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+++ Jahres-PK im Live-Blog +++ Putin: "Türkei hat beschlossen die USA an einem bestimmten Körperteil zu lecken"


Großes Medienspektakel in Moskau: Zum elften Mal veranstaltete Wladimir Putin seine Jahrespressekonferenz. Aktuelle internationale Konflikte wie Syrien, Ukraine oder der russischen Streit mit der Türkei kamen auf den Tisch.

Es war ein turbulentes Jahr für Wladimir Putin: Ein russischer Militäreinsatz in Syrien an der Seite des syrischen Präsidenten Baschar al Assad, die Ukraine-Krise, ein Terroranschlag auf eine russische Passagiermaschine in Ägypten und schließlich eine Eskalation der Beziehungen mit der Türkei. Kurz vor Jahresende zog Kremlchef Wladimir Putin am Donnerstagvormittag vor der versammelten Weltpresse Bilanz. Zu seiner Jahrespressekonferenz in Moskau meldeten sich rund 1400 russische und ausländische Journalisten an. Angesichts zahlreicher internationaler Krisen und eines angespannten Verhältnisses Russlands zum Westen wurden die Aussagen Putins mit Spannung erwartet. Mehr als drei Stunden dauerte die Marathon-Veranstaltung. Die wichtigsten Aussagen Putins für Sie zum Nachlesen.

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Putins Medienspektakel im Live-Blog

  • Ellen Ivits
    • Ellen Ivits

    Wladimir Putin beendet die Pressekonferenz. Mehr als drei Stunden beantwortete der russische Präsident die Fragen der Journalisten.

  • Ellen Ivits
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    Ein Reporter des Radiosenders "Echo Moskwy" befürchtet, dass die Ermittlungen im Fall des ermordeten oppositionellen Politikers Boris Nemzow behindert werden.

    "Ich kannte Boris Nemzow persönlich. Wir hatten nicht immer ein schlechtes Verhältnis. Aber auch wenn unsere politischen Ansichten sich widersprachen, ist ein Mord unter keinen Umständen hinnehmbar", antwortet Putin. Niemand werde die Mörder decken. Man müsse die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten.

    Der 55-jährige Nemzow war Ende Februar auf einer Brücke im Zentrum Moskaus in Sichtweite des Kremls erschossen worden. Der frühere Vize-Ministerpräsident war einer der prominentesten Widersacher von Staatschef Wladimir Putin und ein scharfer Kritiker von dessen Ukraine-Politik.

  • Ellen Ivits
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    Wladimir Putin widmet sich dem Thema Ägypten. Ein Journalist aus Ägypten möchte wissen, wann Russland wieder Touristen nach Ägypten reisen lässt.

    "Das Ausbleiben des russischen Touristenstromes nach Ägypten hat nichts mit der ägyptischen Regierung zu tun. Aber derzeit kann Kairo keine Sicherheit für russische Touristen gewährleisten", sagt Putin.

    Am 31. Oktober stürzte eine russische Passagiermaschine über der ägyptischen Sinai-Halbinsel ab. Ein Bombebnanschlag der Terrormiliz IS war der Absturzgrund.

  • Ellen Ivits
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    Das Privatleben Putins wird zum Thema. Ein Journalist möchte wissen, ob Putins Tochter an der Moskauer Universität arbeitet.
    Putin entgegnet: "Ich habe so viel über meine Töchter in den vergangenen Wochen gelesen. Ich möchte betonen, dass meine Töchter in Russland leben, sie studieren an russischen Universitäten und haben niemals dauerhaft im Ausland gelebt. Ansonsten möchte ich nicht bekannt geben, was sie machen und wo sie arbeiten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Unter anderem um ihrer Sicherheit willen."

  • Ellen Ivits
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    Komplimente für Putin: Eine Journalistin aus Sibirien macht Putin Komplimente. "Herr Putin, Sie sind in herausragender körperlicher Verfassung. Sie sind ein Vorbild für unsere Jugend", schmeichelt sie.
    Das geht runter wie Öl: "Und das ohne Doping, möchte ich betonen", scherzt der Kremlchef grinsend.

  • Ellen Ivits
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    Putin äußert sich zum aktuellen Korruptionsskandal der Fifa: "Wir haben die WM-Austragung im fairen Wettbewerb bekommen", beteuert der Kremlchef. "Wir haben keinerlei Einfluss auf die Fifa-Entscheidung genommen", sagt Putin.
    Josef Blatter verdient Putins Ansicht nach den Nobelpreis. Blatter habe viel für den Fußball getan und sei eine sehr respektable Person. Hinter dem Fifa-Skandal wittert Putin Ränke des Westens. "Kein Land darf seine Jurisdiktion auf internationale Organisationen ausdehnen", sagt er.

  • Ellen Ivits
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    Im Konflikt mit Georgien zeigt sich Putin kompromissbereit. Russland sei bereit, die Beziehungen wiederherzustellen und die Visumpflicht wieder aufzuheben, betonte Putin. Russland habe diesen Konflikt aber nicht angefangen.
    Die Ernennung des früheren georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili zum Gouverneur der ukrainischen Region Odessa bezeichnete der Kremlchef jedoch als "Spucken ins Gesicht des ukrainischen Volkes".

  • Ellen Ivits
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    Von den großen internationalen Problemen geht Putin wieder über zu nationalen Streitfragen. Insbesondere geht er auf den Streit um kostenpflichtige Parkplätze in russischen Großstädten und mautpflichtige Straßen ein.

    Die Einführung von kostenpflichtigen Parkplätzen in Moskau und andren Megastädten ist in diesem Jahr in der russischen Öffentlichkeit auf viel Kritik gestoßen.
    Gegen die umstrittene Straßenmaut protestieren seit einem Monat Tausende Lastwagenfahrer. Natürlich habe er Sympathien für die "Jungs", sagte Putin. Doch die schweren Lastwagen richteten an den Straßen großen Schaden an. Putin hatte sich bislang nicht zu der spontanen Protestbewegung der Lastwagenfahrer geäußert. Die Fahrer kritisieren, dass die Maut sie ein Drittel ihrer Einkommen koste.

  • Ellen Ivits
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    Eine Frage der Nachrichtenagentur Interfax: "Werden die russischen Reserven angesichts der fallenden Ölpreise für den Krieg in Syrien ausreichen?
    Putins Antwort: "Wir haben den Krieg in Syrien nicht angefangen. Und unsere Handlungen dort belasten den Haushalt nicht. Dort werden Mittel verwendet, die für militärische Übungen vorgesehen waren. Und wo könnte es eine bessere Übung geben als in Syrien? Wir können dort lange "trainieren", ohne einen nennenswerten Schaden für den Staatshaushalt."

  • Ellen Ivits
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    Der Ukraine-Konflikt wird zum Thema. Putin bemerkt: "Wir erwarten eine Verschlechterung der Wirtschaftsbeziehungen zur Ukraine ab Januar. Russland plant aber keine Sanktionen gegen die Ukraine."
    Er habe kein Interesse daran, den Konflikt mit der Ukraine weiter zu verschärfen, sagt Putin. Er wolle eine Lösung, aber nicht auf Kosten der Menschen in der Ostukraine.

    Putin räumt ein, dass Russland in der Ostukraine mit eigenem Personal "im militärischen Bereich" aktiv war. "Wir haben nie gesagt, dass keine Leute dort seien, die bestimmte Aufgaben ausübten, einschließlich im militärischen Bereich", so Putin. Das bedeute aber nicht, dass reguläre russische Soldaten in der Ukraine seien. "Achten Sie auf den Unterschied."

  • Ellen Ivits
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    Nach dem Ende des russischen Einsatzes in Syrien, will Russland nach Angaben Putins keine Stützpunkte in der Region behalten. "Wozu brauchen dort einen Stützpunkt? Wenn wir jemanden erreichen wollen, so erreichen wir ihn auch ohnehin", behauptet Putin lächelnd.

  • Ellen Ivits
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    Russland werde weiter die syrische Armee im Kampf gegen den IS unterstützen, sagt Putin.

  • Ellen Ivits
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    Putin sichert dem syrischen Machthaber Baschar al Assad weiter seine Unterstützung zu. "Wir werden es niemals dulden, dass eine externe Macht einem souveränen Land diktiert, wer es regieren soll. Nur das syrische Volk hat das Recht seine Regierung zu wählen", sagt Putin.

  • Ellen Ivits
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    In Richtung der Türkei wählt Putin krude Worte: "Wenn jemand in der Türkei die Amerikaner an einem bestimmten Körperteil lecken will, so bin ich nicht sicher, ob die Amerikaner das brauchen."
    Weiter unterstellt Putin der Türkei, eine islamistische Radikalisierung zu vollziehen: "In der Türkei vollzieht sich eine schleichende Islamisierung, Atatürk würde sich sicher im Grab umdrehen."

  • Ellen Ivits
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    Der Streit mit der Türkei kommt auf die Agenda. Mehrere Journalisten wollen wissen, wie der Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei über Syrien im Kreml bewertet wird.

    Putin ist nach wie vor der Meinung: "Der Abschuss des russischen Flugzeugs durch die Türkei ist ein feindlicher Akt. Ich sehe derzeit keine Chance auf eine Beilegung des Streits."

    Die Beziehungen zwischen Russland und Türkei sind auf einem Tiefpunkt. Die Türkei hatte im November den russischen Bomber abgeschossen, weil das Flugzeug den türkischen Luftraum verletzt haben soll.


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