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Lance Armstrong: "Ich komme wieder"

Das Sensations-Comeback ist bestätigt: Rekord-Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong will erneut beim härtesten Radrennen der Welt antreten und seinen achten Sieg einfahren. Der 36-Jährige will damit den Kampf gegen Krebs unterstützen - und vielleicht auch beweisen, dass er ohne Doping gewinnen kann.

Der siebenmalige Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong kehrt in den Profi-Radsport zurück und strebt einen achten Triumph bei der Frankreich-Rundfahrt an. "Ich komme wieder", sagte der 2005 zurückgetretene Amerikaner in einem Interview der "Vanity Fair". "Ich werde versuchen, eine achte Tour de France zu gewinnen." Zuvor hatte Armstrong auf seiner Internet-Homepage verkündet: "Nach Gesprächen mit meinen Kindern, meiner Familie und engen Freunden bin ich glücklich über die Ankündigung, dass ich in den Profiradsport zurückkehre, um auf die Last der Krebskrankheit aufmerksam zu machen." Armstrong war 1996 an Hodenkrebs erkrankt und wurde geheilt. Sein Anwalt Bill Stapleton sagte der Nachrichtenagentur AP: "Wir werden nicht versuchen, Zweiter zu werden." Bei welchem Rennstall Armstrong sein Comeback feiern werde und welche anderen Rennen der 36-Jährige bestreiten wolle, sei noch offen.

Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, der Rennstall Astana halte eine Tür für Armstrong offen, der im Oktober 37 Jahre alt wird. Armstrongs früherer Teamchef und Mentor Johan Bruyneel, jetzt Manager der Andreas Klöden-Mannschaft Astana, sagte am Dienstag am Rande der Vuelta: "Wenn er es ernst meint, kann ich nur sagen: Ich habe ein Team und kann mir nur schwer vorstellen, Lance bei einem Rennen in einem CSC- oder Rabobank-Trikot zu sehen." Ein direkter Kontakt soll aber noch nicht zustande gekommen sein.

Astana-Sprecher Philippe Maertens hatte zuvor gesagt: "Wenn es eine Möglichkeit gäbe, ihn zu verpflichten, würden wir natürlich darüber nachdenken. Er wäre willkommen. Johan und Lance stehen zwar immer locker in Verbindung, in letzter Zeit hatten sie aber keinen Kontakt." Das von der kasachischen Industrie gepäppelte Team war in diesem Jahr wegen seiner Doping-Vergangenheit nicht zur Tour zugelassen worden.

Ein Indiz für die Ernsthaftigkeit der Pläne des Tour-Rekordsiegers war seine Anmeldung im Pool bei der US-Anti-Doping-Agentur im August - Voraussetzung für die Aufnahme des Rennbetriebes. Armstrong sei in das Testprogramm für Kontrollen außerhalb des Wettkampfes aufgenommen worden, bestätigte eine Sprecherin der Agentur. Das US-Fachmagazin "VeloNews" meldete, dass er seine Blutwerte im Internet veröffentlichen werde, "um totale Transparenz zu gewährleisten und zu zeigen, dass er ein sauberer Athlet ist".

Leidet Armstrong unter den Doping-Vorwürfen?

Armstrong wurde während und nach seiner Karriere immer wieder mit Doping in Verbindung gebracht und führte deshalb zahlreiche Prozesse. Im August beendet er ein 160 Kilometer-Mountainbike-Rennen in den Rocky Mountains als Zweiter. Davor tat sich der Amerikaner, dem Reporter der französischen Sportzeitung "L'Équipe" vor drei Jahren durch eine nachträglich vorgenommene Urin-Analyse aus dem Jahr 1999 EPO-Doping nachgewiesen hatten, zweimal beim New York Marathon hervor.

"Wenn er zurückkommen will, hat er jedes Recht dazu", sagte Weltverbands-Präsident Pat McQuaid, der vermutet, dass Armstrong unter den Doping-Anschuldigungen der Vergangenheit, die "niemals bewiesen wurden", leidet. Das neu installierte Anti-Doping-Programm mit der Einführung biologischer Pässe der Fahrer könnte Armstrong bei einer Rückkehr nach den Worten des Iren helfen, "zu beweisen, der Athlet zu sein, der er nach seinen Beteuerungen immer war".

Durch seine Anmeldung im Anti-Doping-Pool könnte Armstrong vom 1. Februar 2009 an internationale Rennen bestreiten. Die Tour of California, die laut "VeloNews" neben der Frankreich-Rundfahrt, Paris-Nizza, Dauphiné Libéré und der Georgia-Rundfahrt zu Armstrongs Programm 2009 gehören soll, beginnt im kommenden Jahr am 14. Februar.

AP/DPA / AP / DPA

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