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Commerzbank: Streit um die Betriebsrenten beendet

Der Streit um die Kündigung der Betriebsrenten für 24.000 Mitarbeiter der Commerzbank ist beigelegt. Die Bank einigte sich mit dem Betriebsrat auf eine neue, besser kalkulierbare Altersversorgung.

Der wochenlange Streit um die Kündigung der Betriebsrenten für 24.000 Mitarbeiter der Commerzbank ist beigelegt. Die viertgrößte deutsche Bank einigte sich mit dem Betriebsrat auf eine neue Altersversorgung. An die Stelle der bisherigen drei betrieblichen Versorgungswerke werde von Januar 2005 an eine einheitliche beitragsbezogene Regelung treten, teilte die Commerzbank mit.

Die Bank erhofft sich von diesem Schritt Kosteneinsparungen. "Wir haben unser vorrangiges Ziel erreicht, die erheblichen und schwer kalkulierbaren Risiken der Altvereinbarungen auszuschließen", sagte Personalvorstand Andreas de Maizière. Die Höhe des Einsparpotenzials wollte die Bank nicht beziffern. Details sollen bis Juni ausgearbeitet werden. Die Bank wird an diesem Mittwoch ihre Bilanz für 2003 vorlegen.

Im Januar überraschte die Kündigung

Die Commerzbank AG hatte im Januar mit Wirkung zum Jahresende ihren Mitarbeitern die Betriebsrenten gekündigt und damit die Spekulationen über eine anstehende Übernahme angeheizt. Die Kündigung hatte die Bank mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage begründet. Nach eigenen Angaben sparte sie mit diesem Schritt eine Summe in zweistelliger Millionenhöhe ein. Das Geldhaus rechnet nach einer Milliarden-Abschreibung im dritten Quartal für das Jahr 2003 mit einem Verlust.

Statt eines leistungsbezogenen, festen Beitrages wird die Bank künftig einen bestimmten Prozentsatz des Jahresentgeltes für jeden Mitarbeiter zahlen. Bisher erworbene Anwartschaften würden zum Start des neuen Systems übertragen.

Betriebsrat zufrieden

Der Betriebsrat zeigte sich nach langwierigen Verhandlungen und zahlreichen bundesweiten Streikaktionen zufrieden mit der Einigung. "Wir waren angetreten, um die Betriebsrente als wichtige Säule der Altersvorsorge zu erhalten. Dieses Ziel konnten wir erreichen", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Uwe Tschäge.

Die Betriebsrente ist eine einseitige Leistung des Arbeitgebers, zu der der Arbeitnehmer keinen Beitrag zahlt. Die Commerzbank zahlt daneben unverändert in den Bankenversicherungsverein (BVV) ein, der zweiten Säule der betrieblichen Altersversorgung.

DPA / DPA
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