Regina Halmich Die Süße und das Biest


Deutschlands erfolgreichste Boxerin strebt am Wochenende ein Jubiläum an: Zum 50. Mal in ihrer Profikarriere könnte Regina Halmich den Ring als Siegerin verlassen. Eine baumlange Ungarin will das verhindern.

Regina Halmich will schaffen, was Dariusz Michalczewski versagt geblieben ist. Deutschlands Box-Queen strebt am Samstagabend in Düsseldorf (22.00 Uhr) ihren 50. Profi-Sieg an. "Der 'Tiger' hat zwar die Marke nicht geschafft, aber ich bin nicht abergläubisch. Ich will in Düsseldorf zeigen, dass man es bei runden Jubiläen so richtig krachen lassen sollte", sagte die WIBF-Weltmeisterin im Fliegengewicht vor ihrer freiwilligen Titelverteidigung - dem insgesamt 45. WM-Kampf - gegen die Ungarin Viktoria Milo.

Bei allem guten Willen wird die Herausforderin das Freudenfest vermutlich nicht stören können. Milo überragt Halmich zwar um knapp zehn Zentimeter, dafür steht ihr Kampfrekord (20 Kämpfe/15 Siege) um Längen hinter dem der Deutschen zurück. Halmich formuliert vor ihrem ersten Auftritt in der Rheinmetropole dennoch vorsichtig: "Milo boxt sehr aggressiv und geht permanent nach vorn. Ich denke, das wird ein sehr, sehr spannender Kampf."

Noch kein Karriere-Ende in Sicht

Danach wird aber noch lange nicht Schluss sein. Die mittlerweile auch zur Quoten-Königin emporgestiegene Karlsruherin hat im Ring noch einiges vor. "Das wird mit Sicherheit nicht mein letzter Kampf. Solange mich die Leute sehen wollen, ist das Motivation genug. Ich will als Weltmeisterin ungeschlagen abtreten", sagte die 29-Jährige, die das Frauen-Boxen in Deutschland hoffähig gemacht hat. Börsen in sechsstelliger Höhe und gut dotierte Werbeverträge entschädigen die gelernte Rechtsanwaltsgehilfin mittlerweile für ihr unermüdliches und zu Anfang belächeltes Engagement für das Frauen-Boxen in Deutschland.

Auf der Männer-Seite hat Zsolt Erdei ähnliche Pionierarbeit wie Regina Halmich bei den Frauen geleistet und genießt in seiner ungarischen Heimat wohl einen noch höheren Bekanntheitsgrad als die Berufskollegin in Deutschland. Der 31 Jahre alte Halbschwergewichtler verteidigt seinen WBO-WM-Titel im zweiten Hauptkampf des Events gegen den ein Jahr älteren Australier Paul Murdoch (31 Kämpfe/25 Siege). "Er ist mit seinen langen Armen und seinem staksigen Kampfstil sicher nicht zu unterschätzen", berichtete der in 23 Kämpfen ungeschlagene "Feuervogel" aus der Hamburger Universum Promotion.

Sdunek bremst Erdei

Für Erdei ist seine fünfte Titelverteidigung so etwas wie ein Comeback, nachdem er krankheits- und verletzungsbedingt seit fast sieben Monaten nicht mehr im Wettkampf-Ring gestanden hat. Trainer Fritz Sdunek sieht darin keinen Nachteil. "Zsolt hat die besten Boxer der Welt geboxt und geschlagen. Er darf nur nicht zu übermütig werden", warnte der Meistermacher. "Aber ich kenne Zsolts Ehrgeiz. Ich bin mir sicher, dass er Murdoch ausboxen wird."

DPA


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