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Mehr Sport Rugby-WM - England bezwingt Argentinien


Schwarz, das ist seit jeher im Rugby die Farbe der neuseeländischen Nationalmannschaft, die daher auch die All Blacks genannt wird. Ausgerechnet bei ihrer Heim-WM müssen die Gastgeber nun mit ansehen, wie der Erzrivale aus England ebenfalls im komplett schwarzen Dress aufläuft.

England hat sein Auftaktmatch bei der Rugby-WM in Neuseeland gegen Argentinien glücklich mit 13:9 gewonnen. Im zweiten Spiel der Gruppe B setzte sich Schottland mit 34:24 gegen Rumänien durch. 

Vor der WM wurde viel über die Auswärtstrikots der Engländer diskutiert. Die traten im ersten Spiel nämlich ganz in Schwarz an. Mit dieser Farbe werden jedoch seit jeher im Rugby die All Blacks aus Neuseeland in Verbindung gebracht. Entsprechend empört fielen die Reaktionen im Gastgeberland aus. 

Von Respektlosigkeit war die Rede und ein Maori-Häuptling soll sogar Argentinien aufgefordert haben, Rache dafür zu üben, dass England im Spiel gegen die Südamerikaner ganz in Schwarz auflaufen wollte.

Nur die Optik erinnert an Neuseeland 

Sportlich hatte Neuseeland sich nichts anmerken lassen und das Auftaktmatch gegen Tonga mit 41:10 gewonnen. Von der Leichtigkeit der echten All Blacks waren die "falschen“ aus Großbritannien in ihrem Duell gegen die starken Argentinier weit entfernt. Nur mit viel Glück gewann England vor 30.000 Zuschauern im komplett überdachten Otago Stadium in Dunedin mit 13:9.

Englands Coach hatte vor der Partie entschieden, Superstar Jonny Wilkinson in die Stammformation rücken zu lassen, weshalb Toby Flood zuschauen musste. Wilkinson führte England 2003 zum Titelgewinn und war 2007 maßgeblich für den Finaleinzug verantwortlich, inzwischen ist für den 32-Jährigen die Konkurrenz im eigenen Lager mit Toby Flood aber riesig. Wilkinson gilt als einer der besten Kicker der Welt und bekleidet als Fly-half (Verbinder) eine Position, die im Fußball am ehesten mit einem Spielmacher zu vergleichen ist.

Es geht ordentlich zur Sache 

Solche Luxusprobleme hätten die Argentinier auch gerne gehabt, allerdings ist ihr Star-Verbinder Juan Martín Hernández verletzungsbedingt gar nicht bei der WM dabei. Das war den Pumas jedoch nicht anzumerken. Die Zuschauer bekamen wie erwartet ein unglaublich intensives und vor der Physis dominiertes Duell zu sehen.

Im Mittelpunkt standen zwei knallharte Abwehrreihen, die wenig Offensiv-Zauber zuließen. Dennoch hatten die Argentinier zunächst deutliche Vorteile, konnten diese aber nicht in Punkte ummünzen. Mehrfach wurden sie kurz vor einem erfolgreichen Versuch gestoppt. Da auch einige Kicks von Martin Rodriguez nicht ihr Ziel fanden, blieb es bei einer 9:3-Führung.

Wilkinson erst schwach, dann nervenstark

England konnte sich lange Zeit glücklich schätzen, überhaupt noch im Spiel zu sein. Immer wieder rannten sich die Briten in der argentinischen Deckung fest. Und wenn sie mal einen Penalty-Kick zugesprochen bekamen, dann zeigte ausgerechnet Wilkinson Schwächen. Eine Bilanz von zwei geglückten Kicks bei sieben Versuchen war ganz schwach.

Und doch trug er in der Endphase zum Happy End für England bei. Als Ben Youngs in der 67. Minute der erste und einzige Try des ganzen Spiels gelang und er so auf 8:9 verkürzte, war es Wilkinson, der mit der erfolgreichen Conversion England mit 10:9 in Führung brachte. Wenig später erhöhte er mit einem verwandelten Kick auf 13:9 und sorgte damit für den Endstand.


Im zweiten Spiel der Gruppe B hat Schottland gerade noch eine böse Überraschung gegen Rumänien verhindert. Zwei erfolgreiche Versuche von Simon Danielli in den letzten fünf Minuten bescherten den Schotten einen 34:24-Erfolg. Beim 49:25-Erfolg von Fiji gegen Namibia in Gruppe D war Vereniki Goneva mit vier Versuchen der Sieggarant für den Inselstaat.

Frankreich startet mit Sieg

Nach Gastgeber Neuseeland hat derweil auch Frankreich sein Auftaktmatch in der Gruppe A gewonnen. Die Franzosen, die als Weltranglistenvierter das am höchsten eingestufte Team aus Europa sind, setzten sich gegen Japan mit 47:21 durch. Das deutliche Ergebnis täuschte ein wenig darüber hinweg, dass die Europäer zwischenzeitlich große Mühe mit den Japanern hatten.

Die waren nach verschlafener erster Halbzeit bis auf sieben Punkte herangekommen und mussten sich erst in der Schlussphase geschlagen geben. Japan wartet damit seit fünfzehn Spielen auf einen WM-Sieg. Überragender Mann auf dem Platz war der gebürtige Neuseeländer James Arlidge, der alle 21 Punkte für Japan markierte.

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