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Handball: Kiel gewinnt das Spitzenspiel bei den Löwen

Zehn Minuten eigener Tiefschlaf und ein phasenweise überragender Kieler Torwart Thierry Omeyer haben die Rhein-Neckar Löwen im Spitzenspiel gegen den THW auf die Verliererstraße gebracht. 

Der THW Kiel hat seinen Traumstart in die Saison mit einem 30:27-Erfolg bei den Rhein-Neckar Löwen perfekt gemacht. Die Norddeutschen führen nach dem fünften Saisonsieg die Tabelle mit 10:0 Punkten an. Erfolgreichster Schütze war Uwe Gensheimer von den Löwen mit neun Toren, allein sieben markierte er in der ersten Halbzeit. Kiels Momir Ilic kam auf sieben Treffer.

Die Rhein-Neckar Löwen kamen glänzend in die Partie und lagen schon nach sieben Minuten mit 5:2 in Führung. Die Abwehr um Oliver Roggisch stand gut und wenn die Kieler mal durch kamen, dann war Keeper Gojan Stojanovic zur Stelle. Mit sechs Paraden brachte er die Zebras in der Anfangsphase zur Verzweiflung.

Den Löwen bescherte dies einige einfache Tore durch schnelle Gegenstöße. Uwe Gensheimer zeichnete sich dabei besonders aus. Die Hausherren behaupteten beim 7:4, 10:7 und 12.9 jeweils ihren Vorsprung.

In Unterzahl dreht Kiel das Spiel

17 Minuten waren nun gespielt und ausgerechnet die erste Strafe des Spiels für den Kieler Momir Ilic brachte die Wende. Gensheimer verwandelte noch den Siebenmeter zum 13:9, doch dann war Schluss mit der Herrlichkeit der Löwen. Der THW zeigte nun endlich die Aggressivität und Entschlossenheit, die man in solch einem Spitzenspiel an den Tag legen muss.

Thierry Omeyer, der bis dahin überhaupt noch nicht im Spiel war, nagelte seinen Kasten zu und im Angriff fanden die THW-Schützen um Filip Jicha zu gewohnter Treffsicherheit. Die Löwen verloren in dieser Phase ihre Ordnung und mit jedem Treffer der Kieler wurde die Hektik im Spiel der Hausherren größer. Die Norddeutschen legten einen 8:1-Lauf hin und führten kurz vor der Pause mit 14:17.

Dann gelang Michael Müller nach rund zehn Minuten wieder der erste Treffer für die Gastgeber. Das half aber nichts mehr, die Löwen lagen zur Pause mit 16:18 zurück und hatten ihren schönen Vorsprung leichtfertig hergegeben.

Umkämpftes Spiel nach der Pause

Hoffnung keimte zu Beginn der zweiten Hälfte auf, als zwei technische Fehler von Aron Palmarsson den Löwen den 18:18-Ausgleich bescherten. Es folgte eine hart umkämpfte Phase, in der sich keine Mannschaft einen entscheidenden Vorteil erkämpfen konnte.

Löwen-Coach Gudmundur Gudmundsson wechselte in der 38. Minute im Tor Henning Fritz für Stojanovic ein, der nach starkem Auftakt kaum noch eine Hand an den Ball bekam. Entscheidenden Einfluss auf das Spiel hatte dieser Wechsel nicht, da auch Fritz sich selten auszeichnen konnte.

Omeyer macht den Unterschied

Das tat auf der anderen Seite dafür der Franzose Omeyer. Er war letztlich der Mann, der den Unterschied ausmachte. Beim Stand von 22:22 ließ er erneut über sieben Minuten keinen Treffer zu und sorgte damit für die Vorentscheidung. In dieser Phase zog der THW davon, wobei Omeyer das 25:22 grandios vorbereitete.

Er fing einen langen Pass von Henning Fritz ab, dribbelte nach vorne und bediente Daniel Narcisse, der sicher vollendete. Auf dem Rückweg ins Tor wurde Omeyer von Gensheimer behindert, der dafür zwei Minuten auf die Bank musste. Davon erholten sich die Löwen nicht mehr.

Dennoch blieb die Atmosphäre hitzig. Omeyer geriet noch einmal mit Gensheimer aneinander und machte sich dabei mit einer Schauspieleinlage keine Freunde. Ab Spielverlauf änderte das alles nichts mehr, die Kieler gewannen die Partie mit 30:27 und feierten den fünften Sieg im fünften Spiel. Die Rhein-Neckar-Löwen kassierten nach der Pleite gegen Burgdorf die zweite Niederlage in Serie.

Lars Ahrens

sportal.de / sportal

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