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NFL: New Orleans und Houston erreichen Divisional Playoffs der NFL

Drew Brees und die New Orleans Saints sind auf Rekordjagd und erreichten durch ein 45:28 gegen die Detroit Lions die zweite Playoff Runde der NFL. Mit insgesamt 626 Yards verbesserte die Saints-Offensive den 49 Jahre alten Playoff-Rekord. Die Houston Texans schlugen die Cincinatti Bengals mit 31:10.

Die New Orleans Saints und ihr Quarterback Drew Brees setzen ihre Rekord-Jagd fort. Der "heilige“ Drew führte sein Team mit einer starken Leistung in die Divisional Playoffs der NFL. Während New Orleans die Detroit Lions mit 45:28 besiegen konnten, schalteten die Houston Texans die Cincinatti Bengals mit 31:10 aus.

Damit konnten sich in der Nacht zu Sonntag in den ersten beiden Wildcard Playoffs jeweils die drittplatzierten Teams der NFC und AFC gegen die beiden Tabellensechsten der regulären Saison durchsetzen.

Brees und Stafford bereit zum Shootout

Nachdem Saints-Quarterback Drew Brees in der Regular Season unter anderem die Rekorde für die meisten Pass-Yards (5.476), die meisten angekommenen Pässe (468) sowie die höchste Treffergenauigkeit (71,2 %) gebrochen und dabei mit seinem Team im heimischen Mercedes Benz Superdome kein einziges Spiel verloren hatte, ging New Orleans als klarer Favorit in das Wildcard Playoff zu Hause gegen Detroit.

Doch auch die Lions um den jungen Quarterback Matthew Stafford hatten in den letzten Wochen durch bedingungslose Offensive beeindruckt. Stafford kam allein in den letzten vier Saisonspielen auf über 1.500 geworfene Yards und 14 Touchdowns. Insgesamt war er neben Brees und Tom Brady von den New England Patriots einer von gleich drei Quarterbacks, die in dieser Rekord-Saison die magische 5.000-Yard-Marke knackten. Folgerichtig erwarteten viele Beobachter einen offenen Schlagabtausch. 

Detroit mit starkem Beginn, die Saints zeigen Nerven

Zu Beginn waren es vor allem die Lions, die das erwartet hohe Tempo vorlegten und mit einem nahezu perfekten ersten Drive mit 7:0 in Führung gingen. Hatte man vor dem Spiel noch gedacht, dass die junge und Playoff-unerfahrene Mannschaft aus Detroit Nerven zeigen würden, waren es zu Beginn die Hausherren aus New Orleans, die sich durch ungewohnte Fehler selbst in Bedrängnis brachten.

Sowohl im ersten als auch im zweiten Viertel stand je ein Fumble für die Saints zu Buche. Im Verlauf der gesamten regulären Saison hatten Drew Brees und Co. den Ball insgesamt nur sechs Mal verloren. Detroit ergriff die Chance und ging mit einer knappen 14:10-Führung in die Pause, nachdem die Saints den letzten Drive der ersten Hälfte "nur“ mit einem Field Goal abschließen konnten.

Brees übernimmt das Kommando

In der zweiten Halbzeit übernahm Drew Brees dann aber endgültig das Kommando. Für den ersten Drive nach der Pause brauchte der Rekord-Quarterback gerade mal 1:51 Minute, um sein Team mit einem 41-Yard-Touchdown-Pass auf Devery Henderson mit 17:14 zum ersten Mal in Führung zu bringen. Während die Lions kein Mittel gegen die verbesserte Saints-Defense fanden und den Ball fast umgehend wieder punten mussten, lief Brees heiß und schloss auch seinen zweiten Drive im dritten Viertel mit einem Touchdown-Pass ab – 24:14 für die Saints.

Matthew Stafford konnte durch einen beherzten Lauf zum Touchdown zwar noch einmal auf 24:21 verkürzen, doch die Saints ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen und antworteten ihrerseits wiederum mit einem Touchdown durch Darren Sproles zum 31:21. Spätestens jetzt war das Spiel das erwartete Offensiv-Spektakel. Die (Vor-) Entscheidung folgte direkt im nächsten Spielzug, als Lions-Quarterback Stafford einen tiefen Pass auf Titus Young versuchte, der von Jabari Greer abgefangen wurde. Die Saints, und vor allem der einmal mehr überragende Brees, ließen sich diese Chance nicht nehmen. Sein 56-Yards-Pass auf Robert Meachem führte zum nächsten Touchdown, der New Orleans mit 38:21 in Führung brachte.

Nächster Halt: San Francisco

Die tapferen Lions kämpften sich durch einen weiteren beeindruckenden Drive, den Star-Receiver Calvin Johnson nach Stafford-Pass zum Touchdown abschließen konnte, zwar noch einmal auf 38:28 heran, aber spätestens als der folgende Onside-Kick bei den Saints landete, war das Spiel entschieden. New Orleans erzielte zwei weitere Touchdowns und schaffte es damit, jeden Ballbesitz in der zweiten Hälfte mit der optimalen Ausbeute von sieben Punkten abzuschließen.

Am Ende gewannen die Saints ein erwartet unterhaltsames Wildcard-Playoff verdient mit 45:28 und untermauerten vor allem in einer beeindruckenden zweiten Halbzeit, dass sie neben den Green Bay Packers das wohl stärkste Team der NFL sind. Für Drew Brees standen am Ende wieder mal rekordverdächtige 466 Yards und drei Touchdown-Pässe zu Buche.  "Wir sind nur aufs Gewinnen fokussiert, nicht auf irgendwelche Yards oder Rekorde", betonte New-Orleans-Trainer Sean Peyton.

In der nächsten Woche müssen der Star-Quarterback und seine Saints zu den San Francisco 49ers reisen, bevor dann im Conference Final vermutlich der Showdown mit den Packers wartet. Das junge Team der Lions muss sich diese Begegnungen vor dem Fernseher anschauen, wird in den kommenden Jahren aber bestimmt noch von sich reden machen.

Houston gewinnt erstes Playoff-Spiel

Vor New Orleans hatten sich die Houston Texans als erstes Wildcard-Team ihren Platz in den Conference-Playoffs gesichert. Es war das erste Playoff-Spiel überhaupt in der Geschichte der Texans, die seit 2002 in der NFL spielen. Sowohl Houston als auch die Cincinnati Bangels gingen mit Rookie-Quarterbacks in die Partie.

Dabei konnte Andy Dalton (257 Yards) von den Bangels zwar deutlich mehr Raumgewinn erzielen als sein Gegenüber T.J. Yates (159 Yards). Doch während Yates seine solide Leistung im dritten Viertel mit einen 40-Yard-Touchdown-Pass auf Star-Receiver Andre Johnson krönte, warf Dalton insgesamt drei Interceptions. Gleich die erste führte am Ende der ersten Halbzeit zur 17:10-Führung der Texans, als J.J. Watt einen Pass von Dalton abfangen und über 29 Yards in die Endzone tragen konnte.

Starker Foster, glücklicher Johnson

Zum Mann des Spiels avancierte Houstons Runningback Arian Foster, der den Ball insgesamt 24-mal in die Hände bekam und dabei 153 Yards Raumgewinn und zwei Touchdowns erzielte. Für Foster, der nicht gedraftet worden war, sondern erst als Free Agent und später als Ersatzspieler zu den Texans kam und sich langsam zum Starter hocharbeitete, war dies mit Sicherheit ein ebenso besonderer Abend wie für Wide Receiver Andre Johnson. Der viermalige Pro Bowl-All Star, der seit 2003 für die Texans spielt, hatte eigentlich schon geglaubt, seine Karriere ohne eine einzige Playoff-Teilnahme beenden zu müssen.

"Das hat einen Riesen-Spaß gemacht“, sagte Johnson nach dem Spiel laut nfl.com. "Es geht hier nicht um mich, sondern um das gesamte Team und alle, die dazu gehören. Es ist etwas ganz Besonderes für mich, weil ich seit dem Tag, an dem ich hierher kam, immer gesagt habe, dass ich das mal erleben möchte. Es ist ein ganz besonderes Gefühl. Ich habe lange nicht mehr so viel gelächelt.“

Die Texans jetzt gegen die Ravens

Im Conference Playoff müssen die Texans in der nächsten Woche zu den Baltimore Ravens reisen, die die reguläre Saison mit 12 Siegen bei vier Niederlagen als zweitbestes Team der AFC abgeschlossen hatten. In den weiteren Wildcard-Playoffs kommt es am Sonntag zu den Duellen New York Giants vs. Altanta Falcons und Denver Broncos vs. Pittsburgh Steelers.

sportal.de / sportal

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