HOME

Tour de France: Frankreich jubelt über Calzati

Keine Chance für die Sprinter. Erstmals schaffte es ein Ausreißer als Erster ins Ziel: Der Franzose Sylvain Calzati feierte den größten Sieg seiner Karriere. Das Team T-Mobile sicherte sich vor dem Ruhetag das Gelbe Trikot.

Von einem Ausreißer wurde den Sprinter die große Show gestohlen: Am Tag des Weltmeisterschaftsfinals zwischen Frankreich und Italien feierte ein Franzose den größten Tag seiner Karriere. Sylvain Calzati vom Team AG2R gewann die achte Etappe der Tour de France, nachdem er sich aus seiner sechsköpfigen Gruppe abgesetzt hatte. Den zweiten und dritten Platz belegten seine Kollegen aus der Ausreißergruppe Patrice Halgand (C.A), Kjell Carlström (LIQ). Den Sprint der Verfolger gewann der Belgier Robbie McEwen vor dem Italiener Daniele Bennati und Erik Zabel, der damit im Kampf um Grün ein paar Punkte gut machte.

Trotz des Ausfalls von Jan Ullrich feiert aber auch das Team T-Mobile weiter Erfolge. Sergej Gontschar verteidigte das Maillot Jaune. Sehr zur Freude seiner Landsleute, denn Gontschar ist in der Geschichte der Tour de France der erste Ukrainer in Gelb. Durch seinen Sieg im 52 Kilometer langen Zeitfahren hatte der T-Mobile-Profi das begehrte Trikot erobert. Während der achten Etappe konnte der 36-Jährige die Führung im Gesamtklassement genau eine Minute vor dem neuen Topfavoriten Floyd Landis (USA) in den ersten Ruhetag am Montag retten.

Kessler versuchte die Gruppe zu bremsen

Wie auf den vorherigen Flachetappen stand der Tag im Zeichen der Ausreißer. Schon früh ging es auf der 181 Kilometer langen Etappe von Saint-Méen-le-Grand nach Lorient zur Sache. Bei hohem Tempo versuchten immer wieder Gruppen, sich abzusetzen. Auch der Ausreißkönig Jens Voigt, der seine Kräfte beim Zeitfahren für solche Attacken geschont hatte, versuchte sein Glück. Als sich dann eine Gruppe von sechs Fahrern bildete, war der Deutsche allerdings nicht dabei.

Dafür aber ein anderer: Matthias Kessler wurde von seinem Team mit nach vorne geschickt. Allerdings nicht, um seinen zweiten Tagessieg einzufahren, sondern mit bremsender Aufgabe. Er hatte Anteil daran, dass der Vorsprung der Ausreißer nicht auf mehr als fünf Minuten anstieg. Denn es sei nicht "das Ziel, dem eigenen Mann das Trikot auszuziehen", sagte der Sportliche Leiter Mario Kummer im Interview während des Rennens.

Damit war auch David Zabriskies (CSC) kleine Hoffnung auf Gelb zunichte gemacht worden. Kessler und Zabriskie ließen sich später ins Feld zurückfallen, während der Rest der Gruppe, Mario Aerts (DVL), Sylvain Calzati (A2R), Patrice Halgand (C.A), Kjell Carlström (LIQ) weiter vorne blieben. Kurz vor dem Ziel setzte sich Calzati von seinen beiden Mitsreitern ab und feierte am Ende einen Solosieg mit zwei Minuten Vorsprung.

Annette Jacobs

Wissenscommunity