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SPORT: Zoff mit der UEFA: Blatter lässt Fragen offen

Ein mehr als zarter Burgfrieden, mehr ist beim Spitzentreffen des Internationalen Fußball-Verbandes (FIFA) und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) nicht herausgekommen.

Ein mehr als zarter Burgfrieden, mehr ist beim Spitzentreffen des Internationalen Fußball-Verbandes (FIFA) und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) nicht herausgekommen. UEFA-Präsident Lennart Johansson sagte nach dem Besuch des FIFA-Vorsitzenden Joseph Blatter in Stockholm: »Es war ein konstruktives Treffen und ein ehrlicher Austausch von Ansichten. Ich glaube, wir haben heute Fortschritte gemacht«. Allerdings betonte Johansson auch, dass Blatter den von ihm in der vergangenen Woche erstellten Katalog von 25 Fragen nicht vollständig beantwortet habe. »Es sind einige Fragen noch immer offen und ich warte darauf, zu seiner Zeit schriftliche Antworten vom FIFA-Präsidenten zu erhalten«, beharrte Johansson in einer schriftlichen Erklärung auf seine Forderungen.

Unverständnis und Empörung

Im FIFA-Büro in Zürich stieß das Kommunique aus der UEFA-Zentrale in Nyon auf Unverständnis und Empörung, weil beide Präsidenten zuvor nach FIFA-Darstellung ein Stillschweige-Abkommen vereinbart hatten. Blatter hatte gegenüber engen Mitarbeitern von einem »sehr guten Meeting in freundschaftlicher Atmosphäre« gesprochen, bei dem man Unklarheiten ausgeräumt und sich zur Zusammenarbeit verständigt habe.

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Der ISMM-Skandal

stern.de: UEFA-Johansson: 25 Fragen an Blatter

stern.de: Einstweilige Verfügung gegen FIFA-Präsident Blatter

stern.de: Bestechungsskandal erschüttert Sportwelt

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In der UEFA-Erklärung heißt es hingegen, Blatter habe eine bessere Kommunikation und Transparenz zugesichert. Man habe vereinbart, dass die FIFA-Exekutive künftig in alle strategischen Diskussionen »komplett eingebunden werde«, so Johansson. Beide Seiten hätten sich zudem über eine Rückkehr zu besseren Umgangsformen verständigt. »Eine Konfrontation ist nicht nötig, wenn gegenseitiger Respekt unsere Aktionen begleitet«, urteilte Johansson.

Ruhe in die FIFA bringen

Das Treffen mit Johansson wertete Blatter als einen ersten Schritt, das derzeit extrem angespannte Verhältnis zwischen den beiden Verbänden zu beruhigen. »Ich will wieder Ruhe in die FIFA bringen. Das ist jetzt erst einmal mein wichtigstes Ziel«.

Blatter wies erneut alle Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Konkurs des langjährigen Marketing-Partners ISL/ISMM zurück, insbesondere den der Bestechlichkeit. »Sie werden keinen Beweis finden, weil ich absolut unschuldig bin«, sagte der FIFA-Präsident. Er habe auch keine Anhaltspunkte, dass es bei wichtigen Entscheidungen der FIFA- Exekutive, beispielsweise der Vergabe der WM 2006 an Deutschland, nicht mit sauberen Mitteln zugegangen sei.

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