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NFL: New York Giants ziehen in die NFL-Playoffs ein

Silvester in New York ist  legendär. Am Neujahrstag aber hatte nur die eine Hälfte der Stadt einen Kater. Die Jets verpassten in letzter Minute die Playoffs und müssen alle großen Hoffnungen begraben, während Lokalrivale Giants mit einem großen Sieg über die Dallas Cowboys die Postseason erreichte.

Was immer man zum System der NFL sagen mag - es garantiert Spannung bis zum letzten Atemzug der Regular Season. In fast jedem der Spiele am Neujahrstag, in dem sich ausschließlich Divisionsrivalen gegenüberstanden, ging es noch um etwas. Das vielleicht spannendste Duell der letzten Woche führte die New York Giants und die Dallas Cowboys zusammen: Der Sieger würde in den Playoffs dabei sein, der Verlierer nicht.

Eli Manning warf beim 31:14-Sieg der Giants drei Touchdown-Pässe, aber der Star des Spiels war Wide Receiver Victor Cruz. Der 25-Jährige, der aus New Jersey stammt, wo die Giants ihre Heimspiele austragen, fing sechs Pässe von Manning, darunter einen über 74 Yards zum ersten Touchdown des Spiels.

Die Philadelphia Eagles gewannen zwar ihr letztes Saisonspiel gegen die Washington Redskins mit 34:10 und erreichten eine ausgeglichene Bilanz, aber als einziges NFC-East-Team ziehen die Giants in die Playoffs ein, wo sie auf die Atlanta Falcons treffen werden, die mit 45:24 gegen die Tampa Bay Buccaneers gewannen.

Giants dabei, Jets nicht

Die New York Jets hingegen - von Coach Rex Ryan vor der Saison als Super Bowl-Aspiranten gehandelt - scheiterten am Ziel, in die Playoffs einzuziehen. Eine 17:19-Niederlage bei den Miami Dolphins, begünstigt durch gleich drei Interceptions von Jets-QB Mark Sanchez.

Aaron Rodgers sah zitternd von der Seitenlinie des Lambeau Field aus zu, als die Green Bay Packers ihr letztes Spiel der Regular Season gegen den traditionellen Divisionsrivalen Detroit Lions bestritten. Zitternd einerseits wegen der Kälte in Wisconsin, wo Anfang Januar gerne zweistellige Minusgrade notiert werden. Andererseits aber auch wegen der Leistung, die sein Backup Matt Flynn auf dem gefrorenenen Rasen zeigte.

Flynn, der für seinen geschonten QB1 zum Einsatz kam, brach alle Franchise-Rekorde der Packers und warf 480 Yards für sechs Touchdowns. Das reichte trotzdem nur knapp zum Sieg, weil die Lions in Matthew Stafford ebenfalls einen Quarterback hatten, der als Kind in den Topf mit Zielwasser gefallen war. Stafford warf sogar 520 Yards, was aber nur für fünf Touchdowns reichte. Zudem streute Stafford zwei Interceptions ein, wodurch die nicht eben sattelfeste Defense der Packers vor der zweiten Saisonschlappe und der ersten Heimniederlage gegen Detroit seit 21 Spielen bewahrt wurde. Im zweiten Traditionsduell der NFC North, das sportlich jedoch keinen Wert mehr hatte, gewannen die Chicago Bears übrigens nach fünf sieglosen Spielen mit 17:13 bei den Minnesota Vikings. 

49ers und Packers mit Freilos am ersten Wochenende

Fazit: Die Packers warfen in der Regular Season 51 Touchdowns. Noch nie schaffte ein NFL-Team mehr. Zudem konnten sie gegen Detroit zahlreiche Stammkräfte schonen und diesen am kommenden Wild Card-Wochenende gleich noch mehr Pause gönnen. Gleiches gilt für das zweitbeste Team der NFC, die San Francisco 49ers, die mit dem ebenfalls traditionellen Rivalen Rams in St. Louis jedoch viel mehr Mühe hatten als erwartet und beim schlechtesten Team der Conference nur mit 34: 27 gewannen. Im anderen Spiel der NFC West gewannen die Arizona Cardinals mit 23:20 gegen die Seattle Seahawks, aber sie hatten ihre Wild Card-Hoffnungen schon zu Weihnachten begraben müssen.

Was den Packers in der NFC gelang, das schafften die New England Patriots, allerdings erst am letzten Spieltag: Home Field Advantage durch die Playoffs hindurch zu sichern. Erst in der Super Bowl muss das Team von Quarterback Tom Brady das heimische Foxboro, Massachusetts verlassen. Beim 49:21-Sieg über die Buffalo Bills warf Brady 338 Yards für drei Touchdowns und hätte den Saisonrekord der NFL für Passing Yards mit seinen 5235 gebrochen, wenn nicht...

Drew Brees wäre. Der Quarterback der New Orleans Saints fügte seiner Saisonbilanz beim 45:17-Sieg über die Carolina Panthers 389 weitere Yards hinzu und ist nun der ewige Rekordhalter der Liga mit 5347 Yards. Trotz der besten Saison ihrer Geschichte müssen die Saints aber nächstes Wochenende in den Wild Card-Playoffs schon wieder ran, wo sie auf die Detroit Lions treffen.

Colts das Schlechteste vom Schlechten

Am anderen Ende der Rekordbücher finden sich die Indianapolis Colts, die sich nach ihrem 13:19 gegen die Jacksonville Jaguars mit dem Titel "Schlechtestes NFL-Team" schmücken dürfen und so immerhin den ersten pick im kommenden Draft gesichert haben.

Trotz einer 22:23-Heimniederlage gegen die Tennessee Titans ziehen die Houston Texans in die Playoffs ein, wo sie auf die Cincinnati Bengals treffen werden. Die sicherten sich die Wild Card trotz einer 16:24-Niederlage gegen die Baltimore Ravens, die sich damit den AFC-North-Titel sicherten und ein Wochenende pausieren dürfen. So müssen die Pittsburgh Steelers schon eine Woche früher wieder ran. Die gewannen mit 13:9 bei ihrem Erzrivalen Cleveland Browns und spielen in einem hoch interessanten Playoffspiel bei den Denver Broncos.

Dabei hätten Quarterback Tim Tebow und seine Broncos fast alles verspielt, als sie mit 3:7 gegen die Kansas City Chiefs unterlagen. So hätte den Oakland Raiders ein Sieg zu Hause gegen die San Diego Chargers gereicht, um an Stelle der in der Bay Area nicht eben beliebten Broncos in die Playoffs einzuziehen. Aber die Raiders verloren mit 26:38, so dass es in der AFC West drei Teams mit einer Bilanz von 8:8 gibt (Broncos, Raiders, Chargers), von denen aber nur Denver in die Postseason einzieht.

sportal.de / sportal

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