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Spektakulärer Boxkampf: Mit dieser Finte wurde Klitschko auf die Bretter geschickt

Es war der Kampf des Jahres: Wladimir Klitschko verlor gegen Anthony Joshua. Dabei lag der Ukrainer lange Zeit vorne. Doch sein jüngerer Herausforderer nutzte eine List, um sich Zeit zu verschaffen.

Wladimir Klitschko ging gegen  Anthony Joshua dreimal zu Boden

Es war der dramatischste Boxkampf des Jahres: Wladimir Klitschko, der mehr als ein Jahrzehnt als "Dr. Steelhammer" den Ringsport prägte, verlor gegen den deutlich jüngeren Herausforderer Anthony Joshua und verpasste damit seinen dritten Weltmeistertitel. In einem packenden Kampf bezwang Joshua den einstigen Schwergewichts-Dominator und schickte ihn dreimal auf die Bretter. Erst in der elften Runde folgte das technische K.o - die sportliche Zukunft von Klitschko ist jetzt ungewiss.

Dabei war der Kampf bis zum Ende äußerst knapp, wie die Wertungszettel der Punktrichter zeigen. Diese liegen der "Bild"-Zeitung vor. Demnach sahen zwei der drei Punktrichter den späteren Sieger Anthony Joshua nach Runde zehn knapp in Führung. Bei Don Trella (USA) führte Joshua mit 96 zu 93 Punkten, bei Nelson Vazquez (Puerto Rico) lag der 27-Jährige mit 95 zu 93 noch knapper in Führung. Der dritte Punktrichter, Steve Weisfeld aus den USA, sah sogar Klitschko mit zwei Punkten vorn (95 zu 93).

Wladimir Klitschko durch Finte getäuscht

Die Wertungszettel zeigen auch: In Runde sechs, sieben und acht sahen alle drei Punktrichter den Ukrainer vorn. Kein Wunder: Klitschko, mit einem blutenden Auge bereits schwer gezeichnet, landete einen wuchtigen Wirkungstreffer mit seiner Rechten an der Schläfe des Engländers. Joshua geht zum ersten Mal in seiner Karriere zu Boden.

Und da blieb er erst einmal liegen. Mit so einem Hieb hatte der 27-Jährige offenbar nicht gerechnet, er musste sich erst einen Moment sammeln und wurde bereits angezählt, ehe er sich wieder aufrappelte.

Abstimmung

Was meinen Sie: Sollte Klitschko für einen Rückkampf gegen Anthony Joshua noch einmal in den Ring steigen?

An dieser Stelle hätte Klitschko den Kampf für sich entscheiden können. Er hätte ihn für sich entscheiden müssen. Zwar dominierte er in den folgenden Runden den Ring, doch er blieb ungewohnt passiv. Joshua sagte später, dass er die Runden nur mit Mühe überstand - und einer List: "Ich brauchte eine Pause, also habe ich ein bisschen Trashtalk gemacht und Wladimir gesagt, dass ich ihm in der nächsten Runde den Hintern versohle." Der Ukrainer zeigte sich daraufhin zurückhaltender, was Joshua etwas Zeit zum Erholen verschaffte.

Am Ende von Runde neun meldet sich Joshua schließlich mit einer guten Linken zurück. Der Kampf war wieder offen. In der elften Runde war der Engländer Klitschko schließlich konditionell überlegen und setzte ihm derart zu, dass Ringrichter David Fields den Kampf abbrechen musste. Klitschko räumte seine Fehleinschätzung später ein.

Anthony Joshua ist der King im Ring

So bitter die Niederlage für Klitschko ist - und so folgenschwer seine Fehleinschätzung im Ring -, mit dem spektakulären Boxkampf bewies er seinen Kritikern, dass er trotz seines Alters immer noch für die richtig großen Kämpfe gerüstet ist.

Ob es zu einem Rückkampf kommen wird, ist derzeit noch offen. Zwar würde Klitschko mit einer Revanche erneut ein Millionenpublikum anziehen. Doch dass er gegen den jüngeren Herausforderer bestehen kann, darf bezweifelt werden. An Anthony Joshua dürfte derzeit keiner vorbeikommen.

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