HOME

Radsport: Greipel gewinnt 10. Etappe der Tour de France

Das Duell der Sprinter hat Andre Greipel gegen Mark Cavendish auf den letzten Zentimetern der 10. Etappe der Tour de France für sich entschieden. Nach 158 Kilometern verwies Greipel seinen Konkurrenten auf den zweiten Rang und feierte somit seinen Premiere als Etappensieger der Großen Schleife.

Das Duell der Sprinter hat Andre Greipel gegen Mark Cavendish auf der 10. Etappe der Tour de France für sich entschieden. Nach 158 Kilometern verwies der Mann im Omega-Lotto-Trikot seinen Konkurrenten von HTC Highroad auf den zweiten Rang und feierte somit seinen Premiere als Etappensieger der Großen Schleife.

"Es ist ein unglaubliches Gefühl - ein Etappensieg beim besten Radrennen der Welt. Das war mein Ziel. Ich bin heute der glücklichste Mensch auf der Welt", jubelte Greipel. HTC-Teamchef Rolf Aldag sagte: "Es war mit Sicherheit ein verdienter Sieg für Greipel. Das war phänomenal, das war zum Nägel kauen." Cavendish-Mentor Erik Zabel erklärte: "André hat das souverän gemacht. Es war ein tolles Duell."

Den letzten Etappensieg eines deutschen Radprofis bei der Tour de France hatte 2009 Heinrich Haussler gefeiert, der vor zwei Jahren noch nicht im Besitz eines australischen Passes war. Der Franzose Thomas Voeckler verteidigte im Ziel in Carmaux sein Gelbes Trikot ohne Mühe.

Martin in der Ausreißergruppe dabei

Die Topfahrer Alberto Contador, die Schleck-Brüder und Cadel Evans hatten sich im Finale zurückgehalten. Einem kleinen Härtetest unterzog sich Tony Martin, der mit einer hochkarätig besetzten Ausreißergruppe auf den letzten 15 Kilometern unterwegs war. 6500 Meter vor dem Ziel war der Ausflug für vier Fahrer aber beendet. Nur der Belgier Philippe Gilbert versuchte es auf eigene Faust weiter, scheiterte aber schließlich auch. Martin behauptete seinen sechsten Platz in der Gesamtwertung.

Das rasende Feld übernahm auf den letzten 3000 Metern die Regie und alles sah eigentlich wieder nach einem Sieg des bisher zweimal erfolgreichen Cavendish aus, der in Massensprints als unschlagbar galt. Aber der geballten Kraft des gebürtigen Rostockers Greipel war der eigenwillige Brite diesmal nicht gewachsen, zumal er wenige Meter vor dem Zielstrich - wohl in der bösen Ahnung, dass es heute nicht reichen würde - zu Greipel nach links blickte.

Contador mit Schmerzen - Flecha wegen Sturz sauer

Am Start in Aurillac hatte der dreifache Tour-Sieger Contador, der seine Aufholjagd in den Pyrenäen unweit der Heimat einleiten will, weiter über Knieschmerzen geklagt. Der Spanier war während der ersten neun Tage insgesamt dreimal gestürzt und hatte sich dabei an der Schulter und dem rechten Knie verletzt.

Vor dem Start der Etappe hatte sich Juan-Antonio Flecha, eines der beiden Sturzopfer vom Sonntag, bitter beschwert. "Der Fahrer hat weder gestoppt, nachdem er uns umgefahren hatte, noch entschuldigte sich das französische Fernsehen bei mir", sagte der Spanier, der dazu dem Gewinner des Gelben Trikots an diesem Tag, Voeckler, nicht das beste Zeugnis ausstellte.

35 Kilometer vor dem Ziel war ein Begleitfahrzeug des französischen TV in die Gruppe der fünf Spitzenfahrer gerast und hatte Flecha und den Niederländer Johnny Hoogerland umgefahren. Sofort im Anschluss an den schrecklichen Unfall hatte der Franzose Voeckler, in der L'Équipe groß gefeiert, seine Fahrt beschleunigt.

Hoogerland war in hohem Bogen in einen Stacheldrahtzaun geflogen und blutete aus mehreren Wunden. Beide Profis konnten das Rennen fortsetzen, hatten aber mit der Entscheidung nichts mehr zu tun. Im Ziel war Flecha quasi als Trostpflaster zum "angriffsfreudigsten Fahrer" gewählt worden. "Das war surreal", sagte der Profi des britischen Sky-Teams der spanischen Zeitung El Pais. Hoogerland hatte im Ziel noch das Bergtrikot erhalten und war bei der Ehrung auf der Tribüne vor Schmerzen den Tränen nahe.

sportal / sportal

Wissenscommunity