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Klitschko-Comeback: Schwupps, da isser wieder

Die Box-Welt spielt verrückt: Erst ließ sich Teddybär Axel Schulz bei seinem Comeback-Fight windelweich prügeln, demnächst wird Box-Opa Henry Maske wohl auf die Ohren bekommen und jetzt auch noch das: Der ältere der beiden Klitschko-Brothers steigt wieder in den Ring. Viel Glück!

Knapp 15 Monate nach seinem verletzungsbedingten Rücktritt steigt Vitali Klitschko wieder in den Ring. Und das aller Voraussicht nach gleich mit einem WM-Titelkampf. In Moskau will der ältere der beiden Klitschko-Brüder gegen den gebürtigen Kasachen Oleg Maskaev, amtierender Schwergewichtsweltmeister nach Version der WBC, antreten und sich den Gürtel zurückholen, den er nach seinem Rückzug als amtierender Champion zurückgeben musste. Die Verhandlungen dazu stehen kurz vor dem Abschluss. Das meldete am Mittwoch "RTL aktuell". Der Kölner Fernsehsender wird das Comeback von Vitali Klitschko live übertragen.

WBC-Präsident muss noch zustimmen

Der 2,02 Meter große Hühne beruft sich übrigens bei seinen Comebackplänen auf eine schriftlich fixierte Zusage des World Boxing Council (WBC). Dessen in Cancun/Mexiko lebender Präsident Jose Sulaiman hatte Klitschko zu einem "Champion Emeritus" (Weltmeister im Ruhestand) erklärt und ihm die Türen für ein Comeback als Pflicht-Herausforderer in einem WM-Kampf offen gehalten. Klitschko will das Angebot jetzt annehmen und erwartet von Sulaiman grünes Licht. "Sollte der WBC-Präsident zustimmen, kann Vitali im April oder Mai um den WBC-Titel kämpfen", sagte Klitschko-Berater Bernd Bönte am Donnerstag.

"Jeder von uns hat Träume. Ich habe immer geträumt, gleichzeitig mit meinem Bruder Weltmeister zu sein. Vor gut einem Jahr bin ich wegen einer schwierigen Kreuzbandverletzung zurückgetreten. Heute bin ich topfit und bereit, meinen Traum wahr zu machen", sagte Klitschko und fügte hoch hinzu: "Ich fühle mich sehr gut und brauche keinen Aufbaukampf zu machen, sondern kann meinen Status als emeritierter Champion nutzen und direkt gegen den Weltmeister kämpfen." Wladimir Klitschko zeigte sich hocherfreut über die Pläne des älteren Bruders und schickte gleich noch eine Warnung an alle potenziellen Gegner hinterher: "Wenn mein Bruder zu hundert Prozent fit und bereit ist für den Kampf, gibt es keinen, der ihn schlägt. Auch ich nicht."

Maskaev mit beeindruckender Kampf-Bilanz

Auch Trainer-Legende Fritz Sdunek blickt dem Comeback seines einstigen Schützlings positiv entgegen: "Er ist hoch motiviert. Ein ehrgeiziger Typ ist er schon immer gewesen, und ich denke, er wird es wieder schaffen." Vitali Klitschko tritt zu seinem Comeback mit einer Kampfstatistik von 35 Siegen (davon 34 durch K.O.) und nur zwei Niederlagen in 37 Profikämpfen an. Am 11. Dezember 2004 hatte der 2.02 Meter große Schwergewichtschamp letztmalig im Ring gestanden. Gegen den Engländer Danny Williams siegte er durch technischen K.O. in der achten Runde und verteidigte damit seinen WBC-Titel, den er sich zuvor am 24. April gegen den Südafrikaner Corrie Sanders ebenfalls durch technischen K.O. geholt hatte.

2005 musste er eine Pflichtverteidigung gegen den US-Amerikaner Hasim Rahman mehrmals wegen diverser Verletzungen und einer Rückenoperation absagen. Als dann auch noch ein Kreuzbandriss im rechten Knie diagnostiziert wurde, gab Vitali Klitschko am 9. November als amtierender Champion seinen Rücktritt bekannt. Oleg Maskaev gewann den WBC-Titel im Schwergewicht am 12.August 2006 gegen Hasim Rahman durch K.O. in der 12. Runde. Seine Kampfstatistik weist bei 39 Profikämpfen 34 Siege und fünf Niederlagen auf.

kbe mit DPA

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