HOME

Tour de France: Brite siegt, Spanier dopt

Gefahren wird auch noch: Während der spanische Rad-Profi Manuel Beltran als erster überführter Doping-Sünder der Tour de France 2008 die Schlagzeilen beherrscht, gewann der Brite Mark Cavendish die achte Etappe. Auch ein Deutscher fuhr ganz vorne mit.

Am Tag nach dem ersten Dopingfall der 95. Tour de France hat das T-Mobile-Nachfolgeteam Columbia mit einem Doppelsieg auf der achten Etappe für die sportlichen Schlagzeilen gesorgt. Beim zweiten Tageserfolg des Briten Mark Cavendish erreichte der Pulheimer Gerald Ciolek als Zweiter seine bislang beste Tour-Platzierung, nachdem er zunächst den Sprint für seinen Teamkollegen angezogen hatte. Das Gelbe Trikot des Spitzenreiters behielt im Luxemburger Kim Kirchen ein weiterer Columbia-Fahrer.

20 Stunden nach der Suspendierung des positiv auf Epo getesteten Spaniers Manuel Beltran durch seinen Liquigas-Rennstall war Cavendish am Ende des völlig verregneten Teilstücks von Figeac nach Toulouse (172,5 Kilometer) nicht zu schlagen.

Hinter Ciolek fuhr der Franzose Jimmy Casper (Agritubel) auf Rang drei, während in Robert Förster (Gerolsteiner) und Erik Zabel (Milram) zwei weitere Deutsche auf den Plätzen fünf und sechs folgten. "Besser geht es nicht. Wir haben beide gut harmoniert", sagte Cavendish nach seinem zweiten Tour-Etappensieg binnen vier Tagen.

Im Gesamtklassement liegt Kirchen weiter sechs Sekunden vor dem Australier Cadel Evans (Lotto). Als Dritter folgt der Nürtinger Stefan Schumacher (Gerolsteiner), der 16 Sekunden Rückstand auf den Spitzenreiter aufweist. Vor dem Einstieg in die Pyrenäen hielten sich die Favoriten auf den Gesamtsieg dabei die meiste Zeit im geschlossenen Feld versteckt.

"Wir wollten das Gelbe Trikot von Kim schützen. Am Ende habe ich mich nur nach vorne orientiert", sagte Ciolek, mit dem sein Team-Direktor Rolf Aldag nicht ganz einer Meinung war: "Vor den schweren Pyrenäen-Etappen wollten wir das Gelbe Trikot heute verschenken, aber keiner wollte es. Dass wir heute aber einen Doppelsieg gelandet haben, ist eine ganz besondere Leistung."

Dem bereits 37-jährigen Doping-Sünder Beltran drohen eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren und eine Geldbuße von 75.000 Euro. Am Freitagabend hatte die Polizei sein Hotelzimmer durchsucht. Sollten Doping-Präparate gefunden worden sein, sieht das vor der Tour verschärfte französische Anti-Doping-Gesetz diese drakonischen Sanktionen vor. Beltran sitzt in Untersuchungshaft.

Noch am Freitag suspendierte der italienische Rennstall Liquigas den Spanier. Die übrigen Fahrer der Mannschaft dürfen weiter an der Tour teilnehmen, bestätigte der Veranstalter Aso.

Tour-Direktor Christian Prudhomme sieht in der positiven A-Probe des Spaniers einen Beweis, dass das neu installierte Kontroll-System unter Federführung der nationalen Anti-Doping-Agentur AFLD bei der 95. Frankreich-Rundfahrt funktioniert. "Die Tests waren effektiv und die AFLD arbeitet unabhängig", sagte Prudhomme vor dem Start in Figeac.

DPA / DPA

Wissenscommunity