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Handball-WM: Da wächst was zusammen

Die Stimmung in der deutschen Handball-Nationalmannschaft ist nach dem gelungenen Start in die Weltmeisterschaft gut, trotzdem wird tief gestapelt. Allerdings nicht ohne Grund: Mit Mazedonien und Polen stehen der Truppe von Bundestrainer Heiner Brand noch harte Brocken bevor.

Selbstbewusst, gut gelaunt und mit dem geheimen Wunsch nach einem erneuten großen Coup visieren die deutschen Handballer bei der WM in Kroatien ihre ersten beiden Endspiele an. Mit einem Sieg gegen das Überraschungs-Team Mazedonien an diesem Mittwoch (ab 17.30 Uhr im Liveticker von stern.de) kann der neu formierte Titelverteidiger schon vor der Neuauflage des WM-Endspiels von 2007 gegen Polen den Einzug in die Hauptrunde perfekt machen. "Wir haben die Mittel, das Spiel der Mazedonier einzudämmen, ihren Star Kiril Lazarov einzufangen, das Spiel zu gewinnen und dann in die Hauptrunde einzuziehen", verkündete Torhüter Johannes Bitter und verriet: "Wir sind selbstbewusster geworden und haben Ziele. Aber die werden wir nicht äußern, sondern nur intern drüber reden."

Als Spitzenreiter in der Gruppe C mit 5:1 Punkten hat die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) glänzende Aussichten, einen Spieltag vor Vorrundenabschluss die zweite Turnierphase zu erreichen. "Tabellenführer zählt gar nichts", warnte dennoch Kapitän Michael Kraus und erinnerte an die Olympischen Spiele in Peking, als die Mannschaft mit fünf Punkten in der Vorrunde ausgeschieden war. "Diese Rechnerei interessiert uns nicht mehr. Den Fehler machen wir nicht mehr."

Die Deutschen sind - wie immer - eine Turniermannschaft

Wie seine Spieler trauerte auch Bundestrainer Heiner Brand dem verlorenen Punkt gegen Russland nach. "Mir wäre wohler, wenn wir 6:0 Punkte hätten. Nun haben wir die Situation, dass ein ganz hartes Rennen um die Teilnahme an die Hauptrunde stattfindet. Dafür müssen wir mindestens ein Spiel gewinnen", erklärte der Gummersbacher, der für die Vorrunde auf eine Nachnominierung für den verletzt ausgeschiedenen Christian Sprenger verzichtet. Kraus setzt darauf, dass sich die Mannschaft weiter steigert. "Wir haben die Aufgaben bisher ganz gut gelöst. Wir sind eine Turniermannschaft und werden immer besser", sagte der Spielmacher.

Mazedonien hatte am Montag überraschend gegen den WM-Zweiten Polen mit 30:29 gewonnen und damit für einen Paukenschlag gesorgt. "Wir haben überraschend zur Kenntnis genommen, wie das gelaufen ist", sagte Bitter. Insbesondere Rückraum-Star Lazarov war von den Polen nicht zu halten und warf 13 Tore. "So einen Mann kannst Du nicht ausschalten", behauptete Abwehrchef Oliver Roggisch, blickte aber bereits voraus auf das letzte Vorrundenspiel gegen Polen: "Wenn wir gegen Mazedonien gewonnen haben, haben wir ein supergeiles Endspiel gegen Polen. Das ist dann wie bei der WM vor zwei Jahren."

Teamgeist als Grundlage

Wie bei der Heim-WM soll auch in Kroatien der Teamgeist die Grundlage für ein erfolgreiches Turnier sein. "Die Stimmung ist sensationell gut. Wir lachen viel und haben Spaß zusammen. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass eine ganz, ganz geile Mannschaft zusammenwächst", berichtete Michael Kraus, ehe er dem Physiotherapeuten Peter Gräschus vor laufender Kamera als Dank für die Pflege der lädierten Wade ein Küsschen auf die Wange drückte. "Wir haben ja auch keinen Grund für schlechte Stimmung", sagte Brand. "Nun müssen wir mit der guten Laune die nächsten Spiele angehen."

Martin Kloth/DPA / DPA

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