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4. Etappe: Wikinger hängt Zabel ab

Es sind nicht die Tage des Erik Zabel. Der Sprinter vom Milram-Team verpasste auch auf dem vierten Tagesabschnitt der Tour de France einen Etappensieg nur knapp. Es triumphierte der Norweger Thor Hushovd. Am Donnerstag wird es dann erstmals richtig spannend bei der Frankreich-Rundfahrt.

Nach drei vergeblichen Anläufen hat Thor Hushovd am Mittwoch seinen ersten Etappensieg bei der 94. Tour de France gefeiert. Im Ziel der 4. Etappe in Joigny schlug nach 193 Kilometern die Stunde des Norwegers vom Team Credit Agricole, der 2005 das Grüne Trikot gewonnen hatte. Hushovd distanzierte im Massensprint den Südafrikaner Robert Hunter und den dreifachen Weltmeister Oscar Freire (Spanien), Vierter wurde Milram-Kapitän Erik Zabel aus Unna.

Der Schweizer Fabian Cancellara, seit seinem Prolog-Sieg in London ununterbrochen in Gelb, verteidigte seine Führung im Gesamtklassement mit 33 Sekunden vor Andreas Klöden auch am Mittwoch. Allerdings fiel der Wahlschweizer vom Astana-Team auf den dritten Rang zurück, Tagessieger Hushovd liegt jetzt mit 29 Sekunden Rückstand auf Rang zwei direkt hinter dem Schweizer.

Fünfter Etappensieg für Hushovd

Die Etappe war lange von einer fünfköpfigen Ausreißer-Gruppe, unter ihnen Milram-Profi Christian Knees aus Bonn, geprägt. Die Fünf wurden jedoch sieben Kilometer vor dem Ziel gestellt. Der Träger des Grünen Trikots, Tom Boonen, hat immer noch nicht den richtigen Tour- Rhythmus gefunden und ging wieder leer aus. Der Ex-Weltmeister aus Belgien wurde Achter hinter Robert Förster vom Team Gerolsteiner, der noch einen Tour-Etappensieg braucht, um seine Sammlung komplett zu haben: Bisher gewann der Sachse aus Markkleeberg - mit 86 Kilogramm der schwerste aller Tourstarter - zwei Giro-Etappen und eine bei der Vuelta in Spanien.

Hushovd verbuchte den fünften Tour-Etappensieg seiner Karriere. «An meinen blöden Sturz im Vorjahr bei der Tour erinnert mich nur noch die Narbe am Arm. Daran habe ich heute nicht gedacht - es lief am Ende alles perfekt, obwohl ich mich am Anfang wegen Magenbeschwerden unterwegs vom Arzt behandeln lassen musste», sagte der Norweger aus der französischen Mannschaft Credit Agricole. "Heute war ich ein bisschen müde von der langen Etappe gestern, ich freue mich, die Führung verteidigt zu haben", erklärte Cancellara, der am Vortag seinen zweiten Etappensieg verbucht hatte.

Schumacher mit Wut im Bauch

Tour-Debütant Stefan Schumacher hat sich für den fünften Abschnitt über 182,5 Kilometer am Donnerstag aus der Weißweinstadt Chablis nach Autun viel vorgenommen. Nach der Streckenanalyse hatte der Profi aus dem Team Gerolsteiner unmittelbar vor dem Tourstart erklärt: "Da könnte was gehen. Das Terrain mit acht kleineren Anstiegen könnte etwas für mich sein." Der 25-jährige Schwabe hat inzwischen die Klasse, großen Worten auch Taten folgen zu lassen.

Im Vorjahr gewann er in imposanter Manier zwei Etappen beim Giro d’Italia, im April trotz einer knapp verheilten Knie-Verletzung den schweren Klassiker Amstel Gold Race. Schumacher fährt mit Wut im Bauch: Sein relativ bescheidener Prolog verhinderte, dass er mit einer guten Zeit in Reichweite des Gelben Trikots gelangte. In London hatte er sich wesentlich mehr vorgenommen.

DPA/kbe

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