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Rallye Dakar 2010: Souveräner Rekordsieger

Er ist der alte Hase im Rallye Dakar Biwak - keiner hat so oft die Dakar gewonnen wie der Franzose Stéphane Peterhansel. Insgesamt gehen neun Siege auf sein Konto.

Von Stefanie Szlapka

Sechs davon errang er auf dem Motorrad und drei im Mitsubishi. Bereits 1988 bestritt er zum ersten Mal das große Wüstenrennen, damals war er Anfang 20 und gerade Enduro-Weltmeister geworden. Eigentlich hatte er im Ziel die Nase voll von den Anstrengungen, doch bereits wenige Wochen später packte ihn das Dakar-Fieber erneut und die große Erfolgsgeschichte begann.

Drei Jahre nach seinem ersten Ritt durch Afrika holte er sich den ersten Sieg, und auch in den folgenden beiden Jahren war er nicht zu schlagen. 1995, 97 und 98 gewann er erneut die Motorradwertung, bevor er in den Vierradbereich und zu Mitsubishi wechselte. Auch hier ließen die Siege nicht lange auf sich warten: 2004, 05 und 07 sicherte er sich Trophäe. Aufs Motorrad würde der Franzose heute nicht mehr zurückkehren - zu gefährlich und inzwischen auch zu anstrengend - wie er heute sagt.

Trotz seiner Erfolge blieb der 43-Jährige auf dem Boden, zeigt sich zurückhaltend und immer freundlich. Wenn er im Auto sitzt, hat er nicht nur die Augen auf Zeit und Konkurrenz, sondern genießt auch die Landschaft um sich herum. Statements über den Tag beginnt er gern mit einer Bewertung der Etappe nach ihrer Naturschönheit. Nicht ohne Grund lebt er in den Alpen und auf Korsika.

Bei der ersten Rallye Dakar in Südamerika sah der Franzose allerdings nicht das Ziel. Einige technische Defekte an seinem Mitsubishi beendeten bereits in der ersten Woche seinen Einsatz. Wenige Wochen später der nächste Schock: Mitsubishi beendete das Rallye-Dakar-Engagement. Damals zog sich Peterhansel total zurück, in der Hoffnung, dass man doch noch eine Lösung für den Rennstall finden würde. Doch nach ein paar Monaten stellte er sich den Angeboten der verschiedenen Rennställe und entschied sich zusammen mit seinem langjährigen Beifahrer Jean-Paul Cottret für das hessische X-raid Team. Hier hat er die Möglichkeit, den BMW mit weiterzuentwickeln und nach vorne zu bringen.

Das war bereits in den ersten Monaten der Zusammenarbeit geglückt und so waren Peterhansel und das Team mit dem großen Ziel, den Dakar-Sieg einzufahren, nach Buenos Aires gereist. Der Start war erfolgversprechend: Auf der dritten Etappe übernahm Peterhansel die Gesamtwertung. Doch auf der fünften Etappe platzte der große Traum. Die Kardanwelle brach - es folgte eine einstündige und erfolgreiche Reparaturpause! Jedoch war aus dem Vierradantrieb ein Zweiradantrieb geworden. Auf der Fahrt ins Biwak verlor er erneut ein Stunde auf die Konkurrenz.

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Stéphane Peterhansel in stern.de: "Die 12. Etappe von San Juan nach San Rafael zeigte, woran es dem BMW X-raid Team noch fehlt - an der Haltbarkeit! Für mich war es keine gute Etappe - ich weiß nicht woran es liegt, aber vergangenes Jahr bin ich genau auf dieser Etappe mit dem Mitsubishi ausgefallen. Heute waren wir schnell unterwegs, aber 15 Kilometer vor dem Ende hatten wir ein Problem mit den Stoßdämpfern. Alle vier Stoßdämpfer sind ausgefallen!

Auf der Etappe hatten wir viel Grünzeug von den kleinen Bäumen aufgesammelt und das Kraut hat das Kühlsystem verstopft. Die Etappe haben wir mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h beendet. Das war wirklich ärgerlich, da wir wirklich schnell unterwegs waren. Ich konnte Miller und andere Fahrer überholen. Der Beginn war wirklich schön, aber es nahm kein gutes Ende.

Dabei haben wir in den vergangenen acht Monaten einen guten Job gemacht und konnten den BMW weiterentwickeln. Aber ich denke, wir hatten nicht genügend Zeit zum Testen, um auch die Haltbarkeit des Fahrzeuges zu verbessern. Aber wir sind schon auf einem hohen Niveau angekommen. Wir müssen uns nur noch etwas steigern. Wir hatten während der Rallye einige Probleme, die wir jetzt analysieren müssen."

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