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Mehr Sport WM - Frankreich nach 9 -8 gegen Wales im Finale


Großer Kampf trotz Feldverweis des Kapitäns und der Verletzung ihres Routinier hat Wales am Ende nichts genützt. Gegen Frankreich verhinderte am Ende ihre schwache Quote bei Straftritten den Finaleinzug.

Wales ließ sich weder durch das frühe Aus ihres Routiniers Adam Jones, noch einen umstrittenen Platzverweis für Kapitän Sam Warburton unterkriegen und zeigte in Unterzahl eine couragierte Aufholjagd, die am Ende aber nicht belohnt wurde. Frankreich steht nach dem 9:8-Sieg als erster Finalist der Rugby WM in Neuseeland fest.

Wales war über das ganze Spiel gesehen im Eden Park zu Auckland die bessere Mannschaft gewesen und hätte trotz der dramatischen Umstände das Spiel gegen vor allem auf Defensive konzentrierte Franzosen gewinnen können. Doch sie scheiterten letztlich auch, weil sie nach der Führung insgesamt drei eigene Straftritte nicht verwandeln konnten.

"Auch in Unterzahl haben wir ein tolles Spiel gemacht", erklärte Wales-Coach Warren Gatland bei ITV. "Ich bin sehr stolz, müssen daran aber jetzt auch in der Zukunft anknüpfen. Nur ein gutes Turnier reicht nicht."

Die Rote Karte zerstört Wales Spielfluss

Wales hatte die Anfangsphase dominiert, Frankreich tief in die eigene Hälfte gedrängt und war durch einen Straftritt von John Hook (8.) verdient mit 3:0 in Führung gegangen. Doch dann schlug das Schicksal gnadenlos zu: Zunächst verletzte sich kurz danach Adam Jones am Knie und musste ausgewechselt werden. Zwar konnte Wales diesen Rückschlag noch gut wegstecken und zu einer weiteren guten Chance kommen, doch Hook rutschte bei seinem nächsten Kick-Versuch auf dem von heftigen Regenfällen durchweichten Boden aus und vergab.

Härter traf sie dann die Rote Karte für Sam Warburton. Der junge Kapitän wurde für ein von Referee Alain Rolles als gefährlich eingestuftes Tackle des Feldes verwiesen (18.). Eine höchst umstrittene Entscheidung, die die Partie zunächst zu Gunsten der Franzosen kippen ließ. Morgan Parra (22./34.) brachte sie mit zwei verwandelten Kicks bis zum Seitenwechsel mit 6:3 in Führung brachte und sorgte dann kurz nach Wiederbeginn dafür, dass sie sogar auf 9:3 davonziehen konnten - eine lupenreine Tritt-Bilanz der Franzosen.

Wales hoher Aufwand nicht belohnt

Wales fightete jedoch mit dem Mut der Verzweiflung und stemmte sich gegen die drohende Niederlage. Allerdings taten sie sich mit einem Mann weniger zunächst schwer, die engmaschige Defensive der Franzosen zu überwinden. Doch dann brach Mike Phillips (58.) durch, legte den ersten Try des Matches und verkürzte auf 8:9.

Steven Jones vergab zwar die folgende Chance zu erhöhen, doch die Waliser waren zurück im Match. Ein weiteres Mal kamen sie in der spannenden Schlussphase aber nicht durch. Ein Straftritt durch Leigh Halfpenny von kurz hinter der Mittellinie, der das Gestänge nur um Zentimeter (76.) verfehlte, blieb die größte Chance.

So musste Wales den Traum von der Finalteilnahme letztlich begraben. Das Spiel war erst die zweite K.o.Partie in der WM-Geschichte, die mit nur einem Punkt Unterschied entschieden wurde. 1991 hatte Australien sich im Viertelfinale mit 19:18 gegen Irland durchsetzen können.

Malte Asmus 

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