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Radsport-Doping: Ullrich vor dem Showdown

Hat er oder hat er nicht? Diese Frage bewegt Radsport-Fans seit letztem Sommer, als Jan Ullrich wegen Doping-Verdachts der Start zur Tour de France untersagt wurde. Nun will er auf einer Pressekonferenz "über seine weitere berufliche Laufbahn" informieren.

Die Rücktritts-Gerüchte um Radprofi Jan Ullrich verdichten sich. Der unter Doping-Verdacht stehende Tour-de- France-Sieger von 1997 hat für den 26. Februar in Hamburg zu einer Pressekonferenz geladen. Dort will Ullrich "Erfreuliches über seine weitere berufliche Laufbahn" mitteilen. Auch, weil in der vom "Team-Jan-Ullrich" verteilten Einladung der Hinweis auf die "sportliche Karriere" fehlt, erhärten sich die Spekulationen um ein Karriere-Ende.

Ein Rücktritt liegt nahe, da es Ullrich durch zwei drohende Verfahren des Schweizer Radsport-Verbandes Swiss Cycling und der Bonner Staatsanwaltschaft sowie seiner weiter fehlenden Profilizenz sehr schwer hat, ein Team zu finden. Einige Interessenten aus Italien und Spanien haben eine eventuelle Verpflichtung jeweils an eine geklärte Rechtslage geknüpft. Außerdem ist Ullrich, der sich im Training noch nie besonders leicht tat, seit Juni 2006 ohne Wettkampf - die Saison läuft bereits seit einem Monat.

Eine berufliche Alternative zum Radfahren könnte er schon gefunden haben: Der Wahl-Schweizer veröffentlichte kürzlich auf seiner Homepage sein zukünftiges Engagement für den Schweizer Sportartikel- Hersteller "X-Technology". Sein Manager Wolfgang Strohband wollte sich heute "an den Spekulationen nicht beteiligen. Ich sage gar nichts dazu", erklärte der Hamburger, der mit Ullrich seit Beginn der 90er Jahre zusammen arbeitet.

"Danach wird es keine Fragen mehr geben"

Die Pressekonferenz im Hamburger Hotel Intercontinental an der Alster werde ohne seine Rechtsanwälte stattfinden. Ullrich werde bei dem Termin laut Strohband "so viel sagen, dass es danach keine Fragen mehr geben wird". Auch sein ehemaliger enger Betreuer Rudy Pevenage, gegen den die Bonner Staatsanwaltschaft ebenso wegen Betrugs zum Nachteil des früheren Arbeitgebers der beiden (T-Mobile) ermittelt, erhielt eine Einladung. Auf der war als Hinweis für die Journalisten ausdrücklich vermerkt: "Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass Jan Ullrich keine Fragen beantworten wird."

Ullrich ist einer von 51 Radprofis, die verdächtigt werden, mit dem von der spanischen Justiz verfolgten Mediziner Eufemiano Fuentes illegal kooperiert zu haben. Die meisten der Verdächtigten fahren bereits wieder Rennen, auch Ivan Basso, der gerade sein Comeback bei der Kalifornien-Rundfahrt feiert. Der Gewinner des Giro 2006 war zusammen mit Ullrich und weiteren sieben Profis am Start der vergangenen Tour de France wegen Doping-Verdachts gehindert worden. Kurz danach entließ T-Mobile seinen langjährigen Kapitän fristlos, einigte sich finanziell aber außergerichtlich. Ullrichs Vertrag wäre Ende 2006 ausgelaufen.

DPA / DPA

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