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Kevin Escoffier erlitt Schiffbruch Dramatische Rettung bei Vendée Globe: Regattateilnehmer nach Stunden aus dem Ozean gerettet

Sehen Sie im Video: Regatta-Segler Kevin Escoffier schildert Schiffsuntergang und Rettung.




Bei der Segelregatta Vendee Globe hat der Franzose Kevin Escoffier Schiffbruch erlitten, hier Archivmaterial. Mitten im Südpolarmeer musste er sich von seinem sinkendem Boot auf eine Rettungsinsel retten und einen Notruf absetzen. Wenige Stunden später traf sein Landsmann Jean le Cam an der Unglücksstelle ein. Wegen hohen Seegangs konnte er ihn zunächst nicht von der Rettungsinsel befreien, doch dann gelang die Rettung. Über das Satellitentelefon berichtete Kevin Escoffier, was passierte: "Man kennt ja die Filme über Schiffbrüche, es ist genau so, nur schlimmer. In nur vier Sekunden war das Boot zerstört, das Heck wurde um 90 Grad zusammengefaltet. Ich schaute ins Cockpit, da kam eine Welle. Ich hatte noch Zeit eine Nachricht zu schreiben, dann hat das Wasser die ganze Elektronik zerstört. Das ist schon was, ein Boot in zwei Teile zu zerbrechen. Ich habe das geschafft. Wie auch immer, wir halten euch auf dem Laufenden." Die Vendee Globe gilt als die härteste Regatta für Einhandsegler. Sie führt entlang des Südpolarmeers einmal rund um die Welt, ohne Zwischenstopps wohlgemerkt. Die Seegebiete sind aufgrund des extremen Wetters unter Seglern berüchtigt. In den letzten Jahrzehnten kam es immer wieder zu Unglücken, bei denen Teilnehmer ums Leben kommen.
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Nachdem der Franzose Kevin Escoffier bei der Segelregatta Vendée Globe Schiffbruch erlitten hatte, konnte ihn ein Konkurrent nach stundenlanger Suche im südlichen Pazifik retten und an Bord nehmen.

Erleichterung bei den Teilnehmern der Segelregatta Vendée Globe: Nachdem der Franzose Kevin Escoffier sein Boot wegen eines Wassereinbruchs im Südpazifik aufgeben musste (der stern berichtete), gelang es einem seiner Konkurrenten nun nach Stunden, ihn aus dem kalten Wasser zu retten und an Bord zu nehmen. "Jean Le Cam hat Kevin Escoffier sicher und gesund gerettet", teilte die Rennleitung am frühen Dienstagmorgen (MEZ) mit.

Vendée Globe gilt als härteste Einhandregatta der Welt

Escoffier hatte am Montagnachmittag sein Team über den Wassereinbruch auf seiner "PRB" informiert und war anschließend nicht mehr erreichbar. Nachdem der Franzose Notsignale abgesetzt hatte, beorderte die Leitung der Vendée Globe mehrere Boote zum vermuteten Unglücksort etwa 840 Seemeilen (rund 1500 Kilometer) südwestlich von Kapstadt. Der Hamburger Skipper Boris Herrmann, der neben anderen Seglern zur Unterstützung der Rettungsaktion entsandt wurde, musste jedoch offenbar nicht eingreifen. 

Jean Le Cam entdeckte seinen verunglückten Landsmann auf einer Rettungsinsel, verlor ihn aber mehrfach aus den Augen, ehe er den Schiffbrüchigen um 2.18 Uhr (MEZ) an Bord nehmen konnte – und so möglicherweise das Leben rettete. Ein erstes Video zeigte die beiden wohlbehalten und gut gelaunt.

Es ist nicht der erste Zwischenfall auf der weltberühmten Regatta. Nachdem der Brite Alex Thomson einige Schäden am Bug seiner Rennyacht noch selbst reparieren konnte, brach ihm eines seiner Steuer-Ruder. Schweren Herzens musste der Favorit bei der "Vendée Globe" aufgeben.

Die Vendée Globe gilt als härteste Einhandregatte der Welt. Start und Ziel sind an der französischen Atlantikküste, die Route führt rund 24.000 Seemeilen  (rund 44.000 Kilometer) einmal um den Globus, mit Umseglung des Kap Hoorn und des Kap der Guten Hoffnung. Der Rekord für die Strecke liegt bei 74 Tagen, 3 Stunden, 35 Minuten und 46 Sekunden. Die diesjährige Ausgabe startete am 8. November. Boris Herrmann ist der erste deutsche Teilnehmer der Regatta, außerdem ist auch die Deutsch-Französin Isabelle Joschke dabei.

Quellen: Mitteilung Vendée Globe, Twitter Vendée Globe, Jean Le Cam, Kevin Escoiffier, Nachrichtenagentur DPA

wue

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