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Tennis: Kerber scheidet im Viertelfinale der French Open aus

Die Chancen für Angelique Kerber ins Halbfinale der French Open einzuziehen, waren da. Nach verlorenem ersten Satz hatte sie sich gegen Sara Errani eindrucksvoll zurückgekämpft, doch machte zuviele Fehler. Sie vergab die Satzbälle und unterlag am Ende mit 3:6, 6:7.

Nach schwachem Start und verlorenem ersten Satz kämpfte sich Angelique Kerber in ihrem French Open-Viertelfinale gegen Sara Errani zwar zurück, hatte in dem von acht Aufschlagverlusten geprägten Durchgang sogar Satzbälle zum Ausgleich, vergab aber zuviele Big Points, musste sich so im Tiebreak letztlich doch noch geschlagen geben und schied nach dem 3:6, 6:7 aus.

"Angie muss sich nichts vorwerfen. Sie hat alles gegeben und ein klasse Match gespielt. Am Ende hat etwas die Kraft gefehlt", analysierte Bundestrainerin Barbara Rittner nach der 100 Minuten-Partie. Für Kerber war der Viertelfinaleinzug in Paris nach dem Halbfinale bei den US Open im letzten Jahr der größte Erfolg der Deutschen bei einem Grand Slam.

Errani fast fehlerlos, Kerber mit Startproblemen

Kerber hatte große Startschwierigkeiten gehabt, verlor gegen die hellwache und auf den Punkt konzentrierte Errani gleich ihr erstes Aufschlagspiel. Doch Kerber kämpfte, wehrte beim 2:4 einen Breakball ab, um das Aufschlagsspiel mit einem furiosen Schmetterball von der Grundlinie für sich zu entscheiden.

Von ihrer herausgebrüllten Freude und der geballten Faust ließ sich Errani allerdings nichts aus der Ruhe bringen. Mit ihrer Routine und Klasse auf Sand, die sie in dieser Saison durch bereits drei Turniersiege eindrucksvoll untermauert hatte, setzte sie Kerber mit genau platzierten Schlägen an die Grundlinie weiter unter Druck, agierte nahezu fehlerlos und hielt ihren Aufschlag. Kerber kam nicht einmal ansatzweise in die Nähe eines eigenen Breaks und musste nach 38 Minuten den ersten Satz abgeben.

Kerber hat Satzbälle, patzt aber bei den Big Points

Im zweiten Satz spielte sich Kerber dann allerdings frei, Errani leistete sich ihre erste Schwächeperiode, und prompt gelang der Deutschen das Break zum 2:1. Es folgte ein Breakfestival. Zwischenzeitlich ließ die variable Linkshänderin aufblitzen, weshalb sie das bisher einzige Duell gegen Errani zu Beginn des Jahres im australischen Hobart locker mit 6:1, 6:2 für sich entschieden hatte. Aber das war auf Hartplatz. Sand war bis zu diesem Jahr Kerbers ungeliebter Belag.

Die zuletzt durch ihre mentale Stärke überzeugende deutsche Nummer eins hatte im zweiten Durchgang alle Chancen, schenkte aber gleich viermal ein Break wieder her und vergab bei einer 6:5-Führung und eigenem Aufschlag sogar zwei Satzbälle. Errani erreichte so den Tiebreak und nutzte dort ihren ersten Matchball.

Ein Rückhand-Longline-Return Kerbers landete seitlich im Aus. Errani trifft im ersten Grand-Slam-Halbfinale ihrer Karriere auf US-Open-Siegerin Samantha Stosur aus Australien, die die Slowakin Dominika Cibulkova mit 6:4, 6:1 bezwang und darf sich ernsthaft Chancen ausrechnen, in die Fußstapfen ihrer Landsfrau Francesca Schiavone zu treten, die 2010 in Paris als erste Italienerin ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hatte.

sportal.de / sportal

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