Schach-WM Anand deklassiert Kramnik


Der Inder Viswanathan Anand bleibt Schach-Weltmeister. Der Titelverteidiger erkämpfte bei der WM in Bonn am Mittwoch mit Weiß in der elften Partie das benötigte Remis zum insgesamt deutlichen 6,5:4,5-Erfolg gegen Wladimir Kramnik. Fachleute sprechen von einem "Untergang" des russischen Herausforderers.

Anand blieb sich trotz des beruhigenden Vorsprungs vor der Partie treu und wählte einen offensiven Beginn mit Bauer auf e4. Kramnik reagierte angesichts seiner fast hoffnungslosen Situation mit der aggressiven Najdorf-Variante der sizilianischen Eröffnung. Es entwickelte sich eine undurchsichtige Partie, in der Kramnik beim 17. Zug mit Bauer auf e5 seine Chancen schmälerte. Nach 3:01 Stunden und 24 Zügen einigten sich Anand und Kramnik im Spielsaal der Bundeskunsthalle auf das Remis.

600.000 Euro für beide Spieler

"Unglaubliches ist geschehen, einen solchen Ausgang hätte ich mir nicht träumen lassen", sagte der deutsche Großmeister Helmut Pfleger dem sid: "Es ist unerhört, dass Kramnik zweimal mit Weiß verloren hat. Auf diesem Weltklasse-Niveau ist das Endergebnis fast schon ein Untergang."

Beide Spieler erhalten nach der ersten Weltmeisterschaft auf deutschem Boden seit 1934 600.000 der 1,5 Millionen Euro Preisgeld. 300.000 Euro gehen an den ausrichtenden Weltverband FIDE.

2009 muss Anand seinen 2007 in Mexiko errungenen Titel entweder gegen Wesselin Topalow, Ex-Weltmeister aus Bulgarien, oder den US-Amerikaner Gata Kamsky verteidigen. Wann und wo dieses Duell stattfinden wird, ist völlig offen. Das Duell Kamsky gegen Topalow um das Herausforderungsrecht ist bereits für November terminiert, organisatorische Probleme erfordern aber wahrscheinlich eine Verschiebung.

sid/kbe


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