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Dreifache Biathlon-Weltmeisterin: Laura Dahlmeier - Deutschlands neue Ms. Cool

Langsam wird die Erfolgsserie von Laura Dahlmeier unheimlich. Der neue Star am Biathlon-Himmel sicherte sich sein drittes WM-Gold - damit ist sie eine würdige Nachfolgerin von Magdalena Neuner.

Laura Dahlmeier ist der neue Superstar des Biathlon

"Die Abgeklärtheit, die Coolness": Laura Dahlmeier zeigt mit ihren Fingern an, wie oft sie schon Gold bei der Biathlon-WM gewonnnen hat

In der Winterhitze von Hochfilzen klappte Weltmeisterin Laura Dahlmeier nach ihrem Gold-Triple am Mittwoch fast zusammen. In der Leader's Lounge musste sich Teamarzt Klaus Marquardt um die Biathletin kümmern. "Ich hatte Probleme mit dem Blutdruck", erzählte Dahlmeier danach. Zur Siegerehrung war sie wieder fit, mit etwas Verspätung kletterte die 23-Jährige auf das Podest nach ganz oben und nahm ihre dritte Goldmedaille bei der WM in Hochfilzen entgegen: "Die Lockerheit ist das Geheimnis", sagte sie über ihren jüngsten Triumph über die klassischen 15 Kilometer.

In unnachahmlicher Art hatte Dahlmeier im Biathlon-Klassiker einen erstaunlichen Rekord eingestellt. Saisonübergreifend hat sie ihre neunte WM-Medaille in Serie gewonnen, nach fünf Medaillen in Oslo 2016. Nicht einmal Magdalena Neuner hatte das geschafft: Dreimal Gold und zweimal Silber 2011 in Sibirien waren die reichste Ausbeute der Rekord-Weltmeisterin, die aber nie bei einem Großereignis die 15 Kilometer gewinnen konnte.

Laura Dahlmeier ist Neuners würdige Nachfolgerin

In Dahlmeier hat der frühere Superstar des deutschen Biathlons, der 2012 zurückgetreten war, eine würdige Nachfolgerin. Neuner ist begeistert: "Es ist einfach großartig, was sie macht. Vor allem die Art, wie sie es macht, ist total beeindruckend, mit der Abgeklärtheit, der Coolness."

Neuner hätte nichts dagegen, wenn Laura Dahlmeier ihren WM-Rekord eines Tages bricht: "Von mir aus soll sie es tun. Ich wünsche ihr das Beste, dass sie so viele Medaillen holt, wie sie schaffen kann." Wie Neuner kommt Dahlmeier aus Garmisch-Partenkirchen. Sie waren früher in einer Trainingsgruppe: "Laura war immer ein Talent. Es war schon absehbar, dass sie es in die Weltspitze schaffen kann."

Dahlmeier stammt aus einer Sportlerfamilie. Ihre Eltern waren Moutainbikefahrer, die nationale und internationale Titel gewannen. Mit sieben Jahren hielt Dahlmeier zum ersten Mal ein Biathlongewehr in der Hand. Es dauerte zwei Jahre, bis sie sich für diesen Sport statt für das alpine Skirennen entschied. Mit 17 gewann sie die ersten größeren Titel. 2013 holte sie drei Goldmedaillen bei den Jugend-Weltmeisterschaften und wurde zur deutschen Juniorsportlerin des Jahres gewählt.

Laura Dahlmeier ist begeisterte Bergsteigerin

Seitdem hat sie ihren Weg konsequent weiter verfolgt. Wenn sie nicht in der Loipe und am Schießstand trainiert, bleibt sie den Bergen treu. Dahlmeier ist begeisterte Bergsteigerin. Nach der WM vor einem Jahr reiste sie erst einmal in den Himalaya, um die Gipfel von zwei Sechstausendern zu besteigen. Auf ihrer Homepage berichtet sie ausführlich von dem Trip und  anderen Touren, die sie regelmäßig unternimmt.

Ihre Lockerheit ist ihr Markenzeichen. Eine gehörige Portion Ehrgeiz gehört selbstverständlich auch dazu. Vor der WM hat sie sich die Dokumentation "'Mit den Waffen einer Frau" angesehen, die Neuners Aufstieg zur deutschen Biathlon-Queen im Jahr 2007 beschreibt, wo sie bei der WM drei Mal Gold gewinnt. Dahlmeier ist sich ihrer Rolle als neue Nummer eins bewusst, auch wenn sie das nicht nach außen kehrt. Schon als Sechsjährige hatte Dahlmeier in ein Poesiealbum als Traumberuf geschrieben: "Olympiasiegerin oder Hüttenwirtin." Im nächsten Jahr bei Olympia in Südkorea könnte es klappen - wenn sie gesund bleibt.

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Mit Material von DPA

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