SKIFLUG-WELTCUP Deutsche Adler holen Silber


Die deutschen Skispringer haben beim Weltcup-Finale den zweiten Platz im Teamwettbewerb belegt. Martin Schmitt stellte mit 224 Metern einen neuen deutschen Rekord auf.

Martin Schmitt und Sven Hannawald sind am Ende einer erfolgreichen Saison zu bisher nicht erreichten Weiten geflogen. Beim Team-Skiflugweltcup in Planica blieb Schmitt am Samstag mit 224 m nur einen Meter unter der inoffiziellen Weltrekord- Marke von Andreas Goldberger (Österreich). Der 24 Jahre alte Mannschafts-Olympiasieger verbesserte die deutsche Rekordmarke von Christof Duffner (Schönwald) gleich um 4,5 Meter. Weltmeister Hannawald (Hinterzarten) war mit 215 und 220 m bester Einzelspringer. Die Team-Konkurrenz gewann Finnland mit 1612,7 Punkten vor Deutschland (1539,5) und Österreich (1494,0).

Packender Wettkampf vor 60.000 Zuschauern

Vor 60.000 Zuschauern ermöglichten wechselnde Winde und eine zeitweise gute Thermik auf der größten Skiflug-Schanze der Welt einen packenden Wettkampf. Schmitt hatte bei seinem Flug mit den Winden zu kämpfen und konnte dem Landungsdruck im Schanzenradius nicht standhalten. Unklar blieb, ob er mit dem Gesäß im Schnee oder auf dem Ski aufsetzte. Die fünf Wertungsrichter sahen das unterschiedlich. Zwei zogen die für eine Schneeberührung vorgesehenen sieben Punkte ab, zwei beließen es bei minderen Abzügen für den fehlenden Telemark. »Ich wollte den Sprung auf jeden Fall stehen. Es war ein Kampf bis zum Schluss, genießen kann man so etwas nicht«, sagte Schmitt.

Deutschland führt Nationenwertung an

In der Nationenwertung führt Deutschland vor dem abschließenden Einzel-Skifliegen am Sonntag (10.00 Uhr/ARD live) mit 4812 Punkten vor Österreich (4761). »Wir waren noch nie so nah dran. Die Mannschaften sind eng zusammen, es wäre keine Schande, wenn wir knapp verlieren würden«, sagte Bundestrainer Reinhard Heß. In der 23- jährigen Geschichte des Weltcups konnte Deutschland die Nationenwertung noch nie gewinnen. Auch Finnland (4691) hat noch Chancen. Deren bester Springer, Matti Hautamäki, verpasste Goldbergers Weltrekord-Marke nur um einen halben Meter. Um die Weitenjagd einzudämmen, erkennt der Internationale Skiverband FIS allerdings Weltrekorde nicht offiziell an.

»Ich wollte den Weltrekord knacken«

Sven Hannawald war nach den weitesten Flügen seiner Springer- Karriere zufrieden. »Ich wollte den Weltrekord knacken. Das Fliegen macht mir immer noch Spaß, auch nach so einer langen Saison.« Für Bundestrainer Heß waren Hannawalds 220 m kein optimaler Versuch: »Vielleicht wollte er im Mittelabschnitt zu viel, weil er gemerkt hat, dass er Weltrekord springen kann.«

Endstand nach zwei Durchgängen:

1. Finnland (Matti Hautamäki, Veli-Matti Lindström, Risto Jussilainen, Janne Ahonen) 1612,7 Punkte; 2. Deutschland (Christof Duffner, Martin Schmitt, Michael Uhrmann, Sven Hannawald) 1539,5; 3. Österreich (Martin Koch, Andreas Widhölzl, Andreas Goldberger, Wolfgang Loitzl) 1494,0; 4. Japan 1427,3; 5. Slowenien 1369,1; 6. Norwegen 1330,9; 7. Frankreich 1266,3; 8. Tschechien 963,1; 9. Polen 933,0

Nationencup nach 27 von 28 Wettbewerben:

1. Deutschland 4812; 2. Österreich 4761; 3. Finnland 4690; 4. Japan 2721; 5. Polen 2105; 6. Slowenien 2188; 7. Norwegen 897; 8. Schweiz 779


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