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Vierschanzen-Tournee: 13 deutsche Springer qualifiziert

13 deutsche Springer werden das Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf bestreiten. Martin Schmitt erreichte die zweitbeste Weite. Sven Hannawald verzichtete auf die Qualifikation

Im Dauerregen von Oberstdorf blieb Sven Hannawald trocken. Vor dem Auftaktspringen der Vierschanzentournee bemühte der Titelverteidiger das Erfolgsrezept aus dem Vorjahr und verzichtete wie schon bei seinem Vierfach-Triumph auf die Qualifikation. Beim Wettbewerb im K.o.-Modus springt der Hinterzartener am Sonntag (13.45 Uhr/RTL live) gegen den Qualifikationssieger Roar Ljokelsoy (Norwegen). Martin Schmitt (Furtwangen) tankte als Zweiter mit 112,5 m Selbstvertrauen für den seit Wochen ausverkauften Auftakt-Wettbewerb, für den sich gleich 13 Springer des Deutschen Skiverbandes (DSV) qualifizierten.

Pünktlich zum Training hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet und sorgte dafür, dass die Qualifikation erst mit 75 Minuten Verspätung beginnen konnte. Grund für die Verschiebung waren Probleme mit der Anlaufspur, in der sich das Regenwasser sammelte. Der Finne Janne Ahonen, einer der Anwärter auf den Gesamtsieg, konnte nur mit Mühe einen schweren Sturz vermeiden. «Am Schanzentisch herrschte Aquaplaning. Es war relativ gefährlich», berichtete der Österreicher Martin Höllwarth.

Mit Motorsägen frästen Helfer Querrillen in die Anlaufspur, doch der Erfolg stellte sich erst spät ein. Die Folge war endlos erscheinendes Warten für Athleten und Zuschauer. «Man darf sich nicht aus der Ruhe bringen lassen», meinte Schmitt gelassen. Mit 112,5 m schaffte der 24-Jährige sicher die Qualifikation für den Wettbewerb am Sonntag. «Ich habe noch nicht meine normale Sprungkraft, aber es war ganz okay. Ich bin auf dem aufsteigenden Ast», sagte Schmitt, der gegen den Finnen Akseli Kokkonen springt.

Fast wäre es zu einem Duell Schmitt gegen Hannawald gekommen, doch Ljokelsoy verdrängte den Doppel-Weltmeister noch von der Führungsposition. «Gott sei Dank», sagte Hannawald, der sich im Training nicht von den widrigen Verhältnissen beeindrucken ließ. Mit 120,5 und 117,5 m stand er in beiden Durchgängen den weitesten Sprung. «Ich bin selbst überrascht, wie gut es schon wieder geht», erklärte der Triumphator des Vorjahres.

Angesichts der schwierigen Wetterbedingungen waren am Ende alle Beteiligten froh, die Qualifikation über die Bühne gebracht zu haben. «Hut ab, was die Verantwortlichen hier geleistet haben», lobte Schmitt, der sich körperlich noch nicht fit fühlt. Im Training kamen auch noch Probleme mit der Anlaufgeschwindigkeit hinzu, die er in der Qualifikation jedoch abstellen konnte. «Wir haben ein wenig getüftelt», berichtete Heimtrainer Wolfgang Steiert.

Besonders froh war er darüber, dass «Oldie» Christof Duffner nach einem misslungenen Sprung auf 97 m gerade noch so in den Wettkampf hinein rutschte. Dort trifft er auf den Österreicher Andreas Goldberger. Im ersten Durchgang kommt es am Sonntag auch zu zwei deutschen Duellen zwischen Alexander Herr und Stefan Pieper sowie Michael Uhrmann und Stephan Hocke.

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