Starkbieranstich auf dem Nockherberg
Was bedeutet eigentlich "Derblecken"?

Der diesjährige Fastenredner Stephan Zinner (links) verkörperte beim traditionellen Singspiel lange Zeit Markus Söder – auch zu Zeiten, als der noch gar nicht Ministerpräsident war.
Der diesjährige Fastenredner Stephan Zinner (links) verkörperte beim traditionellen Singspiel lange Zeit Markus Söder – auch zu Zeiten, als der noch gar nicht Ministerpräsident war.
© Johannes Simon/Getty Images)
Seit den 60er-Jahren werden Politikerinnen und Politiker beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg auf die Schippe genommen. Doch was bedeutet "Derblecken" eigentlich?

Es ist eine beliebte bayerische (Fernseh-)Tradition: Der Starkbieranstich auf dem Nockherberg, gemeinhin auch als "Derblecken" bezeichnet, bei dem Politikerinnen und Politiker satirisch aufs Korn genommen werden, findet schon seit den 60er-Jahren statt. Die traditionelle Live-Sendung "Auf dem Nockherberg" (Mittwoch, 4. März, 19 Uhr, BR) wird dieses Jahr mit besonderer Spannung erwartet. Immerhin musste Comedian Maximilian Schafroth seinen Posten als Fastenredner nach einer allzu scharfen Rede 2025 nach nur einem Jahr im Amt wieder räumen.

Sein Nachfolger ist Schauspieler Stephan Zinner, der dem "Nockherberg"-Publikum über lange Jahre als Markus-Söder-Darsteller bekannt war. Und gerade nach den Ereignissen stellt sich die Frage: Wie viel Kritik ist beim Spott über die bayerische und bundesdeutsche Politprominenz erlaubt? Und was bedeutet der Begriff "Derblecken", der kaum über die bayerischen Landesgrenzen hinaus bekannt ist, eigentlich genau?

Das bedeutet der Begriff "Derblecken"

Der Begriff "Derblecken" leitet sich von dem bayerischen Wort "blecken" ab, was so viel bedeutet wie: jemandem die Zähne zeigen, mit den Zähnen fletschen oder die Zunge rausstrecken. Demnach zeigt der Fastenredner beim Derblecken die Zähne, indem er das politische Geschehen satirisch kommentiert.

Das Präfix "der-" bei Verben wiederum ist eine bayerische Eigenart, weitere Beispiele sind etwa "derrennen", "dersaufen", "derbröseln". Die "Süddeutsche Zeitung" erklärte dazu, dass mit der Vorsilbe "eine gewisse Endgültigkeit im Inhalt der Aussage betont werden soll".

Frei übersetzt kann man sagen, dass der Begriff "Derblecken" bedeutet, jemanden auf die Schippe nehmen – allerdings mit einer Prise bayerischer Derbheit versehen. Wenn also die bayerische und bundesdeutsche Politprominenz beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg "derbleckt" wird, dann wird sie und ihre Politik verspottet und verhöhnt. Allerdings nur so lange, wie Spottende und Verspottete mit einem Starkbier auf die vorherigen Darbietungen miteinander anstoßen.

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