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Tennis: Andy Murray und Novak Djokovic erreichen Halbfinale in Australien

Nach Roger Federer und Rafael Nadal haben auch Andy Murray und Novak Djokovic das Halbfinale bei den Australian Open erreicht. Während der Brite den Lauf von Kei Nishikori beendete und sich den zehnten Sieg des Jahres sicherte, hatte Djokovic viel Arbeit mit David Ferrer. So kommt es zur Neuauflage des Finals 2011.

Andy Murray und Novak Djokovic haben ihre Viertelfinal-Spiele bei den Australian Open gewonnen und treffen nun im Halbfinale im direkten Duell aufeinander. Djokovic gewann sein Match in drei Sätzen gegen David Ferrer und auch Murray kam gegen den Japaner Kei Nishikori ohne Satzverlust aus.

Murray ohne Probleme

Murray hatte dabei wenig Mühe mit Nishikori - der Nummer 24 der Welt - und erreichte dabei das fünfte Halbfinale eines Grand Slam Turniers in Folge. Bei seinem 6:3, 6:3 und 6:1-Erfolg profitierte er auch davon, dass der Japaner in den Spielen zuvor viel Kraft gelassen hatte. In Runde zwei musste der 22-Jährige dabei einen Zwei-Satz-Rückstand drehen und ihm schien die nötige Power in seinem Viertelfinale zu fehlen.

Murray, der in den letzten beiden Jahren jeweils das Finale erreicht hatte, erklärte nach seinem Sieg gegenüber atpworldtour: "Das war ein richtig gutes Match von mir und ich hatte scheinbar ein wenig mehr im Tank als mein Gegner. Er hat drei harte Matches hinter sich und mit seiner Art zu spielen musste er eben die langen Matches meistern. Das war mein Vorteil heute."

Schon im zweiten Spiel des ersten Satzes nahm Murray seinem Gegner den Aufschlag ab, wehrte danach selber zwei Break-Möglichkeiten ab und ging schließlich mit 3:0 in Führung. Und auch beim Stand von 4:2 sah er sich drei Break-Bällen ausgesetzt, gewann jedoch die folgenden fünf Punkte und machte den Sack zu.

Nishikori und der schwache Return

Im zweiten Satz sahen die Zuschauer drei Breaks hintereinander und erneut war es Murray, der sich den frühen Vorteil gesichert hatte. Nachdem er auch Satz zwei gewonnen und erneut ein Break im letzten Spiel eingefahren hatte, war der Widerstand von Nishikori gebrochen. Der Brite schlug zudem 36 Winner, kam auf vier Asse und war zudem äußerst erfolgreich am Netz.

21 seiner 25 Versuche brachten ihm den Punkt und zudem profitierte er natürlich auch von den 39 Unforced Errors seines Gegners. Der Japaner kam dabei mit dem Aufschlag Murrays nicht zurecht und konnte nur acht Punkte bei dessen erstem Service holen. Nach den beiden verlorenen Endspielen den letzten beiden Jahre nimmt Murray nun einen neuen Anlauf und trifft im Halbfinale auf Novak Djokovic, dem er 2011 im Finale unterlag.

Ferrer, der harte Brocken

Der Serbe hatte dabei die schwere Aufgabe, David Ferrer aus dem Weg zu räumen. Zuletzt hatte sich der Spanier bei den Barclays ATP World Tour Finals in der Gruppe durchgesetzt und damit war Djokovic gewarnt. Zwar lieferte Ferrer auch den erwartet harten Kampf, doch am Ende reichte es für die Nummer eins der Welt zu einem 6:4, 7:6 und 6:1-Erfolg.

Es waren Nuancen, die gerade in den ersten beiden Sätzen die Entscheidung brachten. Im ersten Satz reichte Djokovic ein Break im fünften Spiel, da Ferrer seinerseits bei Stand von 4:5 Breakchancen liegen ließ. Dabei waren es die langen Ballwechsel, in denen der Serbe oft leichte Vorteile hatte und knapp über 50 Prozent dieser längeren Duelle für sich entschied.

Danach sah es so aus, als ob es schnell gehen würde. Djokovic ging mit 2:0 in Führung, schien sich dann aber im dritten Spiel eine leichte Verletzung zugezogen zu haben. Nach einem Ausfallschritt griff er sich an den hinteren Oberschenkel und agierte in der Folgezeit gehemmt. Dennoch rettete er sich in den Tie-Break. Dort hatte der Spanier zunächst leichte Vorteile, doch Djokovic drehte auf, machte zwei wichtige Punkte und sicherte sich auch den zweiten Satz.

Schaulaufen in Satz drei

In den ganz engen Momenten ist es einfach die Klasse des Serben, die Konzentration und Nerven zu bewahren und Lösungen zu finden – so wie in dem Tie-Break. Der Blick auf die Statistik verriet zudem, dass er am Ende zwar mehr Fehler produziert, bei 35 Winners (18 bei Ferrer) aber weit vorne lag. Ferrer hatte viel Arbeit in den 76 Minuten dauernden zweiten Satz gelegt und nach dem 6:7 konnte er nicht mehr nachlegen.

Der dritte Satz war dann fast ein Schaulaufen des Djokovic, der nach insgesamt 2:44 Stunden per Ass das Match beendete. "Es war ein hartes Match“, erklärte Djokovic dann nach der Partie. "Alleine die ersten fünf Spiele haben so um die 30 Minuten gedauert.“

Gunnar Beuth

sportal.de / sportal

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