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Radsport: Zabel rauscht am Sieg vorbei

Erik Zabel fehlten bei den Hamburger Cyclassics im Schlussspurt nur Millimeter zum Sieg. Der deutsche Super-Sprinter wurde knapp Zweiter hinter dem Spanier Oscar Freire.

Im Schatten immer neuer Doping-Entwicklungen im Radsport hat beim deutschen ProTour-Heimspiel in Hamburg Erik Zabel einen hervorragenden zweiten Platz ersprintet. Der mitfavorisierte Sieger von 2001 unterlag eine Woche nach dem Ende der Tour de France bei den 11. Vattenfall-Cyclassics im Fotofinish Oscar Freire vom Team Rabobank. Nach 243,2 Kilometern spurtete erstmals ein Spanier am Sonntag zum Erfolg auf der Hamburger Mönckebergstraße. Vorjahressieger Filippo Pozzato (Italien/Team Quick Step) wurde Dritter. "Nein, ich ärgere mich nicht, Oscar ist bekannt dafür, dass er einen Riesenzug hat", sagte Zabel im Ziel.

Am Rande des Rennens gab T-Mobile die Trennung von Olaf Ludwig zum 31. Oktober bekannt. T-Mobile bemängelte den Umgang Ludwigs mit der Dopingproblematik. Der Radsportweltverband UCI kontrollierte vor dem Rennen 40 Fahrer unangemeldet, die analysierten Proben waren alle negativ, sagte BDR-Präsident Rudolf Scharping bei einer Pressekonferenz.

Sturz überschattet Rennen

Bereits vor dem Start sprach Zabel von fragwürdigen Trainingskontrollen, von Wachstumshormonen und Blutdoping sowie von Fahrern, die sich nur die Rosinen rauspicken würden. "So kann es nicht weitergehen, es muss viel passieren", sagte Deutschlands Sportler des Jahres 2001, der bei der "Nacht von Hannover" am frühen Samstagmorgen seinen 202. Erfolg als Profi gefeiert hatte. "Die Zeit der Schonfrist ist vorbei. Wir Radfahrer müssen uns wieder verpflichtet fühlen", sagte der 36-Jährige vom Team Milram.

Das erste wichtige Rennen eine Woche nach der Tour de France begann in gemächlichem Tempo, schließlich hatte ein großer Teil der Fahrer die "Große Schleife" in den Beinen. Beim 18. von 27 ProTour- Rennen ließen sie nach 40 Kilometern ein ehrgeiziges Trio mit dem Australier Corey Sweat, dem Italiener Dario Andriotto und dem Ungar Laszlo Bodrogi frühzeitig davonziehen. Nach mehr als hundert Kilometern stieß der Italiener mit einem Kamera-Motorrad zusammen und stürzte schwer. Zwar nahm der Zeitfahrspezialist trotz Hüftschmerzen und blutenden Schürfwunden das Rennen zunächst wieder auf, musste aber später aufgeben.

Zabel auf den letzten Metern geschlagen

Das verbliebene Duo an der Spitze wurde nach der kraftraubenden stundenlangen Führung bei warmem Wetter 60 Kilometer vor dem Ziel vom Hauptfeld eingeholt. Nach der dritten Besteigung des 600 Meter langen und zum Teil 15 Prozent steilen Wasebergs hatte sich eine 35-köpfige Spitzengruppe gebildet, die bis ins Finale Tempo machte. Zabel führte bis kurz vor der Ziellinie, doch der dreimalige Weltmeister Freire holte ihn ein. "Das ist ein toller Klassiker, ich bin sehr stolz auf meine Leistung", sagte der Spanier. Die ProTour-Wertung führt weiter klar der Spanier Alejandro Valverde (Spanien) an, der bei der Tour de France nach einem Sturz mit Schlüsselbeinbruch ausschied und in der Hansestadt nicht antrat.

Das Paarzeitfahren in Bühl gewannen am Samstag Markus Fothen, die Zukunftshoffnung des deutschen Radsports in schweren Zeiten, und Sebastian Lang. Das Duo vom Team Gerolsteiner fuhr über 77,7 Kilometer im Nordschwarzwald die Bestzeit von 1:32:06 Stunden.

DPA

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