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Rallye Dakar: Die Piste, die ihre Fahrer verschlingt

Die Sicherheit ist jedes Jahr das Hauptthema der Rallye Dakar. Der Marathon-Klassiker ist nicht nur die längste und härteste Rallye der Welt, sie ist auch die gefährlichste Motorsport- Veranstaltung.

45 Tote lautet die Schreckens-Bilanz in 27 Dakar- Jahren. Auch vor der am Silvestertag beginnende 28. Auflage des Spektakels haben die Veranstalter der Schutz der Teilnehmer absolute Priorität eingeräumt. Die Realität in der Wüste zeigte aber immer wieder, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt.

So mussten die Organisatoren bei der vergangene Rallye Dakar wegen starker Sandstürme machtlos zusehen, wie ein Großteil der Teilnehmer sich verirrte und wegen Kraftstoffmangels über Nacht in der Wüste liegen blieb. Erst zwei Tage später konnte das Feld nach intensiver Suche und Bergung der Gestrandeten wieder zusammengeführt werden.

Besonders gefährdet sind immer wieder die Motorrad-Solisten. In der ersten Januar-Woche 2005 verunglückten der zweifache Dakar-Sieger Fabrizio Meoni (Italien) und der Spanier José Manuel Perez tödlich. Der Veranstalter zog Konsequenzen und beschränkte erstmals die Höchstgeschwindigkeit bei den Motorrädern und bei den Renn-Trucks auf 150 Stundenkilometer. Für alle Teilnehmer gilt bei Ortsdurchfahrten schon bisher ein Tempolimit von 50 Stundenkilometer, das 2005 durch 1051 GPS-Kontrollen überwacht worden war.

Rettung via Satellit

Erstmals sind alle Fahrzeuge mit dem IriTrack-System ausgerüstet, das im Notfall eine direkte Verbindung via Satellit zwischen dem in Not geratenen Teilnehmer und der Rallye-Zentrale aufbaut. Mit diesem System können die betroffenen Fahrzeuge im Rallye-Hauptquartier geortet werden. Unter der Leitung des französischen Arztes Jean- Charles Lamotte sind während der Rallye 50 medizinische Helfer rund um die Uhr im Einsatz. An jedem Etappenort ist ein spezielles Feld- Hospital aufgebaut. Drei Rettungs-Hubschrauber stehen dort für den Noteinsatz neben zehn geländegängigen Rettungswagen bereit. Spezielle Rettungsfahrzeuge begleiten den Rallye-Tross, um schnelle Hilfe am Unfallort leisten zu können.

Schon bei der letzten Rallye Dakar waren alle Fahrzeuge mit dem Sentinel-System ausgestattet. Es signalisiert dem Piloten akustisch und optisch, wenn ein Fahrzeug im dichten Staub direkt folgt, was das Überholen, bei dem es oft zu Unfällen kam, sicherer macht. Auch Unfälle mit der afrikanischen Bevölkerung, wie sie schon öfter vorkamen, sollen verhindert werden. Radio France International und die lokalen Rundfunkstationen warnen täglich die Einheimischen vor den Autos. Drei Tage vor der Rallye sind vier Veranstalter-Teams in den jeweiligen Gebieten im Einsatz und klären die Menschen über mögliche Gefahren auf.

Sicherheitsmaßnahmen wie bei einer permanenten Rundstrecke können auf die Rallye Dakar nicht übertragen werden. Oft sind es aber die Teilnehmer selbst, die sich selbst überschätzen und die Gefahren unterschätzen.

Toni Hoffmann/DPA

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