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Sturzpech: Kein Ende der Tour-Tortur

Die meisten Teams der Tour de France werden den Ruhetag dafür nutzen, die arg mitgenommenen Profis zu pflegen. Die 90. Tour stöhnt unter schweren Stürzen.

Die meisten Teams der Tour de France werden den Ruhetag dafür nutzen, die arg mitgenommenen Profis zu pflegen. Die 90. Tour stöhnt unter schweren Stürzen.

Nach seinem schweren Sturz auf der 9. Etappe der Tour de France ist der Spanier Joseba Beloki am Dienstag nach Vitoria zurückgekehrt. In einem Krankenhaus der baskischen Hauptstadt soll der Radprofi vom Once-Team operiert werden, berichtete der Rundfunk.

Der 29-Jährige hatte sich bei dem Unfall am Montag einen Oberschenkelhalsbruch im rechten Bein sowie einen Bruch des rechten Handgelenks und des rechten Ellbogens zugezogen. "Das wäre meine Tour gewesen", erklärte Beloki unter Tränen. Zugleich bat er sein Team um Vergebung.

Mitgefühl in Spanien

Belokis Unglück löste in Spanien Bestürzung und Mitgefühl aus. "Dieser Traum ist aus", titelte das Sportblatt "Marca" am Dienstag, und "El País" schrieb: "Drama in den Alpen" König Juan Carlos sprach dem gebürtigen Basken in einem Telegramm Mut zu: "Nächstes Jahr bist Du wieder dabei", schrieb der sportbegeisterte Monarch, der sich das Rennen im Fernsehen angeschaut hatte.

Für die Regierung erklärte Vizepremier Mariano Rajoy: "Beloki tut uns unendlich Leid, er war bislang eine spektakuläre Tour gefahren. Er hat aber noch viele gute Jahre als Profi vor sich."

Haselbacher fast am ganzen Körper verpflastert

Rene Haselbacher vom Team Gerolsteiner befindet sich seit seinem Sturz in aussichtsreicher Position kurz vor dem Ziel der Etappe nach Sedan "auf einem Kreuzweg", wie die "L'Equipe" seine Schmerzen nach den Sturzverletzungen beschrieb. Trotzdem wagte der Österreicher am Dienstag den Sprung nach vorn, wurde Fünfter und hofft auch noch auf die Flachetappen der letzten Tour-Woche. "Auch beim Giro ist er 2002 mit steigender Dauer immer stärker geworden", setzt sein Teamchef Hans-Michael Holczer weiter Hoffnungen auf "Hasi", der nach seinem Sturz fast am ganzen Körper verpflastert war.

Telekom mit einem Fahrer weniger

Das Team Telekom hat am auf der 9. Etappe der 90. Tour de France seinen ersten Fahrer verloren. Der hinter dem Hauptfeld fahrende Andreas Klöden stieg nach 25 km vom Rad. Bei seiner zweiten Tour de France war er am ersten Tour-Sonntag in Meaux in den großen Massensturz verwickelt gewesen und hatte sich zahlreiche Verletzungen zugezogen. "Die Schürfwunden und die Verletzung am Auge waren inzwischen abgeheilt, aber Muskelschwierigkeiten im Bereich des Steißbeins machten ihm von Tag zu Tag mehr zu schaffen. Auch am Montag hatte er eine Spritze vom Arzt bekommen, aber die wirkte nicht mehr lange", begründete Telekom-Teamleiter und Mannschaftssprecher Olaf Ludwig Klödens Ausstieg.

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