Tennis Schüttler im Masters-Halbfinale von Montreal


Rainer Schüttler hat seinen Albtraum besiegt und ist nach dem ersten Erfolg gegen Andre Agassi ins Halbfinale beim Tennis-Masters in Montreal eingezogen.

Der an Nummer acht gesetzte Schützling von Trainer Dirk Hordorff bezwang in der Nacht zum Samstag bei dem mit 2,45 Millionen Dollar dotierten Turnier den topgesetzten Amerikaner mit 2:6, 6:2, 6:3. "Für mich ist das ein ganz besonderer Tag in meiner Laufbahn. Agassi ist für mich schon jetzt eine Legende, und ein Sieg gegen ihn ist etwas ganz Großes", sagte der überglückliche Gewinner. 110 Minuten hatte der 27 Jahre alte Bad Homburger benötigt, um den sechs Jahre älteren Ehemann von Steffi Graf im dritten Duell in die Knie zu zwingen.

Gegner wird David Nalbandian sein

Schüttler trifft in der Nacht zum Sonntag in seinem zweiten Masters-Halbfinale nach Indian Wells, wo er im März am Brasilianer Gustavo Kuerten gescheitert war, auf David Nalbandian. Der Argentinier hatte den Spanier Feliciano Lopez mit 6:4, 6:4 ausgeschaltet. Das zweite Semifinale bestritten Wimbledon-Champion Roger Federer (Schweiz/3) und Andy Roddick (USA/6). Der Eidgenosse besiegte an seinem 22. Geburtstag den Weißrussen Max Mirnyi mit 6:2, 7:6 (7:3). Der US-Boy setzte sich gegen den Slowaken Karol Kucera mit 7:6 (7:5), 6:3 durch.

Anfangs sehr verkrampft gespielt

"Ich wollte ihn unter Druck zu setzen. Doch dies ist ihm heute besser gelungen als mir. Dass ich verloren habe, lag vor allem an ihm", erkannte Agassi die Leistung seines Gegners fair an. Begonnen hatte das Match wie vor sieben Monaten das Finale bei den Australian Open, als Schüttler vom achtmaligen Grand-Slam-Champion mit 2:6, 2:6, 1:6 vom Platz gefegt wurde. Nacheinander gab der Deutsche seine ersten Aufschlagsspiele ab, lag schnell 0:3 zurück und musste sich nach 39 Minuten mit 2:6 geschlagen geben. "Rainer war verkrampft, spielte unklug, zu flach, zu hart, zeigte zu wenig Tempowechsel. Er hatte keine gute Körpersprache", kritisierte Trainer Hordorff.

Im zwiten Satz zeigte Agassi nerven

Die Szenerie änderte sich im zweiten Satz grundlegend. Als Schüttler das Break zum 3:1 gelang, spielte er wie entfesselt. "Teilweise demonstrierte Rainer jetzt geniales Tennis", schwärmte Hordorff. Agassi begann Nerven zu zeigen. Mit Fortdauer des Matches wurde deutlich, dass er er sich diesmal dem leidenschaftlichen Spiel und bedingungslosen Siegeswillen seines Gegners beugen musste. Agassi glückte das Rebreak zum 2:3, doch Schüttler konterte zum 4:2 und sicherte sich mit dem ersten Satzball den zweiten Durchgang.

Vom Publikum gefeiert

Damit habe er seinen Albtraum besiegt, sagte Schüttler: "Ich wusste, jetzt kann ich ihn wirklich schlagen." Was der in der Schweiz lebende beste deutsche Tennisprofi in überzeugender Manier tat. Im dritten Spiel des dritten Satzes besaß Agassi zwar zwei Break-Chancen. Doch Schüttler ließ sich nicht mehr vom Erfolgsweg abbringen. Als ihm das Break zum 4:2 gelang, war die Entscheidung gefallen. Zu Null brachte er sein Aufschlagsspiel zum 6:3 durch und wurde vom Publikum gefeiert.

Kim Clijsters auf dem Sprung an die Spitze

Die Belgierin Kim Clijsters indes setzte ihren Run auf die Führung in der Weltrangliste erfolgreich fort. Die Freundin von Weltmeister Lleyton Hewitt besiegte beim mit 635.000 Dollar dotierten WTA-Turnier in Los Angeles die Russin Swetlana Kusnetsowa mit 6:3, 6:1 und trifft im Halbfinale auf Francesca Schiavone. Die Italienierin behauptete sich gegen Nicole Pratt (Australien) mit 6:2, 6:3. Sollte Clijsters das Turnier gewinnen, würde sie die verletzte Serena Williams (USA) als Weltranglisten-Erste ablösen. Im zweiten Semifinale stehen sich Lindsay Davenport (USA) - sie bezwang Amanda Coetzer (Südafrika) 6:2, 6:4 - und Ai Sugiyama (Japan) gegenüber. Sie schaltete Magdalena Maleeva (Bulgarien) mit 6:2, 4:6, 6:2 aus.


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