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NFL gesteht Fehler ein: Football-Profi hätte für Gebet nicht bestraft werden dürfen

Husain Abdullah von den Kansas City Chiefs hatte einen Touchdown erzielt, dann sank er zum Gebet zu Boden. Dafür wurde der Muslim von den Schiedsrichtern bestraft. Zu Unrecht, stellte die NFL klar.

Der bekennende Muslim Husain Abdullah spielt in der NFL für die Kansas City Chiefs

Der bekennende Muslim Husain Abdullah spielt in der NFL für die Kansas City Chiefs

Auf Höhe der 40-Yards-Linie hatte der Mann mit der Nummer 39 im roten Trikot das Ei gefangen. Von der Mitte über die rechte Seite war er losgestürmt und ließ sich bis zur Touchdown-Marke nicht mehr aufhalten. Für Husain Abdullah war es der zweite Touchdown seiner Football-Karriere. Unter dem tosenden Jubel der Fans der Kansas City Chiefs sank Abdullah am Montagabend auf die Knie, rutschte einen Meter über den Rasen und senkte dann den Kopf kurz gen Boden zu einem drei Sekunden langen Gebet.

Eine Geste, die Folgen hatte. Der Jubel des Muslims Abdullah war von den Schiedsrichtern der National Football League (NFL) als unsportliches Verhalten angesehen worden - zu Unrecht, wie jetzt die NFL klar stellte. Zwar ist ausschweifender Jubel wie das "going to the ground" im US-Football tatsächlich verboten, nicht jedoch, wenn es sich um religiöse Symbolik handelt. Abdullahs Geste werteten die Funktionäre nun als Gebet, weshalb die Schiedsrichter dies nicht hätten ahnden dürfen.

Abdullahs Team war im Spiel jedoch bestraft worden: Beim darauffolgenden Spielzug mussten die Chiefs einen Raumverlust von 15 Yards hinnehmen. Der Gegner, die New England Patriots, konnten den Vorteil jedoch nicht ausnutzen. Das Spiel gewann Kansas mit 41:14. Doch die Bestrafung durch die Schiedsrichter löste in den USA Empörung aus.

Husain Abdullah entwischt im Spiel gegen die New England Patriots allen Gegner und erzielt einen Touchdown. Anschließend ließ er sich zu einem kurzen Gebet auf dem Rasen nieder.

Husain Abdullah entwischt im Spiel gegen die New England Patriots allen Gegner und erzielt einen Touchdown. Anschließend ließ er sich zu einem kurzen Gebet auf dem Rasen nieder.

Abdullahs Agent CJ Laboy schrieb via Twitter: "Wenn die NFL Abdullahs Touchdown-Jubel mit einer Geldstrafe ahnden will, gibt es Ärger." Dies droht nun nicht mehr. Unter Experten und Fans war eine Debatte losgebrochen, ob die Referees mit zweierlei Maß gemessen hatten. Denn Tim Tebow, von 2010 bis 2012 erfolgreicher und beliebter Quarterback der Denver Broncos, hatte eine Gebetsgeste während der Spiele sogar zu seinem Markenzeichen gemacht.

Tebow ist bekennender Christ. Pressekonferenzen begann er stets mit den Worten: "Als allererstes möchte ich meinem Herrn und Erlöser Jesus Christus sowie meinen Mannschaftskameraden danken." Nach gelungenen Pässen auf dem Spielfeld stürzte er sich nicht in die Jubeltraube seiner Kollegen, sondern praktizierte das nach ihm benannte "tebowing". Dabei nahm er seinen Helm ab, senkte ein Knie zu Boden und stützte seinen Kopf auf eine geballte Faust. Einige Sekunden verharrte er so stets auf dem Rasen, um Gott zu danken. Bestraft wurde Tebow dafür von der NFL nie.

nck

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