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Handball-EM: "Wir haben große Ziele"

Mit großem Optimismus gehen die deutschen Handballer um Kapitän Markus Baur in das heutige Auftaktmatch der EM gegen Serbien-Montenegro. Heiner Brand warnt vor dem kampfstarken Gegner.

Erst einen Sieg über Serbien und Montenegro und anschließend den 33. Geburtstag feiern: Markus Baur will sich zum Auftakt der Handball-Europameisterschaft in Slowenien am Donnerstag weder seinen Ehrentag noch die gute Laune verderben lassen. "Die Stimmung ist sehr, sehr gut. Wir haben viel Spaß miteinander und große Ziele. Für uns ist die EM schon losgegangen", sagte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch in Koper.

Serbien-Montenegro als erster Prüfstein

In der Hafenstadt an der Adria möchte die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) mit einem Auftakterfolg in der Vorrundengruppe D den Grundstein für einen weiteren Medaillengewinn nach den zweiten Plätzen bei EM und WM in den vergangenen beiden Jahren legen. "Wir wollen hier ordentlichen Handball zeigen, so dass wir wie in den letzten Jahren sehr weit kommen werden. Es geht schon im Training konzentriert zur Sache", erklärte Spielmacher Baur.

Was erreichen die deutschen Handballer in Slowenien?

Vor Serbien und Montenegro sind die deutschen Spieler spätestens seit der WM im Vorjahr in Portugal gewarnt. Zum Abschluss der Hauptrunde hatte die DHB-Auswahl in Povoa de Varzim mit großer Mühe ein 31:31 erreicht und war dadurch ins Halbfinale eingezogen. "Ich habe nur positive Erinnerungen. Wir sind weiter gekommen. Aber in diesem Jahr ist die Mannschaft einen Tick gefährlicher, weil sie die so genannten Stars nicht dabei haben", sagte Baur.

Brand erwartet kampfbetontes Spiel

Serbien und Montenegro tritt ohne die aus der Bundesliga bekannten Nedeljko Jovanovic, Dragan Skrbic und Nenad Perunicic an. "Das macht die Mannschaft sehr gefährlich, weil die Fixierung auf bestimmte Personen nicht mehr ist. Die Mannschaft wirkt dadurch disziplinierter als früher. Serbien und Montenegro ist sehr hoch einzuschätzen", warnte Bundestrainer Heiner Brand.

"Wir wissen, dass das kein Spaziergang wird. Bisher waren das immer sehr enge Spiele und sehr kampfbetonte", sagte Volker Zerbe. Der Rückraumspieler aus Lemgo, der wie in den vergangenen Jahren wieder als Joker für die EM in die Nationalmannschaft zurückgekehrt ist, sieht bei der bissigen und bisweilen rustikalen Spielweise der früheren Jugoslawen auch eine große Verantwortung bei den Referees. "Man weiß vorher nie, wie die Schiedsrichter instruiert worden sind. Das müssen wir abwarten. Aber wir werden das auch schnell herausfinden", meinte der 35-Jährige.

Enttäuschung über Absage von Behrens

Während Zerbe die Auswahl wieder verstärkt, fehlt der Mannschaft vor allem ihr Star Stefan Kretzschmar, der wegen einer Leistenoperation seine Teilnahme absagen musste. "Er ist immer gut für einen lockeren Spruch. Es ist bitter für uns, dass er nicht dabei ist", befand Baur. Weit größer aber war seine Enttäuschung darüber, dass der Gummersbacher Frank von Behren ohne Not freiwillig auf die EM verzichtet hat und die Mannschaft keine Chance hatte, den früheren Kapitän umzustimmen. "Die Entscheidung von ihm war schon getroffen, als wir es erfahren haben. Ich persönlich war betroffen darüber", bekannte der Mannschaftsführer.

Martin Kloth, DPA / DPA

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