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NHL Icecrusher - Comeback für die Geschichtsbücher


Diese Woche widmen wir uns im Icecrusher natürlich noch einmal dem Comeback Sidney Crosbys und werfen die Frage auf, ob defensives passives Spiel, wie das der Tampa Bay Lightning, von der NHL bestraft werden sollte.

Heute wollen wir uns noch einmal eines Spieles widmen, das bereits zwei Wochen zurückliegt, aber in der NHL hohe Wellen geschlagen hat. Es handelt sich um die Partie zwischen den Philadelphia Flyers und den Tampa Bay Lightning. Etwa 30 Sekunden nach Spielbeginn kam es zu folgender Situation:

Die Flyers hatten im eigenen Drittel den Puck und Tampa Bay nahm in seiner typischen 1-3-1-Aufstellung - genannt: "Die Falle" - die Positionen ein. Mit Martin St. Louis als Stürmer, der früh den Gegner stören soll, einem Verteidiger im eigenen Drittel und drei Spielern, die an der Mittellinie warten.

Zweimaliger Stillstand

Nachdem Kimmo Timonen den Puck zu Braydon Coburn passte, hielt dieser ihn etwa 30 Sekunden auf der gleichen Stelle, niemand bewegte sich während dieser Zeit auf dem Eis außer St. Louis, der ein paar halbherzige Schritte Richtung Coburn tat und den Schiedsrichtern, die schließlich nach einer halben Minute genug gesehen hatten und das Spiel unterbrachen.

Das Gleiche wiederholte sich, nachdem das Spiel wieder aufgenommen worden war und wieder mussten die Referees das Spiel unterbrechen, da sich auf dem Eis einfach nichts tat. Die Coaches wurden unterrichtet, dass das Spiel weiterhin unterbrochen werden würde, wenn das Spiel zum Stillstand kommt. Aber bei den beiden Situationen blieb es dann auch.

Emotionen kochen hoch

Da das Spiel landesweit im Fernsehen übertragen wurde, kochten die Emotionen hoch und viele Spieler und NHL-Offizielle meldeten sich zu Wort. Es gab sogar Forderungen, dass solche taktischen Spielereien verboten werden sollten, was bei den beteiligten Spielern auf beiden Seiten auf Unverständnis stieß.

"Wir haben nichts anders gemacht, als wir immer machen", erzählte Lightning-Angreifer Dominic Moore espn.com nach dem Spiel. "Die Flyers-Reaktion zu Beginn des Spiels war wirklich kein großer Aufreger. Jedes Team hat Strategien, die es ausprobiert."

Schließlich war Philadelphia als offensivstärkstes Team der Liga nach Tampa Bay gekommen, das in den vergangenen Playoffs mit genau dieser Taktik und sehr geduldigem Spiel die Tormaschine der Washington Capitals in nur vier Spielen aus den Playoffs geworfen hatte. Und auch gegen die Flyers ging die Lightning mit 2:1 nach Verlängerung als Sieger vom Eis.

Pronger will das die NHL eingreift

Ganz anders sah man das aber beim Gegner. "Das ist meiner Meinung nach kein Eishockey", sagte Flyers-Kapitän Chris Pronger laut totalprosports.com. "Aber die Liga lässt sie es machen. Würden sie Geld dafür zahlen, das zu sehen? Ich würde es nicht und es war auch noch ein TV-Spiel. Großartiger Weg unseren Sport zu präsentieren."

Einerseits bin ich der Meinung, dass die Liga nichts gegen solche Taktiken machen sollte, das ist Sache des Gegners, damit zurechtzukommen. Andererseits ist es natürlich schade, dass einige der talentiertesten Angreifer der NHL in dieses Defensivkorsett gezwängt werden. Neben St. Louis standen auch Vincent Lecavalier und Steven Stamkos auf dem Eis.

Trotzdem hoffe ich, dass die NHL Tampa Bay gewähren lässt, denn meiner Meinung nach sollten die gegnerischen Teams ein Mittel gegen die 1-3-1-Verteidigung der neutralen Zone finden und wenn man sich die Saisonbilanz der Lightning anschaut, gelingt es einigen Teams auch ganz gut - zuletzt den Toronto Maple Leafe, die mit einem 7:1-Sieg in der Tasche aus Tampa Bay abfuhren.

Fantastischer Crosby

Sportlich steht diese Woche natürlich das Comeback Sidney Crosbys im Mittelpunkt. Zwei Tore und zwei Assists im ersten Spiel nach zehnmonatiger Pause ...wow! Das sieht man mal, aus welchem Holz der Penguins-Kapitän wirklich geschnitzt ist.

Nach seiner spektakulären Rückkehr war Crosby am nächsten Morgen dann platt, hatte aber keine Probleme wie nach seiner Gehirnerschütterung nach mehreren harten Hits gegen den Kopf im Januar. Er wird jetzt weiter unter medizinischer Beobachtung bleiben, aber nicht jeden Tag zum Medizincheck müssen.

In seinem ersten Spiel stand Crosby beinahe 16 Minuten auf dem Eis, gut die Hälfte davon im ersten Drittel. Er war so heiß, wieder spielen zu können, dass er einmal sogar das Kommando von Coach Dan Bylsma ignorierte auf die Bank zurückzukommen.

Crosbys Reihe sollte ausgetauscht werden, als eine Strafe gegen den Gegner, die New York Islanders ausgesprochen wurde, sofort machte Crosby, der bereits auf dem Weg zur Bank war, kehrt, um das Bully auszuführen. Bylsma ließ seinen Superstar gewähren, da er wusste, dass er an diesem Abend keine Chance hatte, das Argument zu gewinnen.

Reicht es noch zum Topscorer?

26 Punkte trennen Crosby vom derweil führenden Scorer der NHL Phil Kessel von den Toronto Maple Leafs, auch wenn das schon ein gehöriger Rückstand ist, würde ich derzeit keine Wette eingehen, dass Crosby am Saisonende nicht doch NHL-Topscorer sein wird. Alex Ovechkin liegt übrigens gerade einmal bei 15 Punkten.

Durch die Rückkehr Crosbys sind die ohnehin die Eastern Conference anführenden Pittsburgh Penguins zu einem ganz heißen Kandidaten auf den Stanley Cup geworden. Aber es bleibt sehr eng, den ersten Platz und den letzten Platz der Conference trennen gerade einmal vier Punkte.

Dies gilt auch für den Westen, wo neben den Chicago Blackhawks, die aber zuletzt einige heftige Niederlagen einstecken mussten, überraschend die Minnesota Wild ganz oben steht, was den Fans im wohl Eishockey-verrücktesten Staat der USA wirklich zu gönnen ist.

Henning Schulz

sportal.de sportal

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