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Mehr Sport: Robert Harting erreicht das Diskus-Finale

Robert Harting kämpft bei der WM in Daegu im Diskusring nicht nur mit seinen Gegnern, sondern auch mit sich selbst. Das angeschlagene Knie bereitet ihm große Probleme bei der Mission Titelverteidigung. Die erste Hürde in der Qualifikation meisterte er souverän.

Robert Harting hat bei der WM in Daegu als einziger Deutscher das Finale der Diskuswerfer erreicht. Der Titelverteidiger trotzte seinen Knieproblemen und schaffte in der Qualifikation die fünftbeste Weite. 

Harting hatte zuletzt noch im Trainingslager in Kienbaum unter einer Entzündung der Patellasehne im linken Knie gelitten und ständig über Schmerzen geklagt. "Drei Spritzen ins Knie heute, drei Spritzen morgen - das geht schon", versicherte der 26-Jährige.

Zweimal schleuderte Harting die Zwei-Kilo-Scheibe aus dem Ring. Nach dem ersten Wurf von 64,93 Meter kam er noch auf 63,75 Meter - und packte dann seine Tasche, obwohl die fürs Finale geforderte Weite höher lag.

Die Norm ist ein Witz 

"Bei dieser Hitze wollte ich nur noch raus. Die Quali-Norm von 65,50 ist ein Meter mehr als sonst immer. Das ist ein Witz, das schaffen in der zweiten Gruppe höchstens zwei", sagte er. Keiner der 31 Diskuswerfer erreichte am Ende die Norm, nur vier waren besser als der Weltmeister von 2009.

Der Pole Piotr Malachowski (65,48), der Harting vor einem Jahr bei der EM in Barcelona bezwang, kam als Bester bis auf zwei Zentimeter an die Quali-Norm heran. Im Feld der zwölf Finalisten ist Harting allerdings die einzige DLV-Hoffnung. Denn seine Mannschaftskollegen Markus Münch (60,80 Meter) und Martin Wierig (61,68) schieden aus.

Im Finale am Dienstag will Harting noch einmal alles geben, um vor allem seine Fans nicht zu enttäuschen: "Man muss sich schon selber pushen. Geht's nicht weit, ist es schon peinlich", meinte der einzige Titelverteidiger im 71-köpfigen deutschen Team.

Ein Hürdenläufer sorgt für Erstaunen

Georg Fleischhauer ist derweil mit einem furiosen 400-Meter-Hürden-Lauf ins Halbfinale gerannt. Der WM-Neuling verbesserte als Dritter im ersten Vorlauf seine persönliche Bestzeit von 49,50 Sekunden gleich auf 48,72 und schüttelte anschließend fassungslos den Kopf. Fleischhauer war in diesem Jahr nicht einmal deutscher Meister geworden: Bei den Titelkämpfen in Kassel hatte seine Trainerin Erika Falz vergessen, rechtzeitig die Startkarte für den 22-Jährigen abzugeben.

Ausgeschieden ist dagegen Stefan Uliczka. Der Läufer von der SG TSV Kronshagen/Kieler TB wurde im ersten von drei Vorläufen über 3000 Meter Hindernis in schwachen 8:37:35 Minuten nur Zehnter. Der 27-Jährige hatte den Endlauf angepeilt, wusste aber schon vorher: "Im Vorlauf muss ich eine neue Bestleistung aufstellen, um das zu schaffen."

Oeser gut gestartet 

Für Vizeweltmeisterin Jennifer Oeser lief es in den ersten zwei Disziplinen des Siebenkampfes gut. Sie begann über 100 Meter Hürden mit 13,33 Sekunden und schaffte im Hochsprung 1,83 Meter. Nach diesen Leistungen liegt sie hinter der Olympia-Zweiten Hyleas Fountain (USA/2228 Punkte), Titelverteidigerin Jessica Ennis (Großbritannien/2187) und Tatyana Chernova (Russland/2093) mit 2091 Punkten an vierter Position.

Lilli Schwarzkopf von der LG Rhein-Wied lief 13,36 Sekunden im Hürdensprint und überwand im Hochsprung 1,80 Meter. Damit liegt die ehemalige EM-Dritte mit 2006 Punkten an 14. Stelle. Die Neubrandenburgerin Julia Mächtig rannte 14,15 Sekunden schnell und meisterte ebenfalls 1,80 Meter im Hochsprung. Dies reichte zu Platz 22 unter 28 Starterinnen.

sportal.de / sportal
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