HOME

Rainer Schüttler: "Ich will Weltmeister werden"

Rainer Schüttler will bei der Tennis-WM in Houston endlich aus dem Schatten von Becker und Stich treten. Die Chancen stehen gut.

Am Montag beginnt in Houston der Master Cup, das Saisonfinale der besten acht Tennispieler der Welt. Gesucht wird der offizielle Weltmeister der diesjährigen Saison.

Mit dabei zum ersten Mal: Rainer Schüttler, Deutschlands Bester, dessen hervorragende Saisonleistung mit dem Höhepunkt des Einzugs ins Finale der Austrialian Open so einen würdigen Abschluss findet. Nach Kiefer, Stich und Becker ist Schüttler überhaupt erst der vierte Deutsche, der an dem saisonalen Schlußpunkt teilnehmen darf. Wenn er auch unter den Buchmachern als Außenseiter und für die US-Amerikaner ein unbeschriebenes Blatt ist - Schüttler rechnet sich durchaus Chancen aus.

"Das Halbfinale ist auf jeden Fall drin"

Der Korbacher strotzt vor Selbstbewusstsein und glaubt an seine Chance. Nichts weniger als den Titelgewinn strebt er an. "Ich will Weltmeister werden, und ich weiß, dass ich es schaffen kann." Auch Schüttlers Coach Dirk Hordorff sieht dem Turnier optimistisch entgegen. Jeder Spieler habe eine Chance. "Das Halbfinale ist für Rainer auf jeden Fall drin".

Becker traut Schüttler viel zu

Für Schüttler geht es am Dienstag los: Sein erster Gegner ist gefährliche Argentinier Guillermo Coria. Außerdem trifft er in der "Roten Gruppe" auf den Lokalmatador Andy Roddick und Sandplatzspezialist Carlos Moya aus Spanien.Die ersten beiden Plätze berechtigen zum Halbfinale. Ein Ziel, die Ex-Champions Becker und Stich für realistisch halten. "Er hat das Zeug dazu", sind sich Becker und Stich einig: "Er kann ins Halbfinale kommen und vielleicht noch viel mehr erreichen."

Über Platz unzufrieden

Gegen Coria wird Schüttler sein 100. Einzel der Saison bestreiten. Auf einem Platz, der nicht bei allen WM-Spielern auf Zustimmung stößt. "Ich bin schon ein bisschen enttäuscht", sagte Schüttler. Von einer WM habe er sich mehr versprochen. Der über dem Sand verlegte Hartplatz sei uneben; und überhaupt verbreite die Anlage des Westside Tennis Clubs eine eher provinzielle Ausstrahlung.

Ein Traum wird wahr

Trotzdem - ein Traum ist für die deutsche Tennishoffnung wahr geworden. Als kleiner Junge hatte sich Schüttler die WM-Auftritte von Boris Becker und Michael Stich im Fernsehen angesehen. Fast vor der Haustür in der Frankfurter Festhalle wurden beide Anfang der 90er Jahre Weltmeister - seinerzeit träumte der junge Rainer S. davon, auch ein großer Champion zu sein. Aber dann wollte ihn Teamchef Becker nicht mal mehr im B-Kader haben. So gesehen ist Houston auch eine Genugtuung. Nun will der bescheidene Hesse endgültig aus deren Schatten treten.

Erst einmal aber geht es gegen Coria. "Dieses Match", so Schüttler, "wird sehr entscheidend sein."

Andreas Bellinger,dpa/Christoph Marx / DPA

Wissenscommunity