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Rallye Dakar: Luc Alphand ist Wüsten-König

Für den ehemaligen Ski-Weltcupsieger ist es der erste Sieg bei der Dakar. Mitsubishi ist bereits zum elften Mal beim Wüsten-Klassiker erfolgreich.

Von Christian Gebhardt

Nach zwei Todesfällen auf der 13. und 14. Etappe wurde die abschließende Etappe in der senegalesischen Hauptstadt Dakar neutralisiert. Luc Alphand und sein Beifahrer Gilles Picard standen damit schon vor der letzten Prüfung des Wüsten-Marathons als Sieger fest. Das Mitsubishi-Duo hatte auf der zwölften Tagesetappe der 28. Dakar seit 1979 die Führung von Teamkollege Stéphane Peterhansel übernommen und sie danach bis ins Ziel verteidigt.

„Bei meiner allerersten Teilnahme musste ich aufgeben. Da habe ich mir geschworen, dass ich das nicht mehr erleben will. Dass wir nun gewonnen haben, ist einfach fantastisch. Ich wusste, dass ich eine große Chance hatte, hier zu siegen, denn unser Team hat hart an der Weiterentwicklung des Autos gearbeitet. Ich denke, alles in allem war Mitsubishi die Mannschaft mit den besten Allround-Fähigkeiten“, strahlte Alphand nach seinem Triumph überglücklich.

Der Spanier Nani Roma kletterte als Dritter für Mitsubishi in Dakar aufs Podium. Seriensieger Stéphane Peterhansel wurde diesmal nur Vierter, nach dem auf der zwölften Etappe sein Traum von einem Dakar-Hattrick nach einem Fahrfehler an einem Baum endete. Das größte Pech im Mitsubishi-Team hatte allerdings Hiroshi Masuoka. Der Japaner (Sieger 2002 und 2003) schied schon frühzeitig nach einem Überschlag aus.

Erfahrung macht Mitsubishi-Team aus

Der Franzose bescherte dem Mitsubishi-Team außerdem den sechsten Erfolg bei der Wüsten-Tour in Folge. "Letztes Jahr konnte ich unserer Siege noch an zwei Händen abzählen, dieses Jahr fehlt mir dazu ein Finger", scherzte Mitsubishi-Teamchef Dominique Serieys über den elften Dakar-Sieg seines Teams. "Es war keine leichte Rallye, aber unser Team hat unser Ziel, ein sechstes Mal in Folge zu gewinnen, nie aus den Augen verloren. Unsere Mannschaft und unser Budget sind kleiner als die der Konkurrenz, aber unsere Erfahrung hat am Ende den Ausschlag gegeben", lobte Serieys die Leistung des Teams.

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Zufriedenheit beim VW-Team

Für Volkswagen endet das Wüsten-Abenteuer auf Platz zwei. Seit dem Porsche-Sieg im Jahr 1986 war es die beste Platzierung eines deutschen Hersteller bei der Dakar. Giniel de Villiers und seine Co-Pilotin Tina Thörner fehlten nach insgesamt 9.043 Dakar-Kilometern 17.53 Minuten auf die Sieger. "Es war eine tolle Rallye, und mit dem zweiten Rang bin ich natürlich zufrieden. Es ist für uns und für das Team ein schöner Erfolg. Jeder im Volkswagen Team hat einen tollen Job gemacht. Es war bis zuletzt spannend, und es hätte auch anders ausgehen können. Der Sieg war grundsätzlich möglich – viel hat uns nicht gefehlt", zeigte sich der Südafrikaner de Villiers zufrieden.

Kleinschmidts traurige Bilanz

Nicht ganz so glücklich war Jutta Kleinschmidt. Die deutsche Wüsten-Hoffnung auf den Gesamtsieg schied schon auf der elften Etappe aus. "Unser Ausfall war unglücklich, doch wir hatten das Rennen schon vorher beim Festfahren verloren. Aber wir wären die Rallye sehr gerne zu Ende gefahren", erklärte die Siegerin von 2001.

Rallye überschattet von Todesfällen

Überschattet wurde die Rallye Dakar wieder von drei Todesfällen. Auf der neunten Etappe starb der Motorrad-Pilot Andy Caldecott nach einem schweren Sturz. Sehr tragisch verliefen die beiden vorletzten Dakar-Tage. Nach dem Tod von zwei kleine Jungen, die mit ihren Eltern die Rallye als Zuschauer verfolgten und von Rallye-Fahrzeugen getötet wurden, entschloss sich der Veranstalter die letzte Prüfung ohne Zeitwertung auszutragen.

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