des italienischen Fernsehens sitzt Marzano seit Freitagabend im Gefängnis.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker