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Silk Way Rallye: Hoher Besuch mit Verspätung

Nach acht Tagen und über 4800 Kilometern ist die Silk Way Rallye von St. Petersburg nach Sotschi zu Ende gegangen. Wie erwartetet konnte keiner den Race Touaregs von Volkswagen Motorsport, die einen Dreifacherfolg einfuhren, das Wasser reichen.

Der aktuelle Rallye-Dakar-Sieger Carlos Sainz hatte sich über die Distanz am wenigsten Fehler geleistet und sicherte sich so seinen vierten Rallye-Sieg in Folge.

Rang zwei mit über acht Minuten Rückstand erreichte der Katarer Nasser Al Attiyah mit seinem deutschen Co-Piloten Timo Gottschalk vor dem Amerikaner Mark Miller. Der vierte Race Touareg mit dem Südafrikaner Giniel de Villiers und dem deutschen Navigator Dirk von Zitzewitz war nach einem Unfall ausgefallen. Bester VW Motorsportler wurde der Deutsche Matthias Kahle in einem Buggy.

Viele Teams nehmen die Silk Way Rallye als reinen Testeinsatz für die große Rallye Dakar im Januar in Südamerika. Schließlich haben beide Veranstaltungen mit der ASO (Amaury Sport Organisation) den gleichen Organisator. Zudem fordert die Rallye durch Russland mit ihren langen und harten Etappen und der schwierigen Navigation das gesamte Team. Doch bei der russischen Regierung einen überraschend hohen Stellenwert.

Schaulauf der Mächtigen

Bereits bei ihrer ersten Ausgabe 2009, damals führte die Route von Russland, durch Kasachstan nach Turkmenistan, gaben sich die hohen Politiker ein Stelldichein. So waren die Präsidenten der drei Gastländer in Turkmenbashi, der ehemaligen Hauptstadt Turkmenistans, zusammengekommen, um den Start der letzten Etappe zu feiern.

2010 reiste wieder hoher Besuch ins Biwak: Ministerpräsident Vladimir Putin flog mit vollem Stab in Maikop ein. Bereits um 17 Uhr wurde ein vollständiges Ausgehverbot über das Gelände verhängt. Gegen 21:30 Uhr landete der bekennende Motorsportfan schlussendlich, stattete dem russischen Racetruck Team Kamaz einen kurzen Besuch ab und begab sich anschließend zu Volkswagen Motorsport.

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Zu wenige attraktive Teams

Vergangenes Jahr war es zu einigem Unmut gekommen, da die drei Präsidenten das VW Team komplett ignoriert hatten und die Fahrer, inklusives des damaligen Siegers Sainz, nicht einmal hinter die Absperrung durften. Doch man hatte daraus gelernt und so führte Putin ein ausführliches und lockeres Gespräch mit Dakar-Sieger Sainz und ließ sich den Race Touareg in allen Einzelheiten erklären.

Wieder betonte Putin die große Wichtigkeit der Rallye speziell im Bezug auf Publicity für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi. Jedoch werden sich die Veranstalter ihre Gedanken über die Zukunft machen müssen. Eine Rallye, in der nur wenige europäische Teams an den Start gehen, dazu mit VW nur ein dominierendes Topteam, kann nicht mit hoher Aufmerksamkeit rechnen. Schon gar nicht außerhalb Russland, wo man schließlich für die Winterspiele Interesse generieren will.

Stefanie Szlapka

Wissenscommunity