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Ziel direkt vor Augen: VfL Wolfsburg will in Moskau ins Achtelfinale einziehen

Während sich der deutsche Rekordmeister vor dem Heimspiel am Mittwoch gegen Maccabi Haifa mit den Gedanken an das vorzeitige Aus in der Champions League beschäftigen muss, kann der VfL Wolfsburg im 5. Gruppen-Spieltag bei ZSKA Moskau den Einzug ins Achtelfinale bereits perfekt machen.

Bayern München droht der tiefe Fall, dem VfL Wolfsburg der große Coup: Während sich der deutsche Rekordmeister vor dem Heimspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/live bei Sky und Sat.1) gegen Maccabi Haifa mit den Gedanken an das vorzeitige Aus in der Champions League beschäftigen muss, kann der VfL Wolfsburg im 5. Gruppen-Spieltag bei ZSKA Moskau (18.30 Uhr/live bei Sky) den Einzug ins Achtelfinale bereits perfekt machen.

In München ist Manager Uli Hoeneß ist bemüht, die bedrohliche Lage um den stark in die Kritik geratenen Trainer Louis van Gaal zu entschärfen - doch bei Bayern München herrscht nach wie vor höchste Explosionsgefahr. Denn der Bundesliga-Siebte ist vor dem Duell mit dem israelischen Meister auf Schützenhilfe von Girondins Bordeaux gegen Juventus Turin angewiesen. Bei einem Juve-Sieg wären die Münchner zum zweiten Mal überhaupt nach 2002/2003 schon nach der Gruppenphase aus der Königsklasse ausgeschieden. Der umstrittene van Gaal wäre dann wohl kaum mehr zu halten.

Noch versuchen die Verantwortlichen jedoch, die Wogen zu glätten. "Wir haben das Thema einer Entlassung van Gaals intern nicht diskutiert. Wir haben mit dem Trainer gemeinsam die Situation analysiert. Wir haben ihm unsere volle Unterstützung zugesichert und werden gemeinsam in aller Ruhe versuchen, die Probleme zu lösen", sagte Hoeneß.

Verzichten muss van Gaal weiterhin auf seine Mittelfeldstars Franck Ribery und Arjen Robben, aber auch Luca Toni fehlt erneut wegen einer angeblichen Leistenzerrung. "Er hat sich abgemeldet", meinte van Gaal kurz angebunden, zumal der Weltmeister vor dem Duell gegen Haifa einmal mehr für Unruhe sorgte. "Seit vier Monaten habe ich Probleme mit van Gaal. Alles hat Grenzen. Unsere Beziehung ist fast am Ende", sagte der 32 Jahre alte Torjäger. Er würde deshalb "gerne nach Italien zurückkehren".

Indes warnte Franz Beckenbauer davor, Haifa zu unterschätzen. "Das ist keine schlechte Mannschaft. Die haben alle Spiele knapp verloren. Auch unser 3:0 in Haifa war nicht so souverän", sagte der "Kaiser" und wollte sich das Horror-Szenario schlechthin erst gar nicht vorstellen: "Sagen wir mal, Juventus gewinnt nicht in Bordeaux, aber wir gewinnen auch nicht gegen Haifa: Das will ich nicht erleben. Dann bin ich am Freitag bei der Jahreshauptversammlung in New York und schicke Grüße über die Leinwand."

Schon ein Punkt in Moskau würde dem Neuling aus Wolfsburg vorzeitig den Weg in die K.o.-Runde ebnen. "Jeder weiß, was auf dem Spiel steht: Das Ziel heißt Achtelfinale", sagt Abwehrspieler Sascha Riether. Um sich ganz auf die bevorstehende Aufgabe und dem Auftritt auf dem ungewohnten Kunstrasen zu konzentrieren, reisten die Niedersachsen bereits am Montag - einen Tag früher als üblich - in die russische Hauptstadt. Doch die 2:3-Heimpleite gegen den 1. FC Nürnberg hängt den "Wölfen" immer noch nach. "Wir wollen gewinnen und vor allem das besser machen, was gegen Nürnberg nicht geklappt hat", meint Nationalspieler Christian Gentner und warnt: "Auf Unentschieden zu spielen, ist noch nie gut gegangen."

Nur eine Wolfsburger Niederlage würde die Entscheidung auf den letzten Gruppen-Spieltag am 8. Dezember verschieben. Dann gastiert Spitzenreiter Manchester United beim VfL, während ZSKA beim Tabellen-Schlusslicht Besiktas Istanbul antreten muss. "Darauf wollen wir es möglichst nicht ankommen lassen", stellt Trainer Armin Veh klar.

Das Auswärtsspiel in Moskau könnte den zuletzt ungewohnt heimschwachen Wolfsburgern dabei gerade recht kommen. "Auswärts haben wir uns in der bisherigen Saison leichter getan", erklärt Spielmacher Zvjezdan Misimovic. Auf des Gegners Platz blieb der VfL zuletzt viermal in Folge ohne Niederlage, die beiden jüngsten Spiele wurden sogar gewonnen.

SID / SID

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