Starkes Damen-Duo Deutsche Langläuferinnen holen gemeinsam Olympia-Gold


In den Einzelrennen abgehängt, im Duett völlig unverhofft auf den Olymp gestürmt: Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad bescherten den deutschen Langläuferinnen am Montag in Whistler mit Sensations-Gold im Teamsprint das erste Edelmetall der Vancouver-Spiele.

In den Einzelrennen abgehängt, im Duett völlig unverhofft auf den Olymp gestürmt: Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad bescherten den deutschen Langläuferinnen am Montag in Whistler mit Sensations-Gold im Teamsprint das erste Edelmetall der Vancouver-Spiele. Eine halbe Stunde später machten Axel Teichmann und Tim Tscharnke das deutsche Langlauf-Wunder im Callaghan Valley mit Sprint-Silber hinter den Norwegern perfekt.

"Es ist einfach nur geil", sprudelte es aus der 29-jährigen Bayerin Sachenbacher-Stehle heraus, die ihre drei Jahre ältere Partnerin beim Zieleinlauf innig umarmte und dabei ein paar Freudentränen verdrückte. "Es war ein perfektes Rennen. Wir haben perfekt harmoniert, dann kommt so etwas dabei heraus", stellte Nystad zufrieden fest. Dabei sei sie im Halbfinale "ganz schön blau gewesen".

Auch das Männer-Duo konnte sein Glück kaum fassen. "Bei Olympia auf dem Podest zu stehen, ist einfach sensationell und das auch noch gemeinsam mit dem Axel. Ich freue mich so für ihn. Er hatte ja immer nur Pech", sagte der 20-jährige Tscharnke über seinen zehn Jahre älteren Partner Teichmann, der bei der dritten Olympia-Teilnahme die erste Medaille einheimste. Für den Bad Lobensteiner war Platz zwei der ersehnte Befreiungsschlag. Vor vier Jahren hatte er die Rennen in Turin wegen einer Haarwurzelentzündung verpasst, in Whistler konnte er wegen einer Erkältung über die 30 Kilometer nicht antreten.

"Sensationell! Das war super. Ich bin sprachlos. Beide waren absolut am Limit und haben sich das verdient", sagte Bundestrainer Jochen Behle nach dem Gold-Gewinn seiner Routiniers begeistert, und auch DOSB-Präsident Thomas Bach war hin und weg: "Eine grandiose Leistung." Die Oldies im Langlauf-Team, die in Vancouver zum dritten Mal bei Winter-Olympia dabei sind, hatten bei der Weltmeisterschaft 2007 in Sapporo mit Silber ihren bis dahin größten Erfolg errungen.

Als wenig später auch noch die Männer ihre Medaille ins Ziel brachten, konnte Behle nur noch staunen. "Es ist einfach ein sensationeller Tag. Was Tscharnke abgeliefert hat, war absolute Spitze. Auch Axel hat die richtige Taktik gewählt, um die Medaille zu sichern", sagte der Bundestrainer.

Das deutsche Frauen-Duo hatte sich vom hohen Anfangstempo der Schwedinnen Charlotte Kalla und Anna Haag nicht beeindrucken lassen und das Tempo stets mitgehalten. "Ich habe von Anfang an versucht, an Kalla dranzubleiben. Das war unsere Taktik. Es ging viel leichter als gedacht", erklärte Sachenbacher-Stehle, die bei jeder Attacke ihrer Gegnerin mitzog. Auf der Zielgeraden zog dann Nystad ihrer Kontrahentin Haag auf und davon. Für die Skandinavierinnen blieb vor den Augen des schwedischen Königspaares nur Silber. Bronze holten sich die russischen Läuferinnen.

Eine Schrecksekunde hatte es im Halbfinale gegeben, als Sachenbacher-Stehle auf ihrer zweiten Schleife in einer Kurve wegrutschte und stürzte. "Ich bin sehr locker gelaufen. Es ging sehr gut bis zu dem Moment, als ich gestürzt bin. Da musste ich für kurze Zeit richtig Vollgas geben", meinte die 29-Jährige aus Reit im Winkl. Mit energischem Einsatz gelang es ihr aber, die sofort entstandene Lücke wieder zu schließen. Nystad wirkte nach ihren drei jeweils 1,4 Kilometer langen Runden dagegen sehr angestrengt. "Es war relativ hart", meinte die Oberwiesenthalerin mit gequältem Lächeln. Doch nach dem Finale waren alle Strapazen vergessen.

Gerald Fritsche, DPA DPA

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