US Open Phau liefert große Show gegen Nadal


Der Deutsche Björn Phau hat der Nummer eins der Tennis-Welt, Rafael Nadal, in der ersten Runde der US Open einen großen Kampf gelierfert. Die Zuschauer feierten Phau mit Standing Ovations. Auch der erste Auftritt von Philipp Kohlschreiber machte Mut.

Das Rampenlicht in New York gehörte Boris Becker, die Herzen der Tennis-Fans Björn Phau, die ersten deutschen Siege bei den US Open Philipp Kohlschreiber und Qualifikant Andreas Beck. Nach Phaus couragierter, aber nicht belohnter Leistung gegen Rafael Nadal hatte Becker bei einer Parade früherer Champions seinen Auftritt im Arthur-Ashe-Stadium. Von seinen weniger erfolgreichen Nachfolgern verabschiedete sich danach noch Denis Gremelmayr. Michael Berrer war als erster von zwölf Deutschen gescheitert, die restlichen sieben griffen am Dienstag ins Geschehen ein.

Auf dem Center Court bescherte sich Phau mit seinem Drei-Stunden- Kampf gegen den neuen Branchen-Primus Nadal trotz des 6:7 (4:7), 3:6, 6:7 (4:7) einen Glanztag, von dem er später einmal erzählen kann. "So ein Spiel bleibt in der Erinnerung. Das rangiert ganz oben. Ich habe gesehen, dass ich mit der Nummer 1 mithalten kann", sagte der wieselflinke Qualifikant, der den Olympiasieger mitunter derart spektakulär ärgerte, dass viele der rund 17 000 Fans aufstanden und Ovationen spendeten. Bei zweitklassigen Turnieren in Düsseldorf und der Ukraine wartet nun wieder der Alltag auf Phau, der zurück unter die besten 100 der Welt will.

"Ich habe ihm ein bisschen geholfen, auf diesem Niveau zu spielen", sagte Nadal, der gut eine Woche nach dem Triumph im fernen Peking auch aus Phaus Sicht nicht seinen besten Tag hatte. "Ich habe nicht mit der normalen Intensität der vergangenen Monate gespielt. Wahrscheinlich bin ich ein bisschen müder als sonst", sagte der Sieger der French Open und von Wimbledon. Dort hatte in der ersten Runde Talent Beck gegen Nadal verloren und zog seine Lehren - mit Erfolg, wie der 22-Jährige beim 7:6 (7:5), 6:4, 7:6 (7:3) gegen den baumlangen Amerikaner John Isner zeigte.

Andreas Beck muss jetzt gegen Ferrer ran

"Das Nadal-Spiel hat mir sehr geholfen. Ich bin viel taffer geworden", sagte der US-Open-Debütant. Gegen den Weltranglisten-Vierten David Ferrer aus Spanien kann Beck erneut beweisen, was er dazugelernt hat. "Ich gehe da locker rein. Ich habe eher ein Problem mit Spielern, die hinter mir stehen", sagte die Nummer 122 der Welt.

Mut machte der erste Auftritt von Kohlschreiber nach seinem Muskelfaserriss, der ihn die Olympia-Teilnahme kostete und für einen schmerzlichen Rückschlag sorgte. "Es tut nichts mehr weh", sagte der Davis-Cup-Spieler nach dem 6:2, 6:3, 6:2 gegen Luis Horna aus Peru, den er auch im dritten Vergleich besiegte. Erst seit dem vorigen Mittwoch spielt Kohlschreiber wieder Tennis, nachdem er vor Olympia mit dem Viertelfinale beim Masters-Turnier in Cincinnati überzeugte.

In Flushing Meadows wartet nun der Serbe Viktor Troicki, zuletzt im Finale von Washington und auf dem Weg dorthin Sieger über den einstigen Weltranglisten-Ersten Andy Roddick (USA). "Er ist ein guter Aufschläger, der so locker vor sich hin spielt", sagte Kohlschreiber über den nächsten Gegner, der ihm vor dem Interview-Raum direkt über den Weg lief und um Haupteslänge überragte.

Denis Gremelmayr verabschiedete sich dagegen durch eine vermeidbare Niederlage gegen den Belgier Steve Darcis. Beim 1:6, 7:6 (8:6), 6:7 (4:7), 4:6 vergab der Hesse im dritten Durchgang einen Satzball und leistete sich im vierten Satz drei Aufschlagverluste.

Robert Semmler/DPA DPA

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