Handball-WM Kantersieg gegen Katar


Mit dem Sieg über Katar hat sich die deutsche Nationalmannschaft den Einzug in die Hauptrunde gesichert.

Auf der Baustelle Pavilhao Multiusos haben die deutschen Handballer mit dem Sieg im Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft das Fundament für den Einzug in die Hauptrunde geschaffen. Der EM-Zweite feierte am Montag in Viseu mit dem erwartet deutlichen 40:17 (23:8) gegen Katar ein Tore-Festival und einen optimalen Einstand in der Vorrundengruppe B.

"Vorbereitung auf die ganz schweren Spiele"

Vor nur 400 Zuschauern war der Magdeburger Stefan Kretzschmar (7/2) bester Torschütze für die Auswahl des Deutschen Handball- Bundes (DHB), die heute auf Australien trifft. Katar verlor in der 55. Minute Hassan Othman, der nach einem groben Foul die Rote Karte sah.

"In der ersten Halbzeit haben wir unser Ziel erreicht. In der zweiten haben wir dann etwas nachgelassen, was ich verstehen kann, was aber nicht ganz zu meiner Zufriedenheit war", monierte Bundestrainer Heiner Brand. Aber auch der Coach sah die Auftaktpartie nur "als Vorbereitung auf die ganz schweren Spiele, die noch auf uns zukommen". Und Linksaußen Kretzschmar ergänzte: "Wir haben sehr konzentriert angefangen, vor allem in der Abwehr. Da hatte Katar auch nicht so die spielerischen Mittel."

In der noch in der letzten Bauphase befindlichen neuen Arena hatte die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) im Gegensatz zuvor noch nicht einmal eine Trainingseinheit absolviert. Lediglich eine kurze Hallenbesichtigung gut fünf Stunden vor Spielbeginn war dem Brand-Team vergönnt. Das Abschlusstraining am Vorabend fand im nicht WM-tauglichen Palacio Desportos statt. "Ob ich nun hier trainiere oder in der anderen Halle, ist mir egal", meinte Brand.

Dies erwies sich für das deutsche Team jedoch nicht als Nachteil. Die zwar wendigen, aber in jeder Hinsicht harmlosen Asiaten konnten dem Favoriten in keiner Phase Paroli bieten. So nutzte die DHB- Auswahl die erste Begegnung mit den Handballern aus dem Scheichtum Katar, um Spielzüge und einstudierte Kombinationen zu festigen. "Letztlich war eine qualifizierte Trainingseinheit", urteilte Kreisspieler Christian Schwarzer (Lemgo).

Brand hatte im Vorfeld gemahnt, Katar als Zweiten der Asien- Qualifikation nicht zu unterschätzen, weil sie unter anderem Südkorea mit 38:25 besiegt hatten. An eine solche Torausbeute war für die Katarer nicht in Ansätzen zu denken. Im Gegenteil. Die DHB-Auswahl dominierte von der ersten Minute an das Spiel nach Belieben. Von 3:0 (3.) über 8:1 (8.) und 16:6 (22.) demonstrierte der EM-Zweite bis zum 23:8-Pausenstand unerbittlich seine Überlegenheit.

Erst im zweiten Durchgang, als Brand zahlreiche seiner Ergänzungsspieler einsetzte, schlichen sich Nachlässigkeiten und Unkonzentriertheiten ins Spiel des Titelkandidaten ein. Die Torchancen wurden nicht mehr so konsequent genutzt und in der Abwehr taten sich Löcher auf, die Katar zu sehenswerten Treffern nutzte. Vom 19-Tore-Vorsprung beim 28:9 (37.) blieb vier Minuten später noch ein Vorteil von 16 Treffern (29:13). Aber der Favorit fing sich wieder. "Niemand kann bei einem solchen Gegner so eine Konzentration über die ganzen 60 Minuten halten", meinte Kretzschmar.

Martin Kloth DPA

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