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Rallye Dakar: Auch Peterhansel fährt gegen Baum

Nach Jutta Kleinschmidt hat es den Favoriten Stéphane Peterhansel erwischt - er brummte gegen einen Baum. Die Gesamtführung hat nun der ehemalige Ski-Weltcupsieger Luc Alphand.

Von Christian Gebhardt

Vier Tage lag Stéphane Peterhansel in Führung - und es schien schon so, als würde er den Dakar-Hattrick schaffen. Dann zerschlug ein Unfall - ähnlich wie bei Volkswagen-Pilotin Jutta Kleinschmidt auf der gestrigen Etappe - alle Träume vom Gesamtsieg. Auf dem Weg von Bamako nach Labé in Guinea kollidierte der Mitsubishi-Pilot mit einem Baum. Durch die Reparatur an der Antriebswelle und der Radaufhängung verlor Peterhansel über drei Stunden und ist nur noch Gesamt-Vierter (Tageswertung Platz 52). Mehr Glück hatte sein Mitsubishi-Teamkollege Luc Alphand. Der Franzose gewann die zwölfte Etappe mit einer fehlerfreien Fahrt und preschte an die Spitze der Gesamtwertung. "Bei dieser Rallye kann alles passieren. Stéphane hatte heute Pech, aber Luc hat seine Sache für uns sehr gut gemacht. Er muss auf den kommenden Etappen sehr vorsichtig sein", mahnte Mitsubishi-Teamchef Dominique Serieys den neuen Spitzenreiter.

"Eine lange, extrem harte Rallye"

Schnellster Verfolger der japanischen Werks-Mannschaft bleibt Volkswagen-Pilot Giniel de Villiers, er liegt mit 20 Minuten Rückstand auf Position zwei. Platz drei nimmt Nani Roma ein, ein weiterer Mitsubishi-Pilot. "Was für ein Tag! Giniel de Villiers ist nun Zweiter – klasse. Gestern traf das Schicksal Jutta Kleinschmidt, heute Mitsubishi und Peterhansel – es ist eine lange, extrem harte Rallye. Und es liegen immer noch mehr als 1300 Kilometer vor uns. Unsere Fahrer haben heute auf der Marathon-Etappe ihr Material geschont und sind sehr gut gefahren", lobte Volkswagen-Teamchef Kris Nissen die Leistung seiner Mannschaft auf der insgesamt 872 kilometerlangen Tagesetappe. Volkswagen-Fahrer Mark Miller fährt mit seinem Race Touareg derzeit auf Position fünf, vor seinen Teamkollegen Bruno Saby (Gesamt-Achter) und Ex-Rallye-Champion Carlos Sainz auf Rang elf.

Deutsche Piloten weiter im Pech

Nach dem Ausfall von Wüsten-Queen Jutta Kleinschmidt hält die Pechsträhne der deutschen Dakar-Teilnehmer weiter an. Nachdem bereits auf der elften Wertungsprüfung der sechsfache deutsche Rallye-Meister Matthias Kahle, der zwischenzeitlich sogar bis auf Rang 10 vorgefahren war, endgültig aufgeben musste, kam heute auch das Aus für Ellen Lohr. Die ehemalige DTM-Pilotin blieb mit einem technischen Defekt knapp vor der Grenze von Mali nach Guinea liegen. Bereits auf der elften Prüfung hatte die Wahl-Monegassin Pech, als sie von einem anderen Konkurrenten gerammt wurde. Nach langem Warten und Eil-Reparatur in der Wüste konnte Lohr noch einmal weiterfahren, ein dringend nötiger Service-Check ihres Rallye-Boliden konnte jedoch vor Beginn der nächsten Prüfung nicht mehr durchgeführt werden. Die Folge der fehlenden Wartung – ein festgefahrenes Radlager. "Wir sind alle sehr enttäuscht, dass wir die Rallye durch einen unverschuldeten Unfall nicht zu Ende fahren können. Bei aller Enttäuschung sind wir aber auch stolz. Wir haben in unserem Premierenjahr drei Viertel der härtesten Rallye der Welt erfolgreich geschafft. Unser gesamtes Team hat in den vergangenen 13 Tagen unglaublich hart gearbeitet und gekämpft, um das Ziel Dakar zu erreichen. Wir setzen jetzt alles daran, um mit unserer gesamten Flotte in Dakar einzufahren", sagte die Pilotin vom Kwikpower Mercedes-Benz Team.

Auf der 13. Etappe geht es von Labé in Guinea nach Tambacounda in den Senegal. Über schmalen Strecken fahren die Dakar-Teilnehmer bis auf 1000 Meter Höhe durch afrikanisches Bergland.

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