Masters-Turnier Perfektionist Federer entthront Coria


Der Weltranglistenerste Roger Federer besiegte im Finale Titelverteidiger Guillermo Coria mit 4:6, 6:4, 6:2, 6:3 und kassierte 396 000 Euro Preisgeld.

Tennis-Perfektionist Roger Federer hat zum zweiten Mal nach 2002 das Masters-Turnier am Hamburger Rothenbaum gewonnen. Der Weltranglistenerste aus der Schweiz besiegte im Finale am Sonntag Titelverteidiger Guillermo Coria mit 4:6, 6:4, 6:2, 6:3 und kassierte 396 000 Euro Preisgeld. Der "Sandfloh" aus Argentinien, dem Blasen an der rechten Schlaghand zu schaffen machten, bekam nach 31 Sandplatz-Matches ohne Niederlage von Federer seine Grenzen aufgezeigt, bekam als Trostpflaster aber 198 000 Euro. In 2:22 Stunden verdeutlichte Weltmeister, Wimbledon- und Australian-Open- Sieger Federer, dass er reif ist für den nächsten Grand-Slam-Titel, seinen ersten auf Sand. Bei den am 24. Mai beginnenden French Open ist Federer der Topfavorit.

Der 22-Jährige entschädigte ein wenig für das frühe Ausscheiden der Haas, Schüttler & Co. Die 12 100 Fans bekamen am Sonntag doch noch einen deutsch sprechenden Sieger präsentiert. Der bescheiden auftretende Eidgenosse strotzte schon vor dem Endspiel vor Selbstbewusstsein: "Den Roger Federer, der sich selbst stoppt, den gibt’s nicht mehr so oft", hatte er nach dem fast fehlerlosen Halbfinal-Match gegen Lleyton Hewitt angekündigt.

Zunächst fand Federer nicht ins Spiel

Auch Coria konnte im ersten Vergleich der beiden Tennis-Stars Federers 15. Turniersieg nicht verhindern, obwohl es zu Beginn des Endspiels aussah, als stecke dem Favoriten noch der Besuch beim Konzert von Britney Spears in den Knochen. Federer leistete sich ungewöhnlich viele leichte Fehler, ließ sich in lange Grundlinienduelle mit dem wieselflinken Argentinier verwickeln und verlor prompt den ersten Satz. Doch dann rückte Federer die Kräfteverhältnisse im Duell der beiden Topgesetzten zurecht - letzmals hatte es diese Final-Konstellation 1987 gegeben, als sich Ivan Lendl und Miroslav Mecir gegenüber standen.

Der Deutsche Tennis Bund sucht einen neuen Präsidenten

Der Deutsche Tennis Bund (DTB) kämpft inzwischen nicht nur ums Überleben des Turniers, sondern muss sich auch einen neuen Präsidenten suchen. "Der Verband muss hauptamtlich geführt werden. Dafür aber stehe ich nicht zur Verfügung", sagte Georg von Waldenfels der dpa. Die Amtszeit des 59-Jährigen endet im September 2005. Die Voraussetzungen für den Strukturwechsel müssen die Landesverbände schaffen. Das größere Problem freilich wird sein, einen kompetenten und zugleich mehrheitsfähigen Kandidaten zu finden.

Von Ines Reichelt und Andreas Bellinger/DPA


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