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Olympia-Programm für 2014: Skispringen für Frauen wird olympisch

Die olympische Verjüngungskur war überfällig: Mit der Aufnahme von sechs neuen Disziplinen in das Olympia-Programm für 2014 will das IOC auch die nächste Generation erreichen. Für die Skispringerinnen ging mit der Zusage eine fünfjährige Leidenszeit zu Ende.

Späte Punktlandung für die Skispringerinnen: Nach langjähriger Wartezeit werden die mutigen Damen bei den Winterspielen 2014 in Sotschi ihre Olympia-Premiere feiern. Sechs neue Disziplinen nahm die IOC-Exekutive am Mittwoch in London ins Olympia-Programm der Sotschi-Spiele 2014 auf und trieb damit ihre dringend benötigte Frischzellenkur für Winterspiele erfolgreich voran.

Neben dem Skispringen für Frauen bekamen Ski-Halfpipe (Frauen und Männer), ein Mixed-Staffelrennen im Biathlon und Teamwettbewerbe im Eiskunstlaufen und Rodeln die Olympia-Zusage. "Das ist eine gute Auswahl, die der deutschen Olympia-Mannschaft neue Chancen eröffnet", sagte IOC-Vize Thomas Bach. Über den Aufnahmeantrag der Disziplinen Slopestyle für Snowboarder und Alpine sowie den Teamwettbewerb der Alpinen will das IOC erst nach weiteren technischen Studien Ende Mai entscheiden.

"Es ist für jeden Athleten und jeden Trainer ein Traum, bei Olympischen Spielen dabei zu sein. Dafür haben wir 15 Jahre lang gekämpft", sagte Damen-Bundestrainer Daniel Vogler. "Es wird ein aufregendes Programm in Sotschi", tönte Christophe Duby, Sport-Direktor im Internationalen Olympischen Komitee. Bereits zweimal hatte die Ringe-Regierung den Skispringerinnen aus "technischen Gründen" den Olympia-Start verwehrt. Es fehlt die breite Basis, die Leistungsunterschiede sind zu groß, hieß es in der offiziellen Begründung.

Frauen-Anteil bei Vancouver-Spielen hoch wie nie

Selbst eine Klage wegen Diskriminierung vor dem Obersten Gerichtshof Kanadas wurde vor den Vancouver-Spielen abgelehnt. Das IOC wollte eine positive Entwicklung sehen, die bei der zweiten WM in diesem Jahr am Holmenkollen in Oslo auch erbracht wurde. 13 verschiedenen Nationen unter den besten 30 Springerinnen symbolisieren "eine große Breite in der Spitze", sagte Duby. Damit ist die Nordische Kombination die einzige olympische Wintersport-Disziplin, in der nur Männer antreten dürfen. Bereits bei den Vancouver-Spielen war der Frauen-Anteil mit 40,51 Prozent aller Teilnehmer so hoch wie nie.

Das Ja-Wort der 15-köpfigen Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees zauberte auch Josef Fendt, Präsident des Rodel-Weltverbandes, ein Lächeln ins Gesicht. 50 Jahre nach dem ersten olympischen Rodelrennen in Innsbruck wird sein Verband pünktlich zum 50-jährigen Olympia-Jubiläum in Sotschi eine neue Disziplin präsentieren dürfen - und das trotz der technischen Pannen bei der WM in Cesana, als das Teamrennen wegen fehlerhafter Technik abgebrochen werden musste. "Ich bin sehr glücklich. Es war ein hartes Stück Arbeit", sagte Fendt der Nachrichtenagentur DPA, "für mich und uns ist es eine sehr emotionale und historische Entscheidung."

jas/DPA / DPA

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