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Wintersport: Einzelrennen - Keine Medaille für die Deutschen

Der große Traum von Magdalena Neuner ist geplatzt. Mit sechs Fehlern im Einzelrennen über 15 Kilometer kam die 25-Jährige nur auf Platz 22 und verpasste ihre vierte Medaille bei der Biathlon-WM in Ruhpolding. Beim Sieg der Norwegerin Tora Berger kamen die deutschen Damen am Ende auf 22 Fehler beim Schießen.

Es war einfach nicht der Tag der deutschen Läuferinnen beim 15 Kilometer Einzelrennen der Damen bei der Biathlon-WM in Ruhpolding. Magdalena Neuner leistete sich beim überlegenen Sieg der Norwegerin Tora Berger sechs Fehler beim Schießen und landete auf Rang 22, Tina Bachmann kam gar mit sieben Fehlschüssen ins Ziel und fand sich nur auf Rang 46 wieder.

"Positiv war einzig meine Laufleistung, aber damit war es dann auch schon“, erklärte Magdalena Neuner nach dem Rennen. "Die Fehler waren ungewöhnlich, da ich im Liegen eigentlich ganz gut bin. Aber auch die anderen hatten Probleme und am Ende konnte ich das Rennen dann nicht mehr richtig durchziehen.“

Andrea Henkel durfte sich bei vier Fehlern noch als zielsicherste deutsche Läuferin bezeichnen lassen, das reichte am Ende aber auch nur für Platz 19. Die nicht unbedingt als gute Schützin geltende Miriam Gössner komplettierte das enttäuschende Resultat der deutschen Starterinnen mit fünf Fehlern und lag auf Platz 34.

Domracheva mit vier Fehlern zu Beginn

Ohnehin war es nicht der Tag der Favoritinnen. Verfolgungsweltmeisterin Darya Domracheva musste bereits nach dem ersten Liegendschießen jegliche Träume von einem weiteren Titel begraben, die Weißrussin traf nur eine Scheibe und kam auch im weiteren Verlauf der 15 Kilometer nicht mehr in die Spur.

Auch die Russin Olga Zaitseva leistete sich zwei Fehler, die in der Abrechnung einen Rückstand von knapp anderthalb Minuten bedeuteten. Die Norwegerin Tora Berger glänzte derweil nicht nur mit einer sehr starken Laufleistung, bei zunächst etwas schwierigeren Bedingungen musste sie sich nur einen Fehler zu Beginn des Rennens notieren, blieb im weiteren Verlauf aber fehlerfrei.

Brunet patzt beim letzten Schießen

Ihr auf den Fersen lag lange die Französin Marie Laure Brunet, die zuvor noch kein einziges Rennen hatte gewinnen können. Doch ausgerechnet beim letzten Schießen leistete sie sich den entscheidenden einen Fehler, der sie letztendlich die Goldmedaille kostete. Brunet hatte nach dem Rennen einen Rückstand von knapp 57 Sekunden, freute sich trotzdem über eine gelungene Leistung und Platz zwei.

"Ich freue mich sehr über diese Medaille, denn meine Leistungen in dieser Saison waren bisher nicht so gut“, erklärte sie den Feldreportern. Erneut stark im Laufen war zwar auch Neuner, die vom Publikum gepusht ihre beiden Fehler zu Beginn des Rennens aber nicht mehr ausgleichen konnte.

Bei einem fehlerfreien zweiten Schießen und zwischenzeitlichem Platz sieben kam zwar nochmals Hoffnung auf, ihren erst zweiten Sieg in einem Einzelrennen holen zu können. Doch mit weiteren Fehlern gerade beim Stehendschießen musste die Ausnahmeathletin ihr anvisiertes Ziel von sechs Medaillen bei ihrer Abschluss-WM schnell begraben.

Ekholm auf Rang drei

Dass aber auch nicht nur die Leistung im Schießen entscheidend ist, musste Helena Ekholm erfahren, die ebenfalls mit nur einem Fehler über die Ziellinie kam und die überraschend starke US-Amerikanerin Susan Dunklee zunächst von der Spitze verdrängte. Die US-Amerikanerin hatte als Startläuferin lange das Feld angeführt.

Doch ob der starken Laufleistungen ihrer Konkurrentinnen fehlten am Ende gut sieben Sekunden auf Ekholm, die sich mit einem Rückstand von 1,11 Minuten auf Berger die Bronzemedaille sowie die kleine Kristallkugel sicherte. Mit Marie Dorin Habert kam eine weitere Französin auf Platz vier.

Die strahlende Siegerin Berger erklärte dann noch, dass sie ihre Karriere nicht beenden und an den Olympischen Spielen in Sochi teilnehmen werde. Angesprochen auf den Schlüssel zum Sieg meinte sie: "Es war heute nicht ganz so kalt aber der Schlüssel ist wie immer eine gute Laufleistung und gutes Schießen. Aber ich war mir erst nach dem letzten Schießen sicher, das Rennen gewinnen zu können. Denn auf der letzten Runde hatte ich so einen Vorsprung von einer Minute."

sportal.de / sportal

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