SCHWIMM-EM Franzi will wieder gewinnen


Nach ihrem fulminanten Comeback bei den Deutschen Meisterschaften ist Franziska van Almsick wieder zur Hoffnungsträgerin geworden. Gelingt ihr bei der EM der ganz große Coup?

Geheim-Mission EM: Franziska van Almsick taucht kurz auf und gleich wieder unter - mit großen Plänen und begleitet von vielen Spekulationen. »Ich habe in den letzten Wochen seit den deutschen Meisterschaften hart gearbeitet und versucht, mich noch zu steigern«, teilte der 24 Jahre alte Schwimmstar den Fans »da draußen« via Internet mit, »ich fühle mich fit, bin gesund und habe Mut und den nötigen Ehrgeiz, die EM jetzt in Angriff zu nehmen.« Ansonsten ist sie unerreichbar. »Franzi« wird vor den Europameisterschaften in ihrer Heimatstadt Berlin (25. Juli bis 4. August) von Management, Trainer und Verband abgeschirmt wie noch nie.

Zur Pressekonferenz durchgerungen

Am Sonntag zieht sie in das Abschlusstrainingslager der Nationalmannschaft in Potsdam ein. Eigentlich wollte sie vor der am Donnerstag beginnenden EM keinen öffentlichen Auftritt mehr, keine Interviews, keine Kameras vor dem ersten Aufeinandertreffen mit der internationalen Konkurrenz seit Sydney 2000. Dem Druck folgend, hat sich Franziska van Almsick zu einer Pressekonferenz am Montag in Berlin durchgerungen. »Es gibt so viele Anfragen«, sagt Managerin Regine Eichhorn.

Danach geht »Franzi« wieder auf Tauchstation. Die PK werde vor Beginn der Schwimm-Wettbewerbe am 29. Juli »die letzte Möglichkeit zu einem Gespräch mit Franziska van Almsick sein«, teilte der europäische Verband mit. Der »Tag der offenen Tür« am Donnerstag im Quartier in Potsdam findet ohne den Star statt.

Nach ihrem großen Comeback bei den »Deutschen« im Juni in Warendorf ist Franziska van Almsick, zuvor von vielen schon abgeschrieben, wieder zum Hoffnungsträger geworden. Ihr einziges Ziel: schnell sein. Ihre Richtzeit: der eigene 200-m-Freistil- Weltrekord vom 6. September 1994 in Rom - 1:56,78 Minuten. »Ich habe viel Selbstvertrauen gewonnen, und dennoch weiß ich, das wird kein Kinderspiel«, teilte Franziska van Almsick auf ihrer Homepage mit, »ich werde mein Bestes geben, versprochen!!! und hoffentlich meine Träume wahr werden lassen! Bitte erwartet nicht zu viel ...«

Trainer: »Franzi ist topfit«

Mit 1:57,74 Minuten war die zuletzt von Verletzungen, Erkrankungen und sportlichen Tiefschlägen geplagte Ex-Weltmeisterin zwei Jahre nach dem Olympia-Debakel von Sydney bei den »Deutschen« wieder in die Weltelite zurückgeschwommen. »Kommt sie in diesen Bereich, wird niemand sie schlagen können«, prophezeit Cheftrainer Ralf Beckmann für die EM. Für »Franzi« noch nicht genug: »Ich will mehr.« Beckmann: »Man kann ihr wirklich alles zutrauen.« Vom Höhentrainingslager in der spanischen Sierra Nevada ist sie »topfit« zurückgekehrt.

Franziska van Almsick will sich öffentlich auf keine Prognosen einlassen. »Ich werde mir etwas auf einen Zettel schreiben, den Zettel weglegen und danach gucken, was ich geschafft habe«, hat sie der dpa verraten. Auch sonst gibt sie Rätsel auf. Sind die Weltmeisterschaften im kommenden Jahr in Barcelona ihr nächstes Ziel, will sie bei Olympia 2004 in Athen nach drei vergeblichen Versuchen in Barcelona, Atlanta und Sydney zum vierten Mal nach Gold greifen? »Ich denke, ich werde Euch alle damit überraschen, wenn ich irgendwann sage: Jetzt ist es vorbei, das war?s. Und dann bin ich weg«, hat sie gesagt. Und sie hat schon oft davon geträumt: Weltrekord - und tschüs.

Von Richard Janssen und Dietmar Fuchs, dpa


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