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Leichathletik-WM: Usain Bolt "joggt" durch den Vorlauf

Usain Bolt ist gewohnt locker und lässig in die Leichtathletik-WM gestartet. Seinen ersten Lauf über 100 Meter gewann der Weltrekordler in 10,20 Sekunden. Auch Tyson Gay lief souverän und sicherte sich die Vorlauf-Bestzeit. Die erste deutsche Medaillenhoffnung endete hingegen in einer Enttäuschung.

Er war die erste deutsche Medaillenhoffnung, doch für Geher André Höhne endete der Wettbewerb über 20 Kilometer in einer Enttäuschung. Der Lokalmatador belegte vor 100.000 Zuschauern im Ziel am Brandenburger Tor mit 1:21:59 Stunden nur Rang 14.

Mit einem lockeren Vormittags-Jogging über 100 Meter hat Olympiasieger Usain Bolt seine Goldmission bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin gestartet, für die Gastgeber begann die Gala-Schau mit einem Paukenschlag: Antje Möldner hat zum Auftakt der Laufwettbewerbe für das gesamte deutsche Team ein Fanal gesetzt. In 9:21,73 Minuten verbesserte die Potsdamerin am Samstag im ersten Vorlauf über 3.000 Meter Hindernis ihren eigenen deutschen Rekord um fast sechs Sekunden und erreichte souverän den Endlauf am Montag. "Das ist kaum zu glauben. Ich war so müde, weil ich heute schon um 6.15 Uhr aufstehen musste", meinte Möldner.

Weltrekordler Bolt spazierte unterdesssen im neunten Vorlauf vor 15.000 Zuschauern mit 10,20 Sekunden in die Zwischenrunde und hatte kaum einen Blick für seinen großen Konkurrenten Tyson Gay übrig. Der Titelverteidiger aus den USA rannte in 10,16 Sekunden Vorlauf-Bestzeit, Zweitschnellster war der ehemalige Dopingsünder Dwain Chambers (Großbritannien/10,18). Am Sonntagabend kommt es im Olympiastadion zum Showdown der schnellsten Männer der Welt.

"Es hat ein bisschen weh getan, aber es ist okay", meinte Gay, "ich war in den letzten Tagen nicht mehr im Startblock." Der Dreifach-Weltmeister von Osaka plagte sich mit einer leichten Leistenverletzung, ist aber jetzt fit für den Giganten-Gipfel. Bolt verließ den Schauplatz ohne ein Wort.

Ratlos waren dagegen die deutschen Sprinter - bis auf Martin Keller: Der 22 Jahre alte Chemnitzer schaffte bei seiner WM-Premiere als einziger den "Sprung" in den Zwischenlauf am Abend. Die 10,35 Sekunden reichten gerade so, um sich über die Zeit zu qualifizieren. "Es war mein Ziel, dass ich weiterkomme. Ich wusste auch, dass ich den schwersten Vorlauf von uns Dreien hatte", meinte er. Stefan Schwab (Schwarzenbek) und der deutsche Meister Tobias Unger Kornwestheim/Ludwigsburg) verpassten mit 10,50 beziehungsweise 10,42 ihre persönliche Bestzeiten deutlich. Beide trabten enttäuscht aus dem Stadion und können sich nun auf die Staffel konzentrieren.

Mit Ralf Bartels (Neubrandenburg) und Peter Sack (Leipzig) standen zwei Deutsche im Kugelstoß-Finale am Samstagabend. Europameister Bartels stieß in der Qualifikation 20,41 Meter und erfüllte damit die Finalnorm von 20,30 Metern. Sack schaffte es mit 20,20 Metern unter die besten Zwölf. Junioren-Europameister David Storl schied dagegen als 28. der Qualifikation aus. "Ich hatte gehofft, dass wir es alle drei schaffen", sagte Bartels. Bester war Olympiasieger und WM- Favorit Tomasz Majewski aus Polen mit 21,19 Metern.

Sergej Litvinov hat sich gleich mit seinem ersten Versuch in der Hammerwurf-Qualifikation für das Finale am Montag durchgesetzt. Der Frankfurter schleuderte das Gerät auf 77,68 Meter und übertraf damit die Qualifikationsweite um 18 Zentimeter. Während 400-Meter-Läuferin Sorina Nwachukwu (Leverkusen) mit 51,74 Sekunden ins Halbfinale kam, schied Dreispringerin Katja Demut sang- und klanglos aus: Mit 11,38 Metern war die Jenaerin nur 34. und damit Letzte der Qualifikation.

Ralf Jarkowski/DPA

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