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Nordische Kombination: Ackermann bleibt unbestrittener Kombi-König

Mit einem Vorsprung von fast einer Minute holte Ronny Ackermann beim Weltcup der Nordischen Kombinierer seinen fünften Saisonsieg und bewies einmal mehr seine Ausnahmestellung.

Ronny Ackermann hat im Mekka der nordischen Kombinierer ein vorzeitiges Silvester-Feuerwerk gezündet. Vor dem ungefährdeten fünften Saisonsieg nahm sich der 25-jährige Oberhofer sogar die Zeit, mit der deutschen Fahne in der rechten Hand vor den mehr als 10.000 Zuschauern zu verneigen. "So ein Gefühl hatte ich noch nie. Die Kulisse war sensationell, ein echter Hammer. Mir haben immer die Beine gezittert, wenn ich ins Stadion eingelaufen bin", erklärte die derzeit unumstrittene Nummer 1 unter den nordischen Kombinierern. Im Ziel hatte er 53,6 Sekunden Vorsprung vor dem österreichischen Vorjahres-Gewinner Felix Gottwald und 1:06,6 Minuten vor dem drittplatzierten Amerikaner Todd Lodwick.

Nach seinem klaren Sprunglauf-Erfolg überkamen den einsam seine 15 km laufenden Ackermann nie Zweifel am Start-Ziel-Sieg. "Ich habe gleich meinen Rhythmus gefunden. Das Material war wieder top. Es war ein perfekter Tag", schwärmte Ackermann, der für seine Glanz- Vorstellung 24.350 Euro vorsilvesterliches Preisgeld einstreichen konnte. "Wo ich ins neue Jahr rutsche, bleibt aber mein Geheimnis", wehrte er Fragen nach der Feier ab. "So viele Zuschauer hatten wir noch nie. Das war beste Werbung für die Sportart. Vielleicht kommen im nächsten Jahr dann sogar 20.000", erklärte Ackermann. "Es hat unheimlich viel Spaß gemacht. Auf den letzten Runden ist es mir sogar schwer gefallen, angesichts der Zuschauer rund um die Strecke etwas das Tempo raus zu nehmen", meinte Ackermann.

Guter Start auf der Schanze

Den Grundstein zum fünften Saisonsieg hatte der Rotschopf aus der thüringischen Rhön bereits auf der Schanze im Kanzlersgrund mit Sprüngen von 128,5 und 135,5 m gelegt - dem weitesten Schnee-Wettkampfsprung auf der Hans-Renner-Schanze. Auf Matten steht der Rekord bei 143 m und Ackermann selbst steht mit einer Bestleistung von 142,5 m zu Buche. "Ein großes Kompliment an Ronny. Wie er bei den komplizierten Bedingungen mit ständig drehendem Wind sowie dem zusätzlichen Druck der Heim-Veranstaltung seine Sprünge durchgebracht hat, war großartig", lobte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Dabei hatte sich Ackermann nicht optimal gefühlt. "Ich war schon ein bissel angespannt, als ich hörte, dass zuvor der Japaner Takahashi 132 Meter gesprungen war, denn heute war es nicht leicht", so der Weltmeister.

"Auch Jens Gaiser ist sehr gut gesprungen. Zudem haben Schorsch Hettich und Björn Kircheisen einen deutlichen Formanstieg nachgewiesen. Von den jungen Burschen hat mir Tino Edelmann sehr gut gefallen", urteilte Weinbuch nach dem Springen. Dagegen habe Sebastian Haseney Pech mit dem Wind gehabt. "Gerade er braucht Druck unter den Ski - und den hatte er nicht", meinte der Bundestrainer.

Zufrieden mit der Mannschaft

Haseney, der in der Saison bereits zwei Mal Zweiter bei Weltcups geworden war, ging mit 4:54 Minuten Rückstand in die Loipe. Mit der zweitbesten Laufzeit hinter dem Finnen Hannu Manninen stürmte er noch vor auf den 14. Rang - fünf Plätze hinter dem stark formverbesserten Junioren-Weltmeister Björn Kircheisen. "Darauf hatte ich gehofft. Ich bin mit der Mannschaft sehr zufrieden", bilanzierte Weinbuch.

Die tolle Kulisse - Weltcup-Rekord für die Kombinierer - brachte auch die anderen Medaillengewinner zum Schwärmen. "Da kann man nur den Hut ziehen, fantastisch", lobte Gottwald. "Ich bin glücklich, vor der Super-Kulisse einen solchen Bewerb mitgestalten zu können. Oberhof ist ein Vorzeige-Konkurrenz, von der sich möglichst viele eine Scheibe abschneiden mögen", fügte er hinzu.

Uwe Jentzsch, dpa / DPA

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